Gebürtiger Ungar steht jetzt an der Spitze der Musikschule in Hemmoor
Er ist schon gespannt, was ihn in einem neuen beruflichen und persönlichen Umfeld erwartet: Rolf Fritz soll als Leiter die "Musikschule An der Oste" in die Zukunft führen. Wie sehen seine Pläne aus?
Seit Anfang des Monats leitet Rolf Fritz (52) die Musikschule "An der Oste". Es ist eine persönliche und berufliche Herausforderung für ihn. Zwar hat er schon mehrere Projekte federführend umgesetzt, aber noch keine derartige Einrichtung alleinverantwortlich gemanagt. Doch die Eindrücke und Erfahrungen der vergangenen Wochen bestärken ihn darin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: "Ich wurde hier toll aufgenommen." Die ersten größeren Projekte stehen unmittelbar bevor.
Fritz ist Musiker durch und durch. Der gebürtige Ungar hat zunächst an der renommierten Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest studiert, kam dann im Rahmen des Studiums nach Heidelberg und unterrichtete vor seinem Wechsel nach Hemmoor an Musikschulen in Mannheim. Doch er war dort wesentlich breiter aufgestellt, denn er leitete zwei Chöre, trat in klassischen Konzerten auf die Bühne, organisierte ein Festival, spielte an der Kirchenorgel bei Gottesdiensten und auch am Barpiano in einem historischen Studentenlokal in Heidelberg: "Das hat immer Spaß gemacht und wurde nie langweilig."
Langeweile dürfte Fritz, der mit seiner Frau und den fünf Kindern nach Otterndorf gezogen ist, in seinem Fulltime-Job als neuer Musikschulleiter an der Oste auch nicht haben, denn auf ihn warten etliche Aufgaben und Projekte. So geht es unter anderem darum, die Angebotspalette der Musikschule auf eine breitere Basis zu stellen. "Ich bin froh, dass es hier so viele hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen gibt", sagt Fritz über sein Team.
Gleichzeitig würden bei bestimmten Instrumenten aber noch Lehrkräfte fehlen. Zugleich wolle er versuchen, die Musikschule noch stärker in den Ganztagsschulbetrieb einzubinden und entsprechende Kooperationen zu etablieren. Dies biete beiden Seiten einen Mehrwert.
Nachfolger von Wolfgang Haack
Rolf Fritz, der die Nachfolge des im vergangenen Jahr verstorbenen langjährigen Leiters Wolfgang Haack antritt, sieht die Musikschule allgemein als eine "Schnittstelle" - ob für aktive Musiker, Kinder oder auch die Kommunen, denen ein attraktives Musikschulangebot als Standortfaktor ja auch wichtig sei. Natürlich sei ihm bewusst, dass aus kommunaler Sicht Sparzwänge bestünden. Aber: "Musik ist kein Luxusgut", ist er überzeugt.
Der Wahl-Otterndorfer ist zwar erst seit Monatsbeginn als Leiter tätig, aber wird schon in Kürze die Möglichkeit haben, mit verschiedensten Akteuren Kontakte zur "Musikschule An der Oste" zu knüpfen. So ist die Bildungseinrichtung auf der Hemmoorer Cuxland-Ausstellung am 5. und 6. September mit dabei, tritt beim Kinder- und Jugendfestival am 19. September in der Ostestadt auf und am 24. September legt auch der "Singbus" der Deutschen Chorjugend in Hemmoor einen Zwischenstopp mit Workshops und einem Konzertnachmittag ein. Fritz: "Auf die Veranstaltungen freue ich mich. Schließlich lerne ich so schnell Land und Leute kennen."
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