Wahllisten für Kommunalwahl 2026: Der Frauenanteil in Hadeln, Hemmoor und Lamstedt
Wer künftig in den Räten der Region mitentscheidet, bestimmen die Wählenden am 13. September. Doch schon die Wahlvorschläge geben interessante Einblicke in die Datenlage. Was bei der Analyse auffällt.
Die NEZ/CN-Redaktion hat die zugelassenen Wahlvorschläge für die Samtgemeinderäte und die jeweiligen Gemeinde- beziehungsweise Stadträte in Land Hadeln, der Börde Lamstedt und Hemmoor statistisch ausgewertet. Weil zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber sowohl für den Samtgemeinderat als auch für den Rat ihrer Heimatgemeinde kandidieren, wurde dabei nicht nur die Zahl der Kandidaturen betrachtet, sondern auch die Zahl der tatsächlich verschiedenen Personen.
Das Ergebnis beim Frauenanteil ist eindeutig:
- In keiner der drei Samtgemeinden erreicht er 30 Prozent.
- Am niedrigsten liegt er in der Börde Lamstedt mit 22,6 Prozent.
- In der Samtgemeinde Hemmoor sind 28,3 Prozent der Kandidierenden Frauen.
- In Land Hadeln sind es rund 29 Prozent.

Samtgemeinde Land Hadeln: Die mit Abstand meisten Wahlvorschläge gibt es in der Samtgemeinde Land Hadeln. Erfasst wurden die beiden Wahlbereiche für den Samtgemeinderat und die Ratswahlen in allen 14 Mitgliedsgemeinden sowie die Direktwahl des Samtgemeindebürgermeisters. Insgesamt finden sich 357 Kandidaturen in der Bekanntmachung. Dahinter stehen wegen zahlreicher Doppelbewerbungen 272 verschiedene Personen. Von diesen 272 Menschen sind 79 Frauen. Das entspricht einem Anteil von rund 29 Prozent. Mehr als sieben von zehn Kandidierenden sind damit männlich.
Noch deutlicher wird die Unterrepräsentation beim Blick auf die Spitzen der Listen. Auf 60 ausgewerteten Listen ist ein erster Listenplatz ausgewiesen. Lediglich 17 davon werden von einer Frau angeführt. Das entspricht 28,3 Prozent. Zwischen den Parteien gibt es dabei Unterschiede. Besonders auffällig ist die CDU: Von ihren 13 betrachteten Listen wird lediglich eine von einer Frau auf Platz eins angeführt. Bei der SPD stehen auf vier von elf Listen Frauen an erster Stelle, bei den Grünen sind es vier von 13.

Auch zwischen den einzelnen Mitgliedsgemeinden ist die Spannweite groß. Den höchsten Frauenanteil weist Osterbruch auf: Dort sind 54,5 Prozent der Kandidierenden weiblich - Frauen stellen also sogar die Mehrheit. Das andere Ende der Skala bildet Steinau mit lediglich 9,1 Prozent.
Nicht nur beim Geschlecht zeigt die Auswertung Unterschiede. Auch beim Alter fällt das Kandidierendenfeld eher erfahren aus. Im Durchschnitt sind die 272 verschiedenen Kandidierenden rund 50,2 Jahre alt. Etwa 54 Prozent sind mindestens 50 Jahre alt, nur gut acht Prozent jünger als 30. Zwischen den Gemeinden liegen auch hier Welten: In Wanna beträgt das Durchschnittsalter der Kandidierenden rund 39,9 Jahre, in Oberndorf dagegen 55,8 Jahre.
Samtgemeinde Börde Lamstedt: Noch geringer als in Land Hadeln ist der Frauenanteil in der Samtgemeinde Börde Lamstedt. Ausgewertet wurden hier die Wahlvorschläge für den Samtgemeinderat sowie für die Gemeinderäte in Armstorf, Hollnseth, Lamstedt, Mittelstenahe und Stinstedt.
Insgesamt kommen dabei 117 Kandidaturen zusammen. Da 33 Menschen sowohl für den Samtgemeinderat als auch für einen Gemeinderat antreten, stehen dahinter 84 verschiedene Personen. Unter diesen 84 Kandidierenden sind lediglich 19 Frauen. Das entspricht 22,6 Prozent. Anders ausgedrückt: Nicht einmal jede vierte Person, die sich in der Börde Lamstedt zur Wahl stellt, ist weiblich. Von den drei ausgewerteten Samtgemeinden weist die Börde damit den niedrigsten Frauenanteil auf.
Auch jüngere Menschen sind in den Wahlvorschlägen vergleichsweise selten vertreten. Das Durchschnittsalter beträgt 48,8 Jahre. Die größte Altersgruppe bilden die 40- bis 49-Jährigen mit 26,2 Prozent, dicht gefolgt von den 60- bis 69-Jährigen mit 23,8 Prozent. Unter 30 Jahre alt ist dagegen nur etwa jede vierzehnte kandidierende Person - der Anteil beträgt 7,1 Prozent.
Samtgemeinde Hemmoor: Auch in der Samtgemeinde Hemmoor bleibt die Kommunalpolitik auf der Bewerberseite mehrheitlich männlich. Neben den beiden Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters, Torge Krüger und Hendrik Lunden, umfassen die ausgewerteten Wahlvorschläge 84 Kandidaturen für den Samtgemeinderat, 42 für den Stadtrat Hemmoor, 34 für den Gemeinderat Hechthausen und 15 für den Gemeinderat Osten. Insgesamt sind das 175 Kandidaturen. Dahinter stehen 99 verschiedene Kandidierende. 28 davon sind Frauen, 71 Männer. Der Frauenanteil liegt damit bei 28,3 Prozent und nur geringfügig unter dem Wert in Land Hadeln.
Innerhalb der Samtgemeinde gibt es Unterschiede: Bei der Wahl zum Stadtrat Hemmoor ist der Frauenanteil mit 33,3 Prozent am höchsten. In Hechthausen liegt er mit 23,5 Prozent am niedrigsten. Doch selbst beim höchsten Wert stellt nur ungefähr jede dritte kandidierende Person eine Frau.
Das Hemmoorer Bewerberfeld ist zugleich das älteste der drei ausgewerteten Samtgemeinden. Die 99 verschiedenen Kandidierenden sind im Durchschnitt 51,4 Jahre alt. 56,6 Prozent haben das 50. Lebensjahr bereits erreicht, lediglich 23,2 Prozent sind jünger als 40. Die Altersspanne reicht vom Jahrgang 2007 bis zum Jahrgang 1945.
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