In der Mühlenbergerstraße in Hemmoor-Basbeck brannten in der Nacht zum 3. August ein Carport und ein Auto. Das Feuer griff auf ein Zweifamilienhaus über. Foto: Lange
In der Mühlenbergerstraße in Hemmoor-Basbeck brannten in der Nacht zum 3. August ein Carport und ein Auto. Das Feuer griff auf ein Zweifamilienhaus über. Foto: Lange
Chronologie

Immer wieder Feuer in Hemmoor: So entwickelte sich die Serie von Brandstiftungen

von Christian Mangels | 21.08.2026

Immer wieder brennt es in Hemmoor, teils nur Stunden voneinander entfernt. Die Polizei spricht inzwischen von einer Tatserie von Brandstiftungen. Unsere Redaktion dokumentiert die bekannten Fälle und zeichnet die Entwicklung seit November 2025 nach.

Die Brandserie in Hemmoor beschäftigt Polizei, Feuerwehr und Bevölkerung seit Monaten. Seit Anfang März wurden in der Stadt rund zehn Brandereignisse bekannt, bei mehreren geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Nach den jüngsten Feuern Mitte August spricht die Polizei inzwischen in der Gesamtschau ausdrücklich von einer "Tatserie von Brandstiftungen" - welche einzelnen Fälle ihr zuzurechnen sind, wird jedoch weiterhin geprüft.

Die Ermittler haben dabei auch drei Brände in Hechthausen zwischen November 2025 und Januar 2026 in den Blick genommen. Bereits Anfang August bestätigte die Polizei, dass mögliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Brandereignissen untersucht werden.

Wir dokumentieren die Brände in chronologischer Reihenfolge:

  • 26. November 2025 - Hechthausen-Bornberg, Am Denkmal: Gelagertes Feuerholz in einer Gitterbox gerät in Brand, auch ein Carport wird beschädigt. Ein technischer Defekt und eine Selbstentzündung werden ausgeschlossen.
Hechthausen-Bornberg: Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen die Flammen bereits aus dem Dach des Carports. Foto: Jürgen Lange
Das Feuer hatte bereits auf neben dem brennenden Gartenhaus stehendes Schilf und eine Hecke übergegriffen. Foto: Lange
Unter Atemschutz führten zwei Feuerwehrleute einen Löschangriff aus einem wasserführenden Fahrzeug auf die noch brennende Mülltonne aus. Foto: Lange
  • 2. August 2026, gegen 15 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Fährstraße: Auf einem Lagerplatz stehen mehrere hundert Stackbuschballen und gelagerte Baumstämme in Vollbrand. Rund 90 Einsatzkräfte kämpfen mehrere Stunden gegen das Feuer.

  • 2. August 2026, gegen 16.15 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Backsteinweg: Noch während des Großeinsatzes an der Fährstraße brennt im Backsteinweg ein Heu-Rundballen. Die Feuerwehr muss damit nahezu zeitgleich einen zweiten Brand bekämpfen.
  • 2. August 2026, gegen 23.30 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Hollenworther Straße: Ein reetgedeckter Schuppen gerät in Brand. Die Einsatzkräfte verhindern, dass die Flammen auf das benachbarte Wohnhaus übergreifen.
Flammen schlagen am 2. August aus dem Reetdach-Schuppen an der Hollenworther Straße in Hemmoor-Basbeck. Rund 90 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. Foto: Lange
  • 3. August 2026, gegen 3.40 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Mühlenbergstraße: Ein Carport und ein Auto brennen, anschließend greifen die Flammen auf den Dachstuhl eines Zweifamilienhauses über. Eine Frau kommt ins Krankenhaus.
  • 14. August 2026, gegen 22.40 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Hollenworther Straße: Eine hohe Hecke direkt neben einem Wohnhaus und einem Carport brennt, die Flammen reichen bis in einen Eichbaum. Anwohner verhindern gemeinsam mit der Feuerwehr ein Übergreifen; Zeugen berichten von einer weglaufenden Person, Feuerwehrleute beobachten zudem eine Drohne über dem Brandort. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung.
Feuerwehrleute löschten brennende Stackbuschballen auf einem Lagerplatz an der Fährstraße in Hemmoor-Basbeck. Foto: Jürgen Lange
  • 15. August 2026, gegen 2.40 Uhr - Hemmoor-Warstade, Industriestraße/B 495: Rund vier Stunden später brennt ein großer Werbebanner einer Partei an einem Bauzaun, auch die Grasfläche darunter fängt Feuer. Die Feuerwehr verhindert eine weitere Ausbreitung; auch hier besteht der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung.

Die vier Brände am 2. und 3. August markierten den Höhepunkt der Serie: Mehr als 100 Feuerwehrleute waren bei diesen Einsätzen zeitweise gefordert, die Schäden wurden insgesamt auf rund 230.000 Euro beziffert.

Ob ein einzelner Täter, mehrere Täter oder eine Tätergruppe für die Ereignisse verantwortlich sind, ist weiterhin offen. Fest steht bislang nur: Die Polizei bewertet die Häufung inzwischen in ihrer Gesamtheit als Tatserie von Brandstiftungen - die genaue Zuordnung der einzelnen Feuer ist Teil der laufenden Ermittlungen.

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Christian Mangels

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