Die Bestattungskultur in Deutschland wandelt sich seit mehreren Jahren. Der Trend geht weg von der klassischen Erdbestattung in Särgen und hin zur Urnenbestattung. Die Samtgemeinde Land Hadeln will diesem Trend Rechnung tragen und hat auf den vier kommunalen Friedhöfen Urnengemeinschaftsgrabanlagen eingerichtet. Foto: Mangels
Die Bestattungskultur in Deutschland wandelt sich seit mehreren Jahren. Der Trend geht weg von der klassischen Erdbestattung in Särgen und hin zur Urnenbestattung. Die Samtgemeinde Land Hadeln will diesem Trend Rechnung tragen und hat auf den vier kommunalen Friedhöfen Urnengemeinschaftsgrabanlagen eingerichtet. Foto: Mangels
Bestattungskultur

Friedhöfe in Hadeln: Warum Gemeinschaftsgrabanlagen für Urnen voll im Trend liegen

von Christian Mangels | 08.07.2024

Die Friedhofskultur ist im Wandel. Statt der klassischen Erdbestattung entscheiden sich immer mehr Menschen für ein Urnengrab. Die Samtgemeinde Land Hadeln reagiert auf diesen tiefgreifenden Umbruch mit einem neuen Angebot.

Der Trend zur Urnenbestattung schreitet im Kreis Cuxhaven weiter voran. So auch in der Samtgemeinde Land Hadeln. "Auf unseren kommunalen Friedhöfen entscheiden sich mittlerweile 75 Prozent für diese Art der Beerdigung", weiß Jeanette Blohm, die sich bei der Samtgemeinde Land Hadeln um das Friedhofswesen kümmert. Die Samtgemeinde reagiert auf diese Entwicklung und bietet seit einigen Monaten auf ihren Friedhöfen in Belum, Neuhaus, Oberndorf und Osterbruch neuartige Urnengemeinschaftsgrabanlagen an.

Das Besondere daran: Die Hinterbliebenen brauchen sich 20 Jahre lang nicht um die Grabpflege zu kümmern (das erledigt die Samtgemeinde), können aber persönliche Gegenstände wie Blumen oder Bilder dort ablegen. Auch kleine Schilder mit Namenskennzeichnung sind möglich; Form und Größe gibt die Samtgemeinde allerdings vor, um eine gewisse Einheitlichkeit herzustellen. "Das Angebot wird bereits gut angenommen", sagt Jeanette Blohm. Schon jetzt habe es fünf solcher Bestattungen gegeben.

Jeweils acht Plätze umfassen die Urnengemeinschaftsgrabanlagen auf den Friedhöfen in Osterbruch und Belum, in Oberndorf und Neuhaus sind es zwölf. Der Preis für diese Form der Bestattung liegt bei 906,05 Euro. Noch. Jeanette Blohm geht davon aus, dass die Gebühren demnächst angepasst werden. 

Angehörige wohnen häufig nicht vor Ort

"Wir verzeichnen schon seit Jahren einen Trend zu Grabformen, die für Angehörige möglichst pflegefrei sind", sagt die Samtgemeinde-Mitarbeiterin. Als Grund für diesen Trend nennt sie die wachsende Mobilität der Gesellschaft: Angehörige wohnen häufig nicht vor Ort, sondern in ganz Deutschland oder im Ausland verteilt.

Außerdem werden Hinterbliebene heute im Schnitt immer älter und sind körperlich immer weniger in Lage, selbst ein Grab in Ordnung zu halten. Auch die kürzere Ruhezeit bei den Urnengräbern im Vergleich zu den klassischen Sarggräbern dürfte eine Rolle spielen. Schließlich kommt der finanzielle Aspekt hinzu: Viele Menschen können mehrere Tausend Euro für eine Beerdigung nicht mehr bezahlen.

Es gibt weitere Grabformen, bei denen die Samtgemeinde die Pflege komplett übernimmt, zum Beispiel das "pflegeleichte Urnenreihengrab" (126,36 Euro). Auch anonyme Urnengräber sind beliebt. Dort kennen die Angehörigen aber nicht die konkrete Stelle der Bestattung - was manche später bereuen. Kränze und Blumenschmuck dürfen auf den anonymen Grabstätten weder bei der Trauerfeier noch später abgelegt werden. 

"Die Friedhofskultur verändert sich komplett", beobachtet Jeannette Blohm. Während früher so gut wie jeder im Sarg zu Grabe getragen wurde, geht der Trend seit vielen Jahren schon zur Urne. Von den 38 Beisetzungen, die im vergangenen Jahr auf den kommunalen Friedhöfen in Land Hadeln stattgefunden haben, waren nur noch neun Beisetzungen mit Sarg und Grab, alle anderen mit Urne.

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Christian Mangels

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