"Für mich sehr beruhigend": Schauspielerin Klara Lange aus Kreis Stade über Heimat
Die in Stade geborene Schauspielerin Klara Lange, bekannt aus "Die Discounter", kehrt in der ZDF-Komödie "Plötzlich Schwester" zurück. Ein persönliches Interview offenbart ihre Sicht auf Perfektionismus, ihre Heimat und spannende Zukunftspläne.
Am Donnerstagabend (6. August 2026) war Klara Lange in der ZDF-Komödie "Plötzlich Schwester" zu sehen. Sie spielt die Hauptrolle. Die Harsefelderin gibt Susanne Laudien ein sehr persönliches Interview über Perfektionismus, ihre Heimat und Zukunftspläne.
In der neuen ZDF-Komödie "Plötzlich Schwester" spielen Sie die spießige Perfektionistin Sandra, die herausfindet, dass sie eine Schwester hat, und durch die neue Verwandtschaft ins Chaos gestürzt wird. Sind Sie privat auch eine Perfektionistin?
Ich glaube, ich habe über die Jahre ein gutes Gleichgewicht zwischen Spontanität und kleinen abgesteckten Zielen gefunden. Viele meiner bisherigen Rollen hatten einen hohen perfektionistischen Drang, von denen ich mir gut was abgucken konnte. Alles, was ich nicht beeinflussen kann, betrachte ich mit einem mitgegebenen Gedanken meiner Mutter: geschehen lassen!

Zusammen mit Cosima Henman (als chaotische Sandy) spielen Sie ein schrilles Geschwister-Duo. Im wahren Leben haben Sie einen jüngeren Bruder. Sind Sie mit ihm auf einer Wellenlänge?
Auch wenn wir sehr unterschiedliche Leben führen und auch gerne diskutieren, erkennen mein Bruder und ich immer mehr Ähnlichkeiten und gemeinsame Glaubenssätze. Das ist ziemlich schön.

In der Komödie geht es um Ihre Hochzeitsvorbereitungen. Ist das auch privat für Sie ein Thema?
Aktuell erlebe ich beruflich gerade so viele Abenteuer, dass das Thema Hochzeit kein großes Thema für mich ist. Wenn es irgendwann so weit sein sollte, dann nach meinen ganz eigenen geheimen Vorstellungen. Aber die Idee, die Liebe mit Freunden und Familie zu feiern, finde ich schon schön.

Die bekannte Schauspielerin Andrea Sawatzki spielt in der Komödie ihre Mutter Monika. Im richtigen Leben sind Sie in dem Tanzstudio ihrer Mutter Susanne in Harsefeld aufgewachsen. Inzwischen leben Sie in Hamburg. Kommen Sie noch oft nach Harsefeld zu Ihrer Familie und zu Freunden, und inwieweit hat Harsefeld Ihre Jugend geprägt?
Harsefeld wird immer meine Heimat sein, in die ich gerne immer mal wieder zurückkehre! Raus aus der lauten Stadt zu kommen und alte gewohnte Wege zu meiner Stammeisdiele Dante oder durch den Klosterpark zu gehen, sind für mich sehr beruhigend. Meine Familie regelmäßig zu sehen, ist mir sehr wichtig, auch wenn das berufsbedingt mal regelmäßig und mal unregelmäßiger klappt. Nächstes Wochenende habe ich zehnjähriges Abitreffen an meinem alten Gymnasium. Ich freue mich schon sehr darauf, ehemalige Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Lehrkräfte zu sehen. Das kann spannend werden.

