Versiegelt ist das Gebäude einer Jugendeinrichtung. In der Einrichtung waren mehrere Menschen durch Schüsse gestorben. Foto: Hüneke/dpa
Versiegelt ist das Gebäude einer Jugendeinrichtung. In der Einrichtung waren mehrere Menschen durch Schüsse gestorben. Foto: Hüneke/dpa
Ermittlungen dauern an

Gewalttat in Stade: Mutter und Patentante rücken in den Blick der Ermittler

05.07.2026

Nach den tödlichen Schüsse in der Jugendhilfeeinrichtung in Stade dauern die Ermittlungen weiter an. Das Umfeld des mutmaßlichen Täters rückt dabei in den Fokus.

Nach der Gewalttat mit sechs Toten in der Jugendhilfeeinrichtung in Stade dauern die Ermittlungen weiter an. In welcher Verbindung stehen die 34 Jahre alte Kindsmutter und die 65-jährige Fahrerin des Fluchtwagens zu den tödlichen Schüssen in der Dankersstraße?

Noch am Donnerstag sagte die Staatsanwaltschaft dem Tageblatt, dass "kein dringender Tatverdacht aufgrund der Aktenlage" angenommen werden könne. Deshalb kamen die beiden Frauen bislang nicht in Untersuchungshaft. Im Hintergrund dauerten die Ermittlungen weiter an.

Wie "Bild" mit einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Stade am Freitag berichtet, richten sich die Mordermittlungen weiterhin auch gegen die Mutter und die sogenannte Patentante. Die 65-Jährige soll auch das Fluchtfahrzeug gefahren haben. "Das Ermittlungsverfahren wird gegen alle drei Tatverdächtigen wegen des Tatvorwurfs des Mordes geführt", bestätigte die Staatsanwaltschaft der "Bild". Die Polizei befragte beide bereits nach der Tat.

Beihilfe zum Mord?

Ob und welcher Tatvorwurf angeklagt werde, könne erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden werden. Damit könnten die beiden Frauen im schlimmsten Falle wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werden.

Gegen den mutmaßlichen Schützen wurde, wie berichtet, bereits Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf lautet: sechsfacher Mord. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass das Motiv für die tödlichen Schüsse ein Sorgerechtsstreit ist. In der Jugendhilfeeinrichtung in Stade waren die drei Monate alte Tochter des 45-Jährigen sowie die Kindsmutter untergebracht.

Fluchtauto auf B73 gestoppt

Nach der Gewalttat in der Jugendeinrichtung in Stade, bei der sechs Menschen erschossen wurden, flüchtete der mutmaßliche Schütze nach Ermittlerangaben in einem Auto, das die 65 Jahre alte Frau fuhr. Tageblatt-Informationen zufolge soll der Schütze nach der Tat noch seelenruhig eine Zigarette geraucht haben, eher er ins Fluchtauto stieg.

Beamte schossen auf die Reifen des Wagens und stoppten ihn wenig später an der B73 in Stade-Haddorf. Sie nahmen die Insassen fest. Der genaue Tatablauf, ist bislang unklar. (bat/bv/dpa)

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