"Moderne Einsatzbereitschaft: Die Freiwilligen Feuerwehren Althremmoor und Westesode haben mit der Bezeichnung Hemmoor West schon mal ein deutliches Fusionszeichen an ihr neues Feuerwehrhaus gesetzt. Foto; Kramp
"Moderne Einsatzbereitschaft: Die Freiwilligen Feuerwehren Althremmoor und Westesode haben mit der Bezeichnung Hemmoor West schon mal ein deutliches Fusionszeichen an ihr neues Feuerwehrhaus gesetzt. Foto; Kramp
Einweihungsfeier

Fusion in der Luft: "Hemmoor West" prangt schon am neuen Feuerwehrhaus

von Wiebke Kramp | 22.08.2026

Der Neubau in Hemmoor West vereint die Feuerwehren Althemmoor und Westersode unter einem Dach. Mit modernem Design und strategischem Standort setzt er ein Zeichen für die Zukunft des Brandschutzes in der Region - und bietet Platz für die Drehleiter.

Das ist ein mehr als deutliches Vorzeichen einer Fusion: Der Name "Freiwillige Feuerwehr Hemmoor West" prangt bereits in roten Riesenlettern an dem Neubau. Darunter ist an dem Gebäude zu lesen, dass hier die beiden Feuerwehren Althemmoor und Westersode eine neue, gemeinsame Heimat bezogen haben und Mut zu Veränderung beweisen. Das neue Gerätehaus vereint Funktionalität, Modernität und Zukunftsweisung.

Die Einweihungsfeier am 21. August 2026 inklusive Segnung durch Pastorin Wüstenfeld fand am Freitagnachmittag statt. Den beiden Ortsbrandmeistern Sönke Steffens (Althemmoor) und Stefan Ahlf (Westersode) war die Zufriedenheit anzumerken. "Nach fast drei Jahren Bauzeit können wir jetzt ein schönes und funktionelles Gebäude mit Leben füllen."

Dieses 5,15-Millionen-Projekt der Samtgemeinde verfügt über sechs Fahrzeugstellplätze. Im Gebäude bietet das Erdgeschoss 1100 Quadratmeter Fläche und 1350 Quadratmeter im Obergeschoss.

Alte Gebäude entsprachen nicht Anforderungen

Die Einweihung ist eine der letzten großen Amtshandlungen des scheidenden Samtgemeindebürgermeisters Jan Tiedemann - und eine ausgesprochen schöne, wie er betonte. Tiedemann erläuterte bei der Feier, dass die alten Gebäude der Freiwilligen Feuerwehren in Althemmoor und Westersode nicht mehr den Anforderungen von Wehren und vor allem den hohen Standards der Unfallkasse gewachsen waren. So musste ein Neubau geplant werden - von vornherein hatte festgestanden, dass beide Wehren mit einem gemeinsamen Bau einverstanden seien. Auf halber Strecke zwischen beiden Standorten fand man das entsprechende Grundstück an der Dorfstraße gegenüber dem Raiffeisenmarkt: "Ein Glücksgriff, fast in der Mitte zwischen beiden Standorten", so Tiedemann.

Von der Planung bis zum Bezug sollte es dann doch noch dauern. Erstmals festgeschrieben wurde der Neubau 2019 im Feuerwehrbedarfsplan. Im Dezember 2020 erfolgte der Beschluss, einen Neubau mit vier großen und zwei kleineren Stellplätzen zu errichten. Mitte Juni 2021 erging der Auftrag ans Planungsbüro Kayser, das im November drei verschiedene Modelle präsentierte. Schnell kam es zur Einigung. Jan Tiedemann lobte die professionelle Arbeit der Planer und die ebenso tolle Zusammenarbeit von Feuerwehren und Verwaltung. Im Frühjahr 2023 begannen die Erdarbeiten, die wegen des stark nach hinten abfallenden Geländes nicht einfach waren.

In diesem Zuge entstand auch ein Regenrückhaltebecken, das auch der Entwässerung der Anlieger an der Dorfstraße dient. Ein weiterer Meilenstein war die Grundsteinlegung am 10. Juni 2024. Tiedemann lobt: "Jetzt haben wir ein modernes Feuerwehrgerätehaus mit ausreichend Platz für die Zukunft. So findet eine der beiden neuen Drehleitern im Landkreis Platz in diesem Neubau: "Der Standort ist geografisch gut und auch wegen der Stärke der Wehren - so ist eine Ausrückung 24/7 gewährleistet."

Viel Platz für die Jugendfeuerwehr

Architekt Florian Kayser betonte bei der Einweihung die Wichtigkeit des funktionalen Anspruchs: Es gelte das Rein-/Raus-Prinzip, um effektiv und schnell zu sein. Als besonders schön bezeichnete der Planer den "Riesenbereich" für die Jugendfeuerwehr im oberen Bereich: "Sie haben dort Platz, aneinander zu wachsen."

Richard Schütt, stellvertretender Landrat, lobte die Zusammenarbeit beider Wehren als richtige Haltung: "Bewegt euch, sonst werdet ihr bewegt." Brandschutzabschnittsleiter Meik Kramer war voll des Lobes: "Was hier heute passiert, ist ein Vorbild für den gesamten Landkreis. Das hat es so noch gegeben. Ich ziehe den Hut." Bürgermeisterin Sabine Wist meinte zu den beiden Wehren unter einem Dach: "Was zusammengehört, hat nun die Chance, zusammenzuwachsen."

Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann (r.) mit dem Architekten Kayser bei der Schlüsselübergabe an die beiden Ortsbrandmeister. Foto: Kramp
Die Mitglieder beider Ortswehren haben schon im Umkleideraum ihre Spinde nebeneinander.Foto: Kramp
Die Ortsbrandmeister Stefan Ahlf (Althemmoor) und und Sönke Steffens (Westersode) mit dem Chip, der ihnen im neuen Gebäude die Türen öffnet. Foto: Kramp

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