Gemeinsam in die Zukunft: Spatenstich für neues Zentrum in Hemmoor
Drei Kirchengemeinden - ein Begegnungszentrum: Mitten in Hemmoor soll es einen neuen Treffpunkt geben. Was steckt dahinter?
Glaube lebt von Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft werden die Mitglieder der Kirchengemeinden Basbeck, Osten und Warstade auf eine neue Weise erleben können: Am Freitag gab es den ersten Spatenstich für den Bau eines gemeinsamen Gemeindezentrums mitten in der Stadt Hemmoor. Es ist auch ein finanzieller Kraftakt: Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1,8 Millionen Euro.
Zentraler geht es eigentlich nicht: Direkt an der Ecke Otto-Peschel-Straße/Ziegeleiweg - zwischen einem Seniorenheim und dem Fachmarkt- und Discountergelände - wird in den nächsten Monaten auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Areal das Gebäude hochgezogen. Nach Angaben der Kirche handelt es sich um eine zweigeschossige Holzrahmenbauweise. Vorgesehen sind eine Nutzfläche von 250 Quadratmetern im Erd- und weitere 215 Quadratmeter im Obergeschoss.
Nach neun Monaten soll alles fertig sein
Unten soll es - neben den sanitären Anlagen - unter anderem einen Gemeinschaftsraum für Versammlungen geben, der auch abgetrennt werden kann. Zudem sind dort eine Küche und das Gemeindebüro vorgesehen. Ins Obergeschoss gelangt man über eine Treppe oder einen Aufzug. Dort gibt es ein Büro für die beiden Pastoren, für den Popkantor und für den Diakon, aber auch einen Jugendbereich.
Mitte Mai sollen alle Erdarbeiten beendet sein, bevor die Platte geschüttet werden kann. In dem Fall könnten in den ersten beiden Juni-Wochen die Wände stehen und das Richtfest folgen. Es ist von einer Bauzeit von neun Monaten die Rede, bevor es mit der Gemeindearbeit losgehen kann.
Finanzierung auch durch Immobilienverkauf
Finanziert wird das Projekt nach Angaben der Superintendentin Kerstin Tiemann durch Mittel der Landeskirche, des Kirchenkreises und auch durch den Verkauf der Pfarr- und Gemeindehäuser in Warstade, Basbeck und Osten. Ausdrücklich bedankte sie sich bei allen an der Planung beteiligten Menschen - ob im ehren- oder im hauptamtlichen Bereich. In den Dank schloss sie auch die Stadt Hemmoor ein, die sehr kooperativ gewesen sei. Die Hemmoorer Bürgermeisterin Sabine Wist erhofft sich von diesem Bauvorhaben einen "Ort des gelebten Gemeinsinns, der Begegnung und des Miteinanders". Wist: "Zusammenhalt ist in diesen Zeiten wichtiger denn je."
Darauf ging auch die Superintendentin ein und bekräftigte, dass es sicherlich nicht leicht gewesen sei, in den drei Kirchengemeinden für eine Zäsur zu sorgen und sich neu zu orientieren: "Der Abschied von einer bestimmten Art der Gemeindearbeit, wie sie lange Zeit war, fällt natürlich nicht leicht." Doch mit dem symbolischen Spatenstich sei auch eine Art Aufbruchstimmung für etwas Neues verbunden. "Es geht ja nicht in erster Linie um ein funktionales Gebäude, sondern es soll ein Haus der Begegnung werden. Ein Haus der Gemeinde - getragen von dem Glauben und der Bereitschaft, füreinander da zu sein." Tiemann ist sich sicher: "Hier wird Gemeinschaft erfahrbar werden."
