Immer wieder Feuer in Hemmoor: So entwickelte sich die Serie von Brandstiftungen
Immer wieder brennt es in Hemmoor, teils nur Stunden voneinander entfernt. Die Polizei spricht inzwischen von einer Tatserie von Brandstiftungen. Unsere Redaktion dokumentiert die bekannten Fälle und zeichnet die Entwicklung seit November 2025 nach.
Die Brandserie in Hemmoor beschäftigt Polizei, Feuerwehr und Bevölkerung seit Monaten. Seit Anfang März wurden in der Stadt rund zehn Brandereignisse bekannt, bei mehreren geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Nach den jüngsten Feuern Mitte August spricht die Polizei inzwischen in der Gesamtschau ausdrücklich von einer "Tatserie von Brandstiftungen" - welche einzelnen Fälle ihr zuzurechnen sind, wird jedoch weiterhin geprüft.
Die Ermittler haben dabei auch drei Brände in Hechthausen zwischen November 2025 und Januar 2026 in den Blick genommen. Bereits Anfang August bestätigte die Polizei, dass mögliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Brandereignissen untersucht werden.
Wir dokumentieren die Brände in chronologischer Reihenfolge:
- 26. November 2025 - Hechthausen-Bornberg, Am Denkmal: Gelagertes Feuerholz in einer Gitterbox gerät in Brand, auch ein Carport wird beschädigt. Ein technischer Defekt und eine Selbstentzündung werden ausgeschlossen.

- 23. Dezember 2025 - Hechthausen, Wischer Straße: Vor einer Garage gelagertes Brennholz brennt. Anschließend geraten auch Gegenstände in der Garage in Brand.
- 23. Januar 2026 - Hechthausen, Im Harder: Eine Dixi-Toilette steht in Flammen. Das Feuer beschädigt außerdem eine Hecke und einen Baum.
- 2. März 2026 - Hemmoor-Westersode: Ein Gartenhaus brennt. Der Fall wird später in die Ermittlungen zu möglichen Zusammenhängen mit weiteren Bränden einbezogen.

- 25. Mai 2026 - Hemmoor-Basbeck, Osteblick: An einem Feuerholzunterstand bricht ein Feuer aus. Auch dieser Brand wird von der Polizei bei der Prüfung möglicher Zusammenhänge berücksichtigt.
- 30. Mai 2026 - Hemmoor-Basbeck, Hollenworther Straße: Zunächst brennt eine Papiermülltonne, anschließend geraten zwei Autos in Brand. Die Polizei geht von möglicher Brandstiftung aus.
- 20. Juni 2026 - Hemmoor: Hinter einem Futtermarkt brennt ein Müllcontainer. Nur wenige Minuten später wird ein weiterer Brand gemeldet.
- 20. Juni 2026 - Hemmoor: Bei dem zweiten Feuer steht ein Altpapiercontainer an einem Einkaufszentrum in Flammen. Die beiden Containerbrände ereignen sich innerhalb weniger Minuten.
- 16. Juli 2026 - Hemmoor-Warstade, Ahornweg: Unmittelbar an einem Wohnhaus brennt nachts eine Bio-Mülltonne. Vorsatz wird nicht ausgeschlossen.

2. August 2026, gegen 15 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Fährstraße: Auf einem Lagerplatz stehen mehrere hundert Stackbuschballen und gelagerte Baumstämme in Vollbrand. Rund 90 Einsatzkräfte kämpfen mehrere Stunden gegen das Feuer.
- 2. August 2026, gegen 16.15 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Backsteinweg: Noch während des Großeinsatzes an der Fährstraße brennt im Backsteinweg ein Heu-Rundballen. Die Feuerwehr muss damit nahezu zeitgleich einen zweiten Brand bekämpfen.
- 2. August 2026, gegen 23.30 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Hollenworther Straße: Ein reetgedeckter Schuppen gerät in Brand. Die Einsatzkräfte verhindern, dass die Flammen auf das benachbarte Wohnhaus übergreifen.

- 3. August 2026, gegen 3.40 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Mühlenbergstraße: Ein Carport und ein Auto brennen, anschließend greifen die Flammen auf den Dachstuhl eines Zweifamilienhauses über. Eine Frau kommt ins Krankenhaus.
- 14. August 2026, gegen 22.40 Uhr - Hemmoor-Basbeck, Hollenworther Straße: Eine hohe Hecke direkt neben einem Wohnhaus und einem Carport brennt, die Flammen reichen bis in einen Eichbaum. Anwohner verhindern gemeinsam mit der Feuerwehr ein Übergreifen; Zeugen berichten von einer weglaufenden Person, Feuerwehrleute beobachten zudem eine Drohne über dem Brandort. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung.

- 15. August 2026, gegen 2.40 Uhr - Hemmoor-Warstade, Industriestraße/B 495: Rund vier Stunden später brennt ein großer Werbebanner einer Partei an einem Bauzaun, auch die Grasfläche darunter fängt Feuer. Die Feuerwehr verhindert eine weitere Ausbreitung; auch hier besteht der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung.
Die vier Brände am 2. und 3. August markierten den Höhepunkt der Serie: Mehr als 100 Feuerwehrleute waren bei diesen Einsätzen zeitweise gefordert, die Schäden wurden insgesamt auf rund 230.000 Euro beziffert.
Ob ein einzelner Täter, mehrere Täter oder eine Tätergruppe für die Ereignisse verantwortlich sind, ist weiterhin offen. Fest steht bislang nur: Die Polizei bewertet die Häufung inzwischen in ihrer Gesamtheit als Tatserie von Brandstiftungen - die genaue Zuordnung der einzelnen Feuer ist Teil der laufenden Ermittlungen.
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