Ein Sonarboot der Polizei fährt während der Suche nach Arian am 29. April auf der Oste. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Ein Sonarboot der Polizei fährt während der Suche nach Arian am 29. April auf der Oste. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Autistischer Junge aus Bremervörde

Drei Wochen nach Verschwinden des kleinen Arian (6): Polizei plant neue Suchaktion

13.05.2024

Noch immer fehlt jede Spur von dem vor drei Wochen verschwundenen autistischen Jungen Arian aus Bremervörde. Jetzt wollen die Ermittler eine neue Suchaktion starten.

Rund drei Wochen nach dem Verschwinden des sechsjährigen Arian wollen die Ermittler im Norden Niedersachsens die Suche nach dem autistischen Kind wieder intensivieren.

"Mittlerweile verstehen wir es nicht, dass der Junge nicht irgendwo gefunden wird", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Am sonnigen langen Wochenende seien viele Menschen am Fluss Oste unterwegs gewesen.

Polizei will Bewohner in der Umgebung nach Arian befragen

In dieser Woche sei wieder eine Suchaktion auf dem Fluss geplant. "Wir werden dabei auch technisches Gerät einsetzen", sagte der Sprecher. Als zweite Maßnahme sollen erneut die Bewohner der Ortschaften in der Nähe von Arians Zuhause in Bremervörde-Elm befragt werden, ob sie Beobachtungen gemacht haben. "Es wird eine Art Klinkenputzen sein", sagte van der Werp.

Tausende Einsatzkräfte haben schon nach dem Jungen gesucht. Bislang fehlt von ihm jede Spur. Foto: Bodo Marks/dpa

Der autistische Junge wird seit dem 22. April vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass er sein Zuhause selbstständig verließ. Eine Woche lang suchten Hunderte Einsatzkräfte und Freiwillige Tag und Nacht an Land, aus der Luft und im Wasser nach Arian. Im Einsatz waren Suchhunde, eine Reiterstaffel, Helikopter, Drohnen, ein Tornado-Flieger, Amphibienfahrzeug, Boote und Taucher.

Seit inzwischen drei Wochen wird der sechsjährige Arian vermisst. Foto: Polizei

Die aktive Suche war Ende April eingestellt worden

Ende April stellte die Polizei die aktive Suche zunächst ein. Eine Gruppe aus fünf Ermittlern und Ermittlerinnen bearbeitet den Fall weiter und geht Hinweisen nach.

Die Ungewissheit sei für die Angehörigen und alle Beteiligten sehr belastend, sagte der Polizeisprecher. Nach wie vor erscheine ein Unglücksfall am wahrscheinlichsten, weil Arian am 22. April sein Zuhause abends allein verlassen habe.

Aufnahmen einer privaten Überwachungskamera zeigen, wie der Sechsjährige Richtung Wald läuft. Ermittelt werde aber in alle Richtungen, sagte der Sprecher: "Wir haben es niemals ausgeschlossen, dass er entführt wurde."

Beim sechsjährigen Arian wurde Autismus diagnostiziert. Foto: Polizei

Frau sieht Gegenstand in Oste-Livestream und alarmiert die Polizei

Erst in der Vorwoche hatte es einen vielversprechenden Hinweis gegeben. Wie die Polizei am vergangenen Mittwoch mitteilte, suchten Feuerwehr und Polizei am Dienstag den Fluss Oste von Bremervörde bis zur Ostemündung in die Elbe ab.

Hintergrund war, dass eine Frau aus Süddeutschland im Livestream einer Webcam, die die Oste in Höhe der Schwebefähre Osten-Hemmoor zeigt, einen Gegenstand im Wasser gesehen hatte. "Die Frau hat gut reagiert", sagte der Polizeisprecher. "Sie hat sich direkt an die Polizei gewandt."

Die Feuerwehren Neuhaus (v.l.), Osten und Oberndorf beteiligten sich an der großen Suchaktion auf der Oste. Foto: Feuerwehr

Hunderte Hinweise gehen bei der Polizei ein

Der Hinweis ist kein Einzelfall: Nachdem die aktive Suche zunächst eingestellt worden war, wurde eine Ermittlungsgruppe zusammengestellt, die das Verschwinden aufklären sollte. Bei der Polizei waren Hunderte Hinweise eingegangen, dennoch bleibt Arian verschwunden. Inzwischen werden die Hinweise weniger. (dpa)

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Lesen Sie auch...
Das Wochenend-Interview

Aufruf zur Solidarität im Cuxland: "Wer wegschaut, macht sich mitschuldig"

von Maren Reese-Winne

Menschen mit Behinderung weht ein harter Wind entgegen, Diskriminierung wird offen ausgelebt und Teilhabe als Luxus dargestellt. Wir haben Jürgen Wintjen, den Vorsitzenden des Inklusionsbeirats im Kreis Cuxhaven, um eine Einordnung gebeten.

Bilanz vorgelegt

Ein Jahr mit vielen Herausforderungen: So lief 2025 für die Volksbank Stade-Cuxhaven

von Tim Larschow

Auch in Krisenzeiten erfolgreich sein. Die Volksbank Stade-Cuxhaven präsentierte kürzlich die Zahlen des vergangenen Jahres. Entgegen dem Bundestrend mit einem überraschenden Ergebnis.

Event an Ostern

Osterfeuer in Cuxhaven, Hadeln, Hemmoor und Lamstedt: Ein Überblick für 2026

Im ganzen Landkreis Cuxhaven erleuchten über Ostern 2026 zahlreiche Osterfeuer den Abend- und Nachthimmel. Die Übersicht von cnv-medien.de zeigt, wo Cuxhavener, Hadler, Lamstedter, Hemmoorer, alle anderen Cuxländer und Gäste am Feuer zusammenkommen.