Im Hemmoorer Rathaus laufen die Fäden bei der Antragstellung für zwei Förderprogramme zusammen. Fotos: Schröder
Im Hemmoorer Rathaus laufen die Fäden bei der Antragstellung für zwei Förderprogramme zusammen. Fotos: Schröder
Programme und Projekte

Ohne Fördermittel kaum Spielraum: Hemmoor kämpft um Millionen für Stadtentwicklung

von Egbert Schröder | 06.01.2026

Ohne Fördermittel können viele Kommunen in Zeiten leerer Kassen keine größeren Projekte umsetzen. So auch in Hemmoor. Daher überrascht es nicht, dass die Stadt zweigleisig fährt und auch den Schulterschluss mit der Gemeinde Lamstedt sucht.

Ein Solo legt die Stadt bei dem Städtebauförderungsprogramm "Lebendige Zentren" hin. Dort war bereits zum 1. Juni vergangenen Jahres ein Antrag eingereicht worden, um Bestandteil der Förderkulisse zu werden. Wesentliche Grundlagen für die Antragstellung waren unter anderem die Arbeiten für das "Integrierte städtebauliche  Entwicklungskonzept" und eine sogenannte "Vorbereitende Untersuchung" des Zentrums, denn genau dort befindet sich das Zielgebiet.

Der Antrag liegt zwar vor, aber er befindet sich noch in der Bearbeitung. Die Konkurrenz anderer Kommunen ist groß. Wann und ob es eine Zu- oder Absage gibt, kann man nicht absehen. Für den Fall, dass es in diesem Jahr nicht klappen sollte, fasste der Rat vorsorglich den Beschluss, es erneut zu versuchen.

Dass es Handlungsbedarf gibt, der auch in den Förderrahmen passt, ist für den Hemmoorer Verwaltungschef Jan Tiedemann klar. So würden sich im möglichen Kerngebiet (insbesondere im Bereich des Rathauses, des Ärztehauses, im Zentrum sowie in der Bahnhofstraße) mehrere Maßnahmen anbieten.

Gerade bei der Mobilität und der Barrierefreiheit könnte und müsste man ansetzen. Aber auch das Heidestrandbad-Areal (mit ökologischen Maßnahmen) sowie die mögliche Erweiterung des "Alten Postamtes", wo die Musik- und Volkshochschule untergebracht sind, um eine Bibliothek würden sich anbieten. Es geht jedoch  nicht nur um öffentliche Projekte, sondern vielmehr auch um Maßnahmen privater Hauseigentümer, für die es auch eine Förderung geben könnte. "Könnte", denn dafür müsste Hemmoor erst einmal den Zuschlag für die Aufnahme in das Programm erhalten.

"Dorfregion" ist ein weiteres Ziel

Noch in den Anfängen steckt ein gemeindeübergreifendes Vorhaben. Gemeinsam mit der Gemeinde Lamstedt möchte die Stadt Hemmoor vom Dorfentwicklungsprogramm profitieren. Dabei geht es um die Stadtteile Basbeck und Heeßel sowie mehrere Ortsteile in Lamstedt (unter anderem der Ortskern sowie Hackemühlen und Wohlenbeck).

Welche Wirkung eine solche Kooperation entfalten kann, zeigte sich vor Jahren bei der kreisübergreifenden Antragstellung von Hechthausen und Burweg. Auf beiden Seiten der Oste sind nach der Anerkennung als "Dorfregion" Millionen-Beträge in Projekte geflossen. Dabei wurden 90 Prozent der öffentlichen Maßnahmen gefördert. Auf einen derart hohen Fördersatz wird man in Lamstedt und Hemmoor aber mittlerweile nicht mehr hoffen können.

Bevölkerung soll sich einbringen

Um Projekte zu entwickeln und eine überzeugende Bewerbung einzureichen, ist ein Planungsbüro notwendig, das den ganzen Prozess koordiniert. Die Kosten teilen sich die beiden Kommunen hälftig. In Hemmoor ist bereits ein Votum zur Beauftragung eines Büros aus Hannover abgegeben worden; in Lamstedt steht ein solcher Beschluss kurz bevor.

Eine der vordringlichen Aufgaben wird für die Experten die Einbindung der Bevölkerung sein. Dies geschieht über Info-Veranstaltungen, aber auch durch die Gründung von Arbeitsgruppen, in denen die Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen einbringen können und sollen.

Gelingt es dem Lamstedter Rat und der Verwaltung, gemeinsam mit Hemmoor ials "Dorfregion" anerkannt zu werden?

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