Günstige Flüge nach Helgoland: Mit Ultraleichtflugzeugen über die Nordsee
Ein Kölner Startup bietet mit ultraleichten Flugzeugen Flüge "zum Taxipreis" auch von Nordholz/Cuxhaven nach Helgoland an. Die Maschinen haben allerdings nicht gerade viel Platz. Doch der Einsatz größerer Maschinen ist in Planung.
Eine reguläre Fluglinie von der Küste nach Helgoland existiert seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Aber jetzt macht das in Köln ansässige Startup "AirTaxi Express AG" vor allem über Social Media ordentlich Wirbel und möchte offensichtlich mit seinen ultraleichten Kleinflugfahrzeugen richtig durchstarten.
Die letzten Versuche, den Flugbetrieb nach und von Helgoland zu revitalisieren, scheiterten bei der in Emden ansässigen Fluggesellschaft OFD zunächst an Genehmigungen und schließlich an Regularien. Zu Wartungszwecken hätten die drei angekauften Flugzeuge täglich in die Niederlande geflogen werden müssen. So wäre es zu kostspieligen Leerflügen gekommen. OFD zog die Reißleine und entschied sich, die Tecnam-Maschinen wieder zu verkaufen.

Doch auf Bedarfsflugverkehr zur Hochseeinsel brauchen Passagiere offensichtlich nicht zu verzichten. Das in Köln ansässige Unternehmen teilt auf Anfrage von CNV-Medien mit, dass mit ihrer "AirTaxi Express AG" bereits seit über drei Jahren mit Ultraleichtflugzeugen gewerbliche Flüge in ganz Deutschland - inklusive Helgoland - erfolgt seien. Dem Unternehmen zufolge hätten auch schon Flüge ab Nordholz beziehungsweise Heide/Büsum stattgefunden.
Auf konkrete CN/NEZ-Nachfrage heißt es aus Köln weiter: "Wir fliegen aktuell mit einer Pipistrel Alpha Trainer und einer Tecnam P92 Echo MK2 sowie bei Bedarf anderen Ultraleichtflugzeugen. Für diese Klasse Luftfahrzeuge (600 Kilogramm und weniger) wird in Deutschland kein AOC benötigt. Aufgrund des geringen Gewichts der Luftfahrzeuge ist nur ein Gast pro Flug möglich."

Unter dem Kürzel AOC versteht man das "Air Operator Certificate", was so viel wie Luftverkehrs-Betreiberzeugnis bedeutet. Ist ein Luftverkehrsbetrieb AOC-frei, gelten für ihn nicht die strengen Richtlinien für Fluggesellschaften, etwa des Luftfahrtbundesamtes (LBA).
"Setzen nur erfahrene Piloten ein"
Und wie sieht es hinsichtlich der besonderen Herausforderungen auf dem Flughafen auf der Düne aus? Dazu teilt "AirTaxi Express AG" gegenüber cnv-medien.de mit: "Aufgrund des anspruchsvollen Flugplatzes auf Helgoland setzen wir nur erfahrene Piloten ein, die entweder Berufspiloten sind oder über mindestens 500 Flugstunden Erfahrung verfügen."
Und die "AirTaxi Express AG" setzt auf Wachstum und kündigt selbstbewusst an: "Unser Unternehmen befindet sich zurzeit im AOC-Genehmigungsverfahren beim deutschen LBA und plant 2027 dann auch, gewerbliche Flüge mit größeren Flugzeugen nach Helgoland durchzuführen."

Das Unternehmen verspricht "Fliegen zum Taxipreis", und es empfiehlt sich für Privat- sowie Geschäftsflüge. Die Durchführung der Flüge erfolge je nach Art und Dringlichkeit durch geeignete Piloten, heißt es seitens des Unternehmens. Zum Thema Sicherheit teilt es unter anderem auf seiner Homepage mit: "Statistisch gesehen sind Flüge mit Kleinflugzeugen pro Kilometer weniger gefährlich als Motorradfahren, aber gefährlicher als Autofahren." Die Flugzeuge selbst würden alle 50 Flugstunden überprüft. Wartungen und Kontrollen erfolgten von zugelassenen Flugzeugwerften.
Im Flugreiseplaner auf der Homepage können potenzielle Fluggäste aus einer Liste zahlreiche nationale und internationale Abflughäfen und Destinationen von Aachen-Merzbrück bis Zwickau wählen. In Europa gebe es Tausende kleiner Flugplätze. Die Lande- und Startmöglichkeiten für Kleinflugzeuge seien daher deutlich umfangreicher, als dies bei Linienflugzeugen möglich ist. Unglücklicherweise wird dort der hiesige Flughafen als "Nordholz/Cuxhafen" (Anm. d. Redaktion: Das ist kein Schreibfehler der Redaktion, sondern des Unternehmens) bezeichnet. Signifikant sind übrigens auch die Rechtschreibfehler in den auf der Homepage veröffentlichten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
Geschäftsführer von "AirTaxi Express" ist Peter Knappertsbusch, der laut Linkedin-Profil einen Master in internationalem Steuerwesen der Uni Hamburg erworben hat und in eigener Steuerkanzlei auf Malta, in London, Dublin und Hongkong tätig ist.
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