Nach Fund von Schlauchboot und Jacht: Der Stand um die vermissten Nordsee-Skipper
Seit Montag werden zwei Skipper in der Deutschen Bucht vermisst. Ihre jeweiligen Boote konnten gesichert werden. Jetzt sind die polizeilichen Ermittlungen angelaufen. Die Polizei gibt Updates zu den beiden Vermisstenfällen heraus.
Seit Montag (29. April) werden zwei Männer in der Deutschen Bucht vermisst. Am Montagabend wurde ein Festrumpfschlauchboot mit laufender Maschine, aber menschenleer, etwa 25 Seemeilen nordwestlich von Cuxhaven gefunden. Am frühen Dienstagmorgen fand ein Marine-Hubschrauber eine Segeljacht nördlich von Amrum. Beide Männer verschwanden von ihren Booten. Bis dato fehlt von ihnen jede Spur. "Es ist nach menschlichem Ermessen nicht mehr möglich, die Skipper lebend zu finden", hatte eine Sprecherin der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bereits am Dienstag gesagt.
Groß angelegte Suchaktion in der Nordsee
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stehen die beiden Fälle in keinem Zusammenhang. Eine groß angelegte Suchaktion unter Federführung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde am Dienstag ergebnislos abgebrochen. Unterdes haben die polizeilichen Ermittlungen begonnen.
60-Jähriger in der Nordsee verschollen: Kriminalkommissariat Ludwigslust ermittelt
Das Kriminalkommissariat Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern ist als Ermittlungsbehörde für den vermissten Schlauchbootfahrer zuständig, "da die betreffende Person ihren Wohnsitz in unserem Zuständigkeitsbereich hat", wie Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, auf Nachfrage unseres Medienhauses mitteilte. "Bislang haben wir keine neuen Hinweise oder Anhaltspunkte zum Verbleib des 60-jährigen Mannes. Wir stehen in einem engen Informationsaustausch zu den örtlichen Wasserschutzpolizeidienststellen, die unter anderem eine groß angelegte Suche vor wenigen Tagen mit mehreren Booten und Schiffen organisiert und durchgeführt sowie das sichergestellte Boot untersucht haben. Nach derzeitiger Einschätzung ist von einem Unglück auszugehen. Der Hergang des Geschehens ist jedoch noch völlig unklar. Nach unserem Kenntnisstand soll es sich bei dem Vermissten um einen erfahrenen Bootsführer handeln."
Mehreren Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Mann um den Hamburger Unternehmer Frank P. handeln, Chef des Speedboot-Unternehmens "RIB Piraten". Das Unternehmen bietet Touristen in hochmotorisierten Schlauchbooten Fahrten auf der Elbe an.
Vermisster Skipper in der Nordsee: Kriminalpolizei Heide ist zuständig
Im anderen Vermisstenfall ist die Kriminalpolizei Heide zuständige Ermittlungsbehörde. Der 66-jährigen Skipper habe sich 29. April mit seinem Segelboot für eine Fahrt von Helgoland nach Hörnum bei der zuständigen Stelle (MRCC Bremen) angemeldet. Als er sein Reiseziel nicht erreichte, erfolgten umfangreiche Suchen unter anderem unter Einbindung der Wasserschutzpolizei Brunsbüttel, mehrerer Seenotrettungskreuzer und eines Flugzeugs des Havariekommandos Cuxhaven.
Am Folgetag wurde das Boot auf einer Sandbank bei Amrum aufgefunden. Der vermisste Schiffsführer war nicht mehr an Bord. Seitens der Pressestelle der Polizeidirektion Itzehoe heißt es: "Die Ermittlungen zu den Umständen dauern an. Weitere Auskünfte können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden."