Das politische Fundament für den Bau eines Gebäudes von 13 Wohneinheiten hat der Hemmoorer Stadtrat gelegt: Mehrheitlich votierte das Gremium für das Projekt im Neubaugebiet an der Elsa-Brändström-Straße. Foto: Rolf Vennenbernd / dpa
Das politische Fundament für den Bau eines Gebäudes von 13 Wohneinheiten hat der Hemmoorer Stadtrat gelegt: Mehrheitlich votierte das Gremium für das Projekt im Neubaugebiet an der Elsa-Brändström-Straße. Foto: Rolf Vennenbernd / dpa
Neubau mit 13 Wohneinheiten

Hemmoor plant Wohnkomplex: Großprojekt spaltet Politik und Anwohner

von Egbert Schröder | 04.04.2025

Das gefällt nicht jedem Anwohner und jeder Anwohnerin, aber der großen Mehrheit des Hemmoorer Stadtrates: Im Neubaugebiet an der Elsa-Brändström-Straße soll ein Gebäudekomplex mit 13 Wohneinheiten entstehen.

Die betroffene Fläche befindet sich am Rande des Baugebietes "Wohnpark am Hamfeld" in der Nähe der Kreuzung der Elsa-Brändström-Straße und "An der Ehwende". In diesem Gebiet stehen vorwiegend Einfamilienhäuser; mittelfristig aber auch ein dicker "Klopper". Das renommierte Cuxhavener Unternehmen "Sowade" hatte im zuständigen Fachausschuss der Stadt seine Pläne vorgestellt, dort auf einer rund 2000 Quadratmeter großen Fläche eine Anlage mit insgesamt 13 Wohnungen zu bauen. 

Der Investor und das Konzept überzeugten die Ausschussmitglieder, die mit 6:1 Stimmen dem Rat empfahlen, den Bau zu ermöglichen. Wohnraum ist eben knapp in der Ostestadt. 

Doch so einfach ist es nicht, einen solchen Gebäudekomplex in dem dortigen Wohngebiet zu errichten, denn im Bebauungsplan heißt es unter anderem, dass der Rat "Einzelhäusern mit mehr als einer Wohnheit" erst noch seine Zustimmung geben muss.

Unterschiedliche Meinungen in der SPD

Zwei Tage nach der Ausschusssitzung kam es dann im Rat zum Schwur. Relativ schnell wurde deutlich, dass es wohl eine Mehrheit geben würde. Birgit Meyn-Horeis (SPD), die auch die Sitzung des Fachausschusses geleitet hatte, hob unter anderem hervor, dass es sich um ein modernes Gebäude mit energetisch hohen Standards handeln würde, in der 13 Wohnungen unterschiedlicher Größe (von rund 50 bis 80 Quadratmetern) auch Barrierefreiheit garantierten. Ihre Fraktionskollegin Meike Buck hatte dagegen grundsätzliche Bedenken angesichts der Dimension des Gebäudes: "Ich bin gegen eine Bebauung in dieser Größenordnung. Das Ganze ist überdimensioniert."  Warum greife man nicht den Kompromissvorschlag des Investors auf und genehmige zwei Gebäude mit je sechs Wohnungen?

"Im Einklang mit Bebauungsplan"

Dirk Brauer, der für die CDU im Stadtrat sitzt, sah das anders. Der Rat habe die Möglichkeit, ein Gebäude mit 13 Wohneinheiten zu genehmigen und solle dies auch tun. Das Konzept habe ihn überzeugt; eine Genehmigung würde "völlig im Einklang mit dem Bebauungsplan sein".

Johannes Schmidt (Bürgerforum) hatte Bedenken: "Das wäre zu wuchtig." Zugleich forderte er "Rücksichtnahme" angesichts der Einwände von Anwohnern und Anwohnerinnen. Rainer Kupke (SPD) war ebenfalls nicht überzeugt und verwies auch darauf, dass planerisch noch nicht im Detail geklärt sei, wie das Gebäude überhaupt aussehen werde. Tobias Söhl (Grüne) hatte dagegen keine Probleme mit einer Zustimmung und verwies insbesondere auf die "energetisch sehr gute Konzeption": "Das ist ein zukunftsweisendes Projekt."

Am Ende waren die kritischen Stimmen in der Minderheit: 13 Ratsmitglieder stimmten zu, drei dagegen und ein Mandatsträger enthielt sich.

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