Hochwasserschutz im Kreis Cuxhaven: Hadelner Elbdeich besteht Herbstdeichschau
Bei der Herbstdeichschau ist der Hadelner Elbdeich auf mehr als 15 Kilometern kontrolliert worden. Die Teilnehmer bescheinigten dem Deich einen insgesamt guten Zustand. Lediglich an einigen Stellen wurden kleinere Mängel festgestellt.
Einer ersten Sturmflut hat der Hadelner Elbdeich in diesem Herbst schon getrotzt, weitere Hochwasserlagen wird er nach Meinung der Fachleute ebenfalls wegstecken können: In Rahmen einer Herbstdeichschau ist das mehr als 15 Kilometer lange Bollwerk in dieser Woche für "schaufrei" erklärt worden.
In seiner gesamten Länge war der Deich am vergangenen Mittwoch abgeschritten worden; zu den Teilnehmern, die im Cuxhavener Hafengebiet ihre Begehung starteten, gehörten nicht allein Mitglieder des Hadelner Deich- und Gewässerverbands. Wie üblich waren auch Vertreter der unteren Deichbehörde, der Katastrophenschutzstäbe von Stadt und Landkreis, des Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, des Wasser- und Schifffahrtsamtes oder der Hafenverwaltung geladen worden. Bei einem ersten längeren Stopp in der Gaststätte "Zur Schleuse" begrüßte Schultheiß Armin Heitmann zudem Vertreter der örtlichen Politik, der Bundeswehr und mehrerer Feuerwehren.
Teil der Baukosten ist noch nicht erstattet
Zunächst ließ Heitmann die im laufenden Jahr durchgeführten Deichbaurbeiten Revue passieren. Für das letzte, rund 500 Meter lange Teilstück auch einem Deichabschnitt zwischen Strandhaus Altenbruch und dem Wehldorfer Schafstall, so der der Schultheiß, sei eine Kostenerstattung noch als "ergebnisoffen" zu betrachten. Dabei sei sein Verband in der Lage gewesen, ausgesprochen günstig zu bauen. Zu tun hat das mit vorhandenen Materialressourcen: Klei, der in den vergangenen Monaten zur Erhöhung des Besticks verwendet wurde, stammt in Teilen aus dem aufgegebenen Deich im Bereich der heutigen Offshore-Terminals.
Der Bau der Otterndorfer Strandpromenade (später erneut angesprochen durch Bürgermeister Claus Johannßen) sei, so hieß es, so weit gediehen, dass man "beruhigt in den Winter gehen" könne. Entwarnung konnte Heitmann auch hinsichtlich eines Kolks am Glameyer Stack geben. Letzteres habe sich in den jüngsten Jahren nicht vergrößert. Als ebenso erfreulich werteten die Schauteilnehmer, dass der Wolf am Deich im laufenden Jahr keine Probleme gemacht hat.
Verbandsgeschäftsführer Florian Heitsch sprach über dringend erforderliche Maßnahmen am Altenbrucher Schöpfwerk. Aktuell geht es um die Ertüchtigung der zweiten dort verbauten Pumpe, ein Vorhaben, das mit Kosten von circa drei Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Die Ausschreibungen seien getätigt; in diesem Jahr - so Heitsch - habe man eigentlich die dafür vorgesehenen Fördermittel abrufen wollen. Allerdings seien die ursprünglich vorgesehenen Gelder aus EU-Töpfen zwischenzeitlich verfallen. "Das dauert, bis wir endlich bauen können", monierte der Chef der Wasser- und Bodenverbände Otterndorf.
"Grundsätzlich in einem tollen Zustand"
Im Rahmen einer abschließenden Schaukritik äußerte sich Torsten Köhne, Leiter des Fachbereichs 7 (Katastrophenschutz) im Cuxhavener Ratshaus, lobend über den "grundsätzlich tollen" Zustand des Elbdeichs. Letzterer liegt zu einem guten Teil auf Cuxhavener Gebiet, dort sprang Köhne allenfalls "ein bisschen heruntergetretenes Gras" ins Auge. Keine großen Mängel notierte auch eine Gruppe von Deichgängern, die sich das östlich gelegenste Stück (bis zum Radarturm Belum) vorgenommen hatte. Anders als zum Beispiel an einigen Stellen beim Jugendzeltlager sei im dortigen Abschnitt auch unterhalb der Viehzäune gemäht worden.
Nicht ganz so positiv fiel die Beurteilung eines Deichbereichs westlich des Sees Achtern Diek aus. An einem Punkt hatten Engerlinge sichtbare Spuren in der Grasnarbe hinterlassen. An anderer Stelle registrierten die Deichschau-Teilnehmer trotz der in beiden Fällen laufenden Bekämpfungsmaßnahmen "extrem viele Mauselöcher". Davon abgesehen sei der Deich jedoch in wehrfähigem Zustand. "Bei all diesen Kleinigkeiten ist die Schutzfunktion gewährleistet", bilanzierte Frank Berghorn, als Kreisdezernent unter anderen für den Bereich Küstenschutz zuständig, wörtlich. "Gute Arbeit" attestierte er am Mittwoch dem Hadelner Verband.

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