Unbeschädigtes Wahlplakat des Direktkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl, Christopher Jesse. Foto: Rohde
Unbeschädigtes Wahlplakat des Direktkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl, Christopher Jesse. Foto: Rohde
Bundestagswahlkampf

Wahlplakate unter Beschuss: Grüne wehren sich gegen Sachbeschädigungen

von Redaktion | 14.01.2025

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen klagt über zahlreiche Sachbeschädigungen an Wahlplakaten in den vergangenen Tagen. Jetzt will er sich dagegen zur Wehr setzen. "Wir nehmen das nicht mehr hin", so Vorstandssprecher Ralf Faber.

Kaum ist der Bundestagswahlkampf so richtig gestartet, beklagen die Grünen zahlreiche Sachbeschädigungen sowie Anfeindungen. "In den vergangenen Tagen kam es wiederholt zu Beschädigungen unserer Wahlplakate, mutwilligen Zerstörungen und Anfeindungen gegen unsere ehrenamtlichen Mitglieder", sagt Vorstandssprecher Ralf Faber von Bündnis 90/Die Grünen Cuxhaven.

"Demokratie lebt vom offenen Dialog, von Respekt und am Ende auch vom Wettstreit um die bessere Idee. Wer Plakate zerstört, beleidigt oder pöbelt, greift nicht nur einzelne Parteien an, sondern beschädigt unsere Demokratie insgesamt", betont Faber.

Dass das politische Klima rauer geworden ist, ist den Grünen spätestens seit der letzten Bundestagswahl bewusst. Die Hemmschwelle, anderen Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen mit Hass zu begegnen, scheint weiter zu sinken. Dies zeigt sich nicht nur in Sachbeschädigungen, sondern auch in aggressiven Reaktionen auf der Straße.

"Wir stehen für einen fairen und respektvollen Wahlkampf. Wir können und dürfen uns nicht von Gewalt, Drohungen und Einschüchterungen leiten lassen", sagt Direktkandidat Christopher Jesse. "Wir Grüne setzen uns für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein, in der Meinungsfreiheit und politische Teilhabe geschützt sind. Zerstörungen und Anfeindungen sind keine Meinungsfreiheit und zeigen, wie wenig manche andere Meinungen aushalten können", so Jesse weiter.

Ralf Faber betont: "Wir stehen in einem sehr guten Austausch mit dem Präventionsteam der Polizei in Cuxhaven und haben unseren Ortsverbänden eindringlich geraten, jeden Vorgang zur Anzeige zu bringen und strafverfolgen zu lassen. Wir nehmen das nicht mehr hin." Auch in vorherigen Wahlkämpfen habe man bereits einige Anzeigen geschrieben, man sei nun aber deutlich konsequenter geworden.

Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, bestätigt die Taten. Unter anderem Fälle in Hagen und Geestland seien in den vergangenen beiden Tagen angezeigt worden. Anhaltspunkte zur Aufklärung hat die Polizei noch nicht. Sollten Täter oder Täterinnen ausfindig gemacht werden, müssen sie laut Hertz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Das steht nämlich auf einer Sachbeschädigung, worum es sich rechtlich gesehen bei den beschädigten Wahlplakaten handelt - im Übrigen auch, wenn Plakate mit Graffiti oder ähnlichem beschmiert werden.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Redaktion
Redaktion

Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung
Tel.: 04721 585 360

redaktion@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Hilfe für Bedürftige

Zum sechsten Mal: Lions Club Cuxhaven unterstützt Hanseatic Help beim Deichbrand

von Redaktion

Beim Deichbrand Festival 2026 sammelten die Lions Club Mitglieder Cuxhaven erneut mit Hanseatic Help Campingausrüstung für Bedürftige. "Nach Sommer kommt kalt" zeigt, wie Festivalspenden Menschen in Not helfen können.

Belastungslimit von Rettungskräften

Nach Bränden in Hemmoor, Hadeln, Lamstedt: So auslaugend ist der Einsatz im Sommer

Nicht nur psychisch wird unseren Freunden und Helfern einiges abverlangt. Auch physisch geraten Rettungskräfte an Hitzetagen an ihre Grenzen. Die isolierende Schutzschicht hält Wärme nicht nur fern, sondern auch gefangen.

Unrat in Waldgebiet

Illegale Abfallentsorgung im Drangstedter Forst: Zeugen gesucht

Am Montag entsorgten unbekannte Umweltfrevel ihre Bauabfälle in der Natur des Drangstedter Forst, nahe dem evangelischen Bildungszentrum. Nach dem Fund bittet die Polizei mögliche Zeugen aus der Umgebung um Hinweise.

Tod in JVA wirft Fragen auf

Mutmaßlicher Sechsfach-Mörder von Stade: Auflagen vor Tod in Zelle gelockert

Der Tod eines mutmaßlichen Mörders aus Stade in der JVA Bremervörde wirft Fragen auf. Im Mittelpunkt stehen gelockerte Haftbedingungen, nachdem der 45-Jährige leblos in seiner Zelle gefunden wurde. Das Justizministerium steht vor heiklen Fragen.