Gefährlicher Halloween-Fund im Kreis Stade: Junge (9) entdeckt Nadel in Schokoriegel
Im Kreis Stade hat ein neunjähriger Junge eine Nadel in seinem Halloween-Schokoriegel entdeckt. In Bremervörde wurde ein Mädchen durch eine präparierte Süßigkeit verletzt. Die Polizei ermittelt und warnt Eltern vor möglichen Gefahren.
Wer tut so etwas? Wie die Stader Polizei am Donnerstag mitteilt, hat auch in Stade ein neunjähriger Junge in seinen Halloween-Süßigkeiten einen Schokoriegel entdeckt, in dem etwas steckte, was dort nicht hingehört. "Mit seiner Mutter konnten sie dann erkennen, dass sich in dem Riegel eine Nadel befand. Der Schokoriegel wurde danach an die Polizei übergeben", sagt Polizeisprecher Daniel Kraus.
Mädchen in Bremervörde verletzt sich an Stecknadel
Kinder und Eltern hatten nach ihrer Halloween-Tour am vergangenen Wochenende in mehreren Regionen Deutschlands Nadeln, Nägel und andere Metallobjekte in Schokoriegeln, Kaubonbons und Weingummis entdeckt. Fälle wurden auch in Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen gemeldet.
In Bremervörde verletzte sich ein neunjähriges Mädchen beim Essen einer präparierten Süßigkeit an der Zunge. "Bei einer anschließenden Untersuchung wurde in dem Riegel eine mindestens fünf Zentimeter lange Stecknadel entdeckt", berichtet Charleen Tönjes, Sprecherin der Polizeiinspektion Rotenburg. Sie geht davon aus, dass die an Halloween verteilte Süßigkeit mit Absicht mit der Nadel gespickt worden sei. Die Polizei ermittelt.
In Celle entdeckte ein 45 Jahre alter Mann ebenfalls eine Nadel in einem Schokoriegel aus einer Halloween-Sammlung. Er blieb unverletzt.
In Hamburg ist ein Fall bekannt geworden, bei dem ein Kind zu Halloween eine manipulierte Süßigkeit bekommen hat. Der Schokoriegel habe eine Nadel enthalten, teilte die Polizei mit.
In Hameln hat sich ein Kind (11) durch eine Nadel in einem Schokoriegel leicht am Finger verletzt. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben auch in zwei weiteren Fällen im Landkreis Hameln-Pyrmont und im Landkreis Holzminden wegen versuchter und vollendeter Körperverletzung.
In Hannover fand ein neunjähriges Mädchen, das mit seinen Erziehungsberechtigten von Haus zu Haus gezogen war, in drei einzeln verpackten Süßigkeiten jeweils eine Nähnadel. Wie die Polizei weiter mitteilte, handelte es sich um einen Schokoriegel und zwei Kaubonbons. Das Kind blieb unverletzt.
In Bremen entdeckte eine Mutter, die mit ihren Kindern an Halloween unterwegs war, am Abend einen Schokoriegel mit einem Nagel und informierte die Polizei. Verletzt wurde niemand.
In Salzgitter schilderte eine Frau der Polizei, dass sie in einem Schokoriegel eine Nadel gefunden habe. Demnach hatten ihre Kinder die Süßigkeit zu Halloween geschenkt bekommen. In allen Fällen ermitteln die Beamten wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.
In Gräfelfing in Bayern hat ein Neunjähriger in ein mit einer Nadel versehenes Kaubonbon gebissen. Der Junge habe die Süßigkeit sofort wieder ausgespuckt und sei unverletzt geblieben, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen laufen.
Was können Eltern tun, wenn das Kind eine Nadel verschluckt hat?
Spitze oder scharfe Gegenstände können beim Verschlucken schwere innere Verletzungen verursachen, etwa Verletzungen der Speiseröhre, des Magens oder des Darms - das kann schnell zu akuter Lebensgefahr führen.
Besteht der Verdacht, dass ein Kind etwa eine Nähnadel verschluckt hat, sollten Eltern sofort ärztliche Hilfe suchen. Das rät etwa die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder".
Wer und was steckt dahinter?
Bislang weiß man wenig über die Hintergründe. Vielerorts geht die Polizei davon aus, dass die Nadeln absichtlich in die Süßigkeiten gesteckt wurden. Wer dahintersteckt und aus welchem Motiv, ist offen. Ebenso ist völlig unklar, ob ein Zusammenhang zwischen den Funden in den verschiedenen Regionen Deutschlands besteht.
Gab es solche Fälle schon früher?
Ja. Auch in den vergangenen Jahren wurden in Deutschland Metallgegenstände in Halloween-Süßigkeiten gefunden. Die aktuelle Häufung von Fällen im Bundesgebiet ist aber sehr auffällig. Inwieweit etwa ein Trend in sozialen Medien dahinterstehen könnte, ist noch völlig unklar.
Was unternimmt die Stader Polizei?
Die Stader Polizei mahnt jetzt, Halloween-Süßigkeiten vor dem Verzehr auf mögliche Beschädigungen der Verpackung oder Fremdkörper zu überprüfen. Wer verdächtige Süßigkeiten entdeckt, sollte diese samt Verpackung aufbewahren und wird gebeten, den Vorfall bei der jeweiligen Polizeiwache im Landkreis Stade zu melden.
Die Polizei ermittelt im Stader Fall wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, so Daniel Kraus. Keine einfache Aufgabe: Wer an zahlreichen Haustüren klingelt, weiß später häufig nicht mehr, woher welcher Riegel stammt. Für die Ermittlungen können aber Hinweise der Familien und Spuren an Süßigkeit, Verpackung und Fremdkörper wichtig sein. (fe/tip/dpa)
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