Dunkle Rauchsäule über Bremerhaven: Brand löst Sorge vor Giftstoffen aus
Dichter schwarzer Rauch über Bremerhaven, Evakuierungen in Kleingärten und die Angst vor Giftstoffen: Ein Feuer bei Redwood Materials hielt Einsatzkräfte und Anwohner in Atem.
Ein Feuer auf dem Gelände des Batterie-Recycling-Spezialisten Redwood Materials hielt am Mittwochnachmittag (15. April 2026) die Bremerhavener Rettungskräfte in Atem. Während drei Mitarbeiter leicht verletzt wurden, sorgte eine weithin sichtbare Rauchsäule für Spekulationen über austretende Giftstoffe. Erst nach umfangreichen Messungen konnte die Feuerwehr Entwarnung für die Bevölkerung geben.
Alarm am Nachmittag: 55 Feuerwehrleute im Einsatz
Der Alarm ging gegen 15 Uhr bei der Integrierten Regionalleitstelle Unterweser-Elbe ein. Die automatische Brandmeldeanlage (BMA) des Unternehmens in der Batteriestraße hatte angeschlagen. Aufgrund der Art des Betriebes - Redwood Materials befasst sich mit der Aufarbeitung von Batterien und Akkumulatoren - löste die Feuerwehr sofort eine hohe Alarmstufe aus. Insgesamt 55 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr rückten mit zwei Löschzügen in den Stadtteil Lehe aus.
Vor Ort bestätigte sich die Lage: In einem Gebäude war ein Brand ausgebrochen. Während zwei Trupps im Gebäude gegen den Brand vorgingen, nahmen ihre Kameraden im Außenbereich am Dach Kühlarbeiten vor, wie Stephan Kohfahl, Sachgebietsleiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr Bremerhaven, erklärte. Gegen 15.15 Uhr konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden.
Sorge um giftige Dämpfe in den Schrebergärten
Besorgnis erregte zunächst die dichte, dunkle Rauchsäule, die bedingt durch die Windrichtung direkt über angrenzende Kleingartenanlagen zog. In Polizeikreisen kursierten erste Befürchtungen, dass brennende Batteriesäure hochgiftige Dämpfe freigesetzt haben könnte. Die Polizei reagierte und sperrte das Areal um die Batteriestraße weiträumig ab.

Beamte forderten die Pächter in den nahegelegenen Kleingärten auf, ihre Grundstücke zu verlassen, wie sie berichteten. Die Szenen vor Ort verdeutlichten die Verunsicherung: Einige Gartenbesitzer, die den beißenden Geruch bereits wahrgenommen hatten, bedeckten Mund und Nase mit Handtüchern oder Atemschutzmasken.
Messfahrzeuge geben Entwarnung
Trotz des dramatischen Anfangsverdachts konnte Kohfahl später Entspannung vermelden. Ein spezielles Messfahrzeug der Feuerwehr war kontinuierlich im Umfeld des Brandortes und in den Wohngebieten unterwegs, um die Schadstoffkonzentration in der Luft zu prüfen.
"Es gab zu keinem Zeitpunkt eine messbare Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung", so Kohfahl. Er stellte klar, dass die Feuerwehr bei einer realen Gefahr sofort reagiert hätte. Unklar ist, ob eine Explosion den Brand ausgelöst hat. "Das können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Aber nach Bränden ist es häufig so, dass Zeugen von einer Explosion berichten", so Kohfahl.
Freiwillige Feuerwehr sichert die Stadt ab
Ein Einsatz dieser Größenordnung bindet erhebliche Kapazitäten der Berufsfeuerwehr. Um den sogenannten Grundschutz für das restliche Stadtgebiet sicherzustellen, wurde die Freiwillige Feuerwehr Wulsdorf alarmiert. Die ehrenamtlichen Retter besetzten die Bereitschaft der Wache, um bei eventuellen Parallelereignissen sofort eingreifen zu können.

Wie wichtig dies ist, zeigte sich noch während der Löscharbeiten bei Redwood Materials: Die Freiwillige Feuerwehr musste tatsächlich ausrücken, um einen Böschungsbrand in der Braunstraße zu bekämpfen.
Ermittlungen zur Ursache laufen
Die drei leicht verletzten Personen wurden vor Ort vom Rettungsdienst versorgt; schwerere Verletzungen blieben glücklicherweise aus. Zur genauen Schadenshöhe und zur Ursache des Feuers gibt es noch keine gesicherten Informationen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Seitens des Unternehmens hielt man sich am Mittwoch bedeckt. Mitarbeiter wurden angewiesen, keine Statements abzugeben. Eine Sprecherin von Redwood Materials erklärte lediglich kurz, dass man zu einem späteren Zeitpunkt eine Stellungnahme abgeben werde.
Von Ismail Kul