Neben der Schauspielerei machen Sie auch Musik. Ihre Band heißt "Kata Kaze". Wie kam es dazu und was bedeutet der Name?
Musik ist der perfekte Ausgleich für die auch immer wieder ruhigeren Momente in meiner Schauspiellaufbahn. Irgendwann hat sich diese Band gegründet. Der Name Kata Kaze ist durch ein wildes Brainstorming entstanden, über das wir alle oft lachen müssen. Nicht der einfachste Name, um ihn anderen zu erklären. Ich versuche es lieber gar nicht erst. Also: ein Geheimnis.
Sie sind außerdem Botschafterin der Plattform "Rollenfang" für mehr Inklusion und Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen im Film und Fernsehen. Warum haben Sie dieses Amt übernommen?
Ich habe mich als der Typ Mensch, der ich bin, schon immer wiedergefunden in Film- und Fernsehproduktionen. Meine ganze Jugend war geprägt von Filmen wie "Freche Mädchen" oder "Die Wilden Hühner". Ich hatte immer Identifikationsrollen. Vielen Menschen, vor allem Menschen mit Behinderung, fehlt das bis heute. "Rollenfang" arbeitet nach dem Motto "Wir wollen alle sehen". Ich versuche, an Filmsets und in Gesprächen immer wieder Aufmerksamkeit und Aufklärung für das Thema Inklusion zu schaffen und Berührungsängste abzubauen. Weil ich als Mensch in der Öffentlichkeit mit meiner Stimme manchmal mehr durchdringen kann als andere. Das möchte ich nutzen.

Neben der ZDF-Komödie "Plötzlich Schwester" waren Sie bereits bei Folgen vom "Tatort" sowie in Talkshows im Fernsehen zu sehen. Schauen Sie selbst noch Fernsehen - und wenn ja, welche Sendung beziehungsweise Serien?
Ich muss zugeben, dass ich auch hauptsächlich nur noch in Mediatheken und über Streamingportale Filme und Serien gucke. Aber auch, weil große Sender wie ARD und ZDF teilweise nur noch für die Mediathek produzieren. Hier lohnt es sich, mal durchzugucken. Ein paar Tipps sind zum Beispiel die neue Staffel "Push" oder "Oderbruch".

Ihre erste große Rolle nach der Schauspielschule war die erfolgreiche Streaming-Serie "Die Discounter". Viele warten immer noch sehnsüchtig auf ein Wiedersehen mit Pina und den anderen Mitarbeitern von "Feinkost Kolinski". Gibt es noch Hoffnung auf neue Folgen?
Aktuell gibt es da keine Infos. Ich lass' mich wie alle Fans der Serie überraschen.

Die Fortsetzung der Komödie "Plötzlich Schwester" ist bereits in Arbeit. Wie geht es mit Sandra weiter und wann ist die Ausstrahlung im ZDF geplant?
Die Dreharbeiten zum zweiten Teil liefen unter dem Arbeitstitel "Plötzlich Mama". Nachdem der Schritt der Hochzeit abgehakt ist, verfolgt meine Rolle Sandra den in ihrem Kopf nächsten logischen Step in ihrem Leben: eine Familie gründen und Mama werden. Und ich sag' euch, das ist mit vielen Hindernissen, Vorurteilen und Tränen der Freude und des Trauerns verbunden. Ein Film, der mich sehr herausgefordert hat. Aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Wann genau der Film veröffentlicht wird, weiß ich allerdings noch nicht.
Gibt es weitere Projekte, die bei Ihnen demnächst anstehen oder die Sie gerne einmal machen würden - und gehört zum ganz großen Ziel auch Hollywood, so wie bei der deutschen Schauspielerin Sandra Hüller?
Im September finden die Filmfestspiele in Venedig statt und ich habe das große Glück, dass dort ein Film im Wettbewerb gezeigt wird, den ich letztes Jahr in München drehen durfte. "Camouflage" von dem Regisseur Mykyta Gabalenko, der von einem jungen Mann handelt, der sich in München ein neues Leben aufbaut, während in seiner Heimat Ukraine der Krieg wütet. Ich bin sehr stolz, Teil dieses Films zu sein. Und ich bin natürlich aufgeregt auf dieses internationale Festival, neue Filmkontakte und Impulse für meine Zukunft.

Das ist die Harsefelderin Klara Lange
- Klara Lange wurde in Stade geboren und wuchs in Harsefeld auf, wo sie auch ihr Abitur machte.
- Ihren Durchbruch feierte die Schauspielerin im Jahr 2021 mit der Serie "Die Discounter". Inzwischen war sie auch schon zweimal im "Tatort" zu sehen.
- Die Komödie "Plötzlich Schwester" lief am Donnerstag, 6. August 2026, im ZDF-Hauptprogramm und ist außerdem für ein Jahr in der Mediathek zu sehen.
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