Igelretterin Stefanie Röse zeigt den Besuchern der Auffangstation einen ihrer Schützlinge. Foto: Fischer
Igelretterin Stefanie Röse zeigt den Besuchern der Auffangstation einen ihrer Schützlinge. Foto: Fischer
Ehrenamtliche Igelstation

Der richtige Umgang mit Igeln: Tag der offenen Tür in der Igelstation Osterbruch

von Tim Larschow | 08.10.2023

Um die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Cuxhaven über den Umgang mit den stacheligen Vierbeinern zu informieren, veranstaltet die Osterbrucher Igelretterin Stefanie Röse jedes Jahr einen Tag der offenen Tür.

Gerade im Winter, wenn die Temperaturen sinken, haben es die Igel schwer. Die Tiere finden im Winter nur schwer Nahrung und sind deshalb untergewichtig. Ohne fremde Hilfe würden viele Igel erfrieren und sterben.

Dass Stefanie Röse ein Herz für Tiere hat, ist das große Glück der Igel - die Osterbrucherin hat es sich zur Aufgabe gemacht, den kleinen Nagern über den Winter zu helfen. Derzeit sind 43 ihrer Igelplätze belegt. "Überwiegend Jungtiere und zum Glück nur wenige verletzte. Einer ist allerdings einem Mähroboter zum Opfer gefallen", berichtet die Igelpflegerin.

Die Hochsaison, in der Igel Hilfe brauchen, ist von November bis Februar. "Igel unter 850 Gramm überleben den Winter nicht. Vor allem junge Igel werden zu mir gebracht", sagt Röse. Sie sind Fleischfresser und finden im Winter keine Nahrung, um sich Fett anzufressen. Die zwei Wochen alten Babys werden mit der Flasche aufgepäppelt. "Alle zwei Stunden bekommen die Kleinen die Flasche. Auch nachts, erzählt die Igelretterin, während sie den Besuchern zeigt, wie einer ihrer kleinen Schützlinge gefüttert wird.

Um das Futter finanzieren zu können, veranstaltete Röse auch in diesem Jahr wieder einen Tag der offenen Tür. Trotz des Regens war am Sonnabend viel los und die Osterbrucherin kam aus dem Erklären gar nicht mehr heraus. "Mit dem Geld aus dieser Aktion können wir alle Tiere gut durch den Winter bringen", freut sich die Osterbrucherin, die bei ihrer Arbeit von vielen Helfern unterstützt wird.

Mähroboter sollten nachts ausgeschaltet werden

Die Igelretterin nutzte den Besucheransturm, um auf ein wichtiges Problem hinzuweisen: "Es ist wichtig, dass die Mähroboter nicht in den Abend- und Morgenstunden laufen. Dann sind die dämmerungs- und nachtaktiven Igel unterwegs und werden von den scharfen Klingen oft verletzt", erklärt sie.

"Wer Igeln eine Überwinterungsmöglichkeit bieten möchte, kann in seinem Garten wilde Ecken stehen lassen. Igel bauen ihre Nester aus Blättern, Stroh, Moos, Heu oder Gräsern", erklärt Röse.

Auch das Füttern hilft den Igeln. "Wer merkt, dass er einen Igel im Garten hat, kann eine Schale mit Katzenfutter an einen geeigneten Platz stellen. Im Winter ist es besser, Trockenfutter zu verwenden, da Nassfutter einfrieren kann. Findet man jedoch einen jungen Igel und stellt fest, dass er unterkühlt ist, sollte man ihn zunächst aufwärmen. "Wenn der Igel friert, kann er die Nahrung nicht verdauen", erklärt Röse. 

Laufen Igel im Winter durch den Garten, sollten sie in einen Eimer, eine Kiste oder einen Karton gesetzt und zu Stefanie Röse oder einer anderen Igelstation gebracht werden. "Am besten legt man ein Handtuch über den Igel - direkt über den Igel und nicht über den Eimer oder Karton", sagt Röse. Das soll verhindern, dass der Igel in Panik gerät oder sich bedroht fühlt.

Bei Igelfunden oder für Tipps zur Pflege ist Stefanie Röse unter der Telefonnummer (01 60) 95 79 80 61 zu erreichen.

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