"Mein Traumberuf" - Michael Geyer ist Obertierpfleger im Waldzoo Wingst
Michael Geyer lebt seinen Traum als Obertierpfleger im Waldzoo Wingst. Mit Herz und Hingabe kümmert er sich um die Tiere und sein Team. Sein Engagement reicht bis in den privaten Bereich, wo Tiere ebenfalls eine zentrale Rolle spielen.
Sein Herz schlägt für Tiere. Schon solange er denken kann. Michael Geyer (33) ist Obertierpfleger im Waldzoo in der Wingst. "Das war schon immer mein Traumjob. Ich wüsste gar nicht, ob ich etwas anderes machen könnte", schmunzelt er.
Aufgewachsen ist er in Altenbruch, heute ist er in der Wingst zu Hause. So ist er ganz nah an seinem Arbeitsplatz, der für ihn weitaus mehr bedeutet - nicht nur wegen der Tiere, sondern auch wegen der Kolleginnen und Kollegen. Mit ihm besteht das Team aus sechs Gesellen und drei Azubis. Die Stimmung sei gegenwärtig ausgesprochen harmonisch, freut er sich: "Alle sind superlieb. Wir verstehen uns hier eher als Familie, denn als Team." Mit Stolz und Zufriedenheit blickt der Oberpfleger auf die Kräfte und betont: "Wir arbeiten hier alle sehr hart und nehmen Rücksicht aufeinander." Einen guten, respektvollen Umgang miteinander hält der empathische Mann für wichtig: "Wenn alle auf der Arbeit zufrieden sind, dann bin ich es auch."
In der Wingst die Ausbildung absolviert
Michael Geyer ist ein Eigengewächs, er kennt den kleinen Zoo von der Pike auf. Im August 2010 begann er dort seine dreijährige Ausbildung zum Tierpfleger. Anschließend ging er für ein halbes Jahr in einen Vogelpark in Hessen, bevor er im November 2013 in die Wingst zurückkehrte. In verantwortlicher Funktion hat er jetzt mehr mit Dienstplänen, Verwaltung oder Bestellungen zu tun als mit tierpflegerischen Aufgaben. Er grinst: "Ich habe mich da ganz gut reingefuchst." Ein sichtbar gutes Verhältnis pflegt er auch zu seinem direkten Vorgesetzten. Den Zoochef Dr. Pierre Grothmann vertritt er bei dessen Abwesenheit.
Auch privat ist ein Leben ohne Tiere undenkbar. Er und sein Freund halten vier Pferde, einen Hund, eine Katze und ein paar Hühner für den Eigenbedarf. Ab und an ziehen sie auch Masthähnchen und Gänse groß, die sie selbst schlachten. "Wir wissen gern, wo das Fleisch herkommt, das wir essen." Auch den Honig müssen sie nicht im Supermarkt kaufen, denn sein Freund ist Imker und betreut acht Völker.
Michael Geyer ist ein Familienmensch und seine Augen leuchten bei Erwähnung seiner in Hamburg lebenden Schwester, die ihn demnächst zum Onkel macht. Was das Leben mit einem Säugling bedeutet, kennt er übrigens aus eigener Erfahrung. Zwei von ihrer Mutter verstoßenen Schopfmangaben-Babys zog er von Hand auf. Um Motte kümmerte er sich gemeinsam mit Tierpflegerkollegin Sendy, bei Maggie stand er schließlich allein in Verantwortung und erinnert sich: "Das war meine aufregendste Zeit im Zoo, aber auch meine anstrengendste." Als Affen-Ziehvater war Michi 2018 bei Fernsehen und Presse gefragt. Es hat sich gelohnt. Sein Tag- und Nacht-Einsatz um den Winzling war von Erfolg gekrönt und sorgte dafür, dass das Affenbaby gut groß werden konnte. So hatte Maggie nicht nur eine Überlebenschance, sondern konnte wieder in die Familie integriert werden. Dadurch führt die Schopfmangabe heute kein vermenschlichtes Dasein, sondern ein richtiges Affenleben. "Ich bin glücklich, dass sie schon ihr zweites Jungtier selber aufzieht."
