Das Restaurant Nay befindet sich mitten im Stadtzentrum in der Nähe des Gymnasiums. Verwirklicht dort die Stadt die Pläne für ein Veranstaltungs- und Begegnungszentrum? Foto: Schröder
Das Restaurant Nay befindet sich mitten im Stadtzentrum in der Nähe des Gymnasiums. Verwirklicht dort die Stadt die Pläne für ein Veranstaltungs- und Begegnungszentrum? Foto: Schröder
Klappt's im nächsten Anlauf?

Erhält Hemmoor auf Umwegen doch noch ein "Bürgerhaus"?

von Egbert Schröder | 22.06.2026

Totgesagte leben bekanntlich länger: Nachdem die Pläne für den Bau eines "Bürgerhauses" in der Stadt Hemmoor angesichts einer Kostenexplosion zu den Akten gelegt worden waren, flammt die Diskussion jetzt erneut auf.

Die Stadt prüft die Möglichkeit, sich durch ein "besonderes Vorkaufsrecht" die Option zu sichern, einen Saal- und Restaurantbetrieb mitten im Zentrum zu übernehmen. Das Objekt wird aktuell von einem Otterndorfer Maklerbüro zum Kauf angeboten. Greift die Stadt zu? Dazu könnte schon in dieser Woche eine Tendenz erkennbar werden.

Vor rund fünf Jahren schien der Bau eines großen und neuen Begegnungs- und Veranstaltungszentrums greifbar nahe zu sein. Die ursprüngliche Planung sah einen Neubau mit Platz für 1000 Gäste vor. Dafür waren zunächst Ausgaben in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro eingeplant worden; Fördermittel in Millionenhöhe standen bereit. Doch dann folgte ein regelrechter Preisschock, denn bei den Ausschreibungen zeigte sich, dass wesentlich mehr Geld notwendig sein würde. Die ersten Angebote von Firmen, die sich für Ausschreibungen einzelner Gewerke interessiert hatten, lagen zum Teil 100 Prozent über den Kostenschätzungen der Stadt. Eine Gesamtsumme von mehr als zehn Millionen Euro stand plötzlich zur Diskussion. Eine mögliche Skalierung der Planungen, was in der Praxis ein "Eindampfen" des Konzeptes auf eine Größe für nur noch mehrere Hundert und nicht mehr für 1000 Gäste bedeutet hätte, lehnte die neue Ratsmehrheit vor vier Jahren ab.

Da inzwischen auch die Fördermittel nicht mehr zur Verfügung stehen, verschwand das "Bürgerhaus" weitgehend aus der (Finanz-)Planung der Stadt. Alternative Überlegungen - unter anderem wurde zwischenzeitlich über einen gemeinsamen Neubau mit dem Sportclub Hemmoor gesprochen - kamen nicht zur Umsetzung.

Zwei Sitzungen in dieser Woche

Noch nicht, denn der anstehende Verkauf einer gewerblich genutzten Immobilie im Hemmoorer Zentrum sorgt möglicherweise für eine neue Perspektive und die Chance, dass Hemmoor doch noch ein größeres Veranstaltungs- und Begegnungszentrum erhält. "Da der Eigentümer des Objektes 'Restaurant Nay' derzeit den Verkauf der Immobilie plant, hat dieser zur Vermarktung der Immobilie ein Maklerbüro beauftragt. (...) Um die geordnete städtebauliche Entwicklung sowie die zukünftigen Ziele der Nutzung des Grundstückes zu sichern, könnte demnach die Möglichkeit des Ankaufs durch die Stadt Hemmoor geschaffen werden", heißt es in einer Vorlage der Verwaltung für die politischen Gremien. Am Dienstag, 23. Juni, tagt der zuständige Fachausschuss (18.30 Uhr im Rathaus), am Donnerstag, 25. Juni, geht es im Stadtrat weiter (19 Uhr, Rathaus). Einen ersten Eindruck haben die Politiker bereits erhalten: So fand nach Darstellung der Verwaltung zu Monatsbeginn ein interner Ortstermin mit dem beauftragten Maklerbüro beim "Restaurant Nay" statt, das sich in Warstade in der Nähe des Hemmoorer Gymnasiums befindet.

849.000 Euro als Kaufpreis augerufen

Im Internet wird die Immobilie als "beliebtes attraktives Restaurant im Stadtkern von Hemmoor mit Kegelbahn, großem Saal mit ca. 300 Sitzplätzen, Bühne, Gästezimmern, Außenterrasse" angepriesen. Auf rund 900 Quadratmetern Nutzfläche gebe es "eine gehobene Ausstattung und vielseitige Nutzungsmöglichkeiten". Als das "Herzstück" wird der Saal bezeichnet - "ideal für Feste und Veranstaltungen wie das Ortsschützenfest".

Die abgetrennten Räume und der Klubraum mit Abluftanlage würden zu "gemütlichen Abenden" einladen, die moderne Gastronomieküche sei mit hochwertigen Geräten ausgestattet. Neue Gästezimmer im Obergeschoss seien ebenfalls vorhanden. Die Immobilie verfüge zudem über eine große Kegelbahn, einen Lagerschuppen und Parkplätze. Ein "nahtloser Übergang in den Betrieb" sei möglich, da das Inventar übernommen werden könne. Der Verkauf erfolge "aus Altersgründen". Aufgerufen ist ein Kaufpreis in Höhe von 849.000 Euro.

Ob die Stadt tatsächlich zuschlägt und eine "Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht" verabschiedet wird, ist noch unklar. Nicht zuletzt geht es auch um die Fragen der Finanzierung und der laufenden Betriebs- und Unterhaltungskosten einer solchen Immobilie sowie um das Nutzungskonzept. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt Hemmoor dürfte dabei auch die Kommunalaufsicht (Landkreis Cuxhaven) ein Wörtchen mitreden.

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Egbert Schröder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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