Einer der Angeklagten wird in Handschellen in den Sitzungssaal im Strafjustizgebäude in Hamburg geführt. Den insgesamt neun Angeklagten wird vorgeworfen, in den Jahren 2024 und 2025 mehrere hundert Kilogramm Kokain aus Südamerika nach Deutschland bestellt zu haben. Foto: Marcus Brandt/dpa
Einer der Angeklagten wird in Handschellen in den Sitzungssaal im Strafjustizgebäude in Hamburg geführt. Den insgesamt neun Angeklagten wird vorgeworfen, in den Jahren 2024 und 2025 mehrere hundert Kilogramm Kokain aus Südamerika nach Deutschland bestellt zu haben. Foto: Marcus Brandt/dpa
Container aus Südamerika

Hunderte Kilogramm Kokain: Ein Mann aus Hemmoor wegen Drogenschmuggels angeklagt

von Tim Larschow | 08.07.2026

Polizei und Justiz beschäftigen derzeit mehrere Drogenfälle: In Hamburg stehen ein Hemmoorer und acht weitere Männer wegen mutmaßlichen Kokainschmuggels vor Gericht. Fast zeitgleich durchsuchten Ermittler bei einer Razzia Objekte in Hechthausen.

In Hemmoor, Hechthausen und der Region häufen sich derzeit die Polizeimeldungen. Während vor dem Landgericht Hamburg ein Prozess gegen neun mutmaßliche Kokainschmuggler begonnen hat, unter denen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch ein Mann aus Hemmoor befindet, sorgte nahezu zeitgleich eine groß angelegte Drogenrazzia für Aufsehen. Dabei durchsuchten Ermittler unter anderem Objekte in Hechthausen.

Neun Männer sind in Hamburg angeklagt worden, weil sie in Containern Hunderte Kilogramm Kokain nach Deutschland geschmuggelt haben sollen. Ob sich die Angeklagten zu den Vorwürfen äußern werden, ist bislang unklar. Nach Informationen unseres Medienhauses stammt einer der Angeklagten aus Hemmoor. Auf Nachfrage bestätigte die Staatsanwaltschaft diese Information.

Der erste Prozesstag am Landgericht Hamburg endete nach der Verlesung der Anklage. Die Gruppe soll versucht haben, große Mengen Kokain, versteckt zwischen Bananen aus Ecuador, über den Hamburger Hafen nach Deutschland zu schmuggeln.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten in drei Fällen vor, Kokain aus Südamerika nach Deutschland geschmuggelt oder entsprechende Transporte geplant zu haben. Die Drogen wurden in Containern mit Handelswaren wie Ananas, Bananen, Mais und Dünger transportiert.

520 Kilogramm Kokain aus Ecuador

Der Anklage zufolge gelangte im Herbst 2024 eine Kokainlieferung, versteckt in einem Container mit gefrorener Ananas, unentdeckt über den Hafen Bremerhaven nach Deutschland. Die Drogen sollen anschließend von zwei Angeklagten abgeholt worden sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ließ einer der Angeklagten die Früchte später in einer Biogasanlage vernichten.

Zwei weitere Schmuggelversuche über den Hamburger Hafen scheiterten laut Staatsanwaltschaft. Im Februar 2025 entdeckte der Zoll rund 520 Kilogramm Kokain, das zwischen Bananen aus Ecuador versteckt war. Zuvor war ein Hinweis eingegangen. Ein weiterer geplanter Transport aus Paraguay kam wegen Lieferproblemen nicht zustande.

Den Angeklagten wird Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Vier der neun Beschuldigten sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 22. Juli um 13.30 Uhr fortgesetzt.

Im März 2025 sollen die Angeklagten vereinbart haben, Kokain aus Paraguay nach Hamburg zu verschiffen. Durch eine Flut entstandene Lieferengpässe bei dem zur Tarnung bestellten Futter vereitelten die Einfuhr der Drogen. Foto: Marcus Brandt/dpa

Drogenrazzia in ganz Niedersachsen

Für Aufsehen sorgte zudem eine groß angelegte Drogenrazzia der Polizei am Montagabend. Ermittler durchsuchten 14 Objekte in Niedersachsen und nahmen zwei Verdächtige im Alter von 21 und 35 Jahren fest. Beide sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Polizeiinspektion und Staatsanwaltschaft Stade sprechen von einem "Clan-Verfahren". Die Ermittlungen laufen seit Herbst vergangenen Jahres.

Mehr als 100 Einsatzkräfte verschiedener Polizeidienststellen durchsuchten am Montagabend zwischen 17 und 23 Uhr zeitgleich Objekte in Stade, Hammah, Zeven, Lehrte, im Bereich Lüchow-Dannenberg sowie in Hechthausen. Dabei stellten sie jeweils etwa 310 Gramm Kokain, 400 Gramm Marihuana, 80 Ecstasy-Tabletten sowie rund 67.500 Euro Bargeld und Goldschmuck sicher.

Nach bisherigem Ermittlungsstand wird einer Gruppierung mit vier Verdächtigen im Alter von 21 bis 44 Jahren der Handel mit mindestens 34 Kilogramm Kokain vorgeworfen. Die Droge soll mit einem monatlichen Absatz von rund vier Kilogramm in den Landkreisen Stade, Rotenburg, Lüchow-Dannenberg und Cuxhaven verkauft worden sein.

Der Hauptbeschuldigte soll den Kokainhandel organisiert haben, während er eine 2022 verhängte Haftstrafe wegen Betäubungsmittelhandels verbüßte. Nach Angaben der Ermittler befand er sich im offenen Vollzug.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage unseres Medienhauses, dass der Prozess in Hamburg und die Razzia in Niedersachsen in keinem Zusammenhang stehen.

Große Kontrolle von Zoll und Polizei

In Hechthausen sorgten am Montag zudem umfangreiche Verkehrskontrollen von Polizei und Zoll für Aufsehen. Dabei wurden Drogen und Waffen sichergestellt und ein Autofahrer versuchte mit einem gefälschten Führerschein zu flüchten

Bei einem 19-jährigen aus Stade fanden die Beamten mehr als 150 Gramm Marihuana, Bargeld im dreistelligen Eurobereich, mutmaßliches Handelswerkzeug sowie eine geladene Schreckschusswaffe. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung wurden weitere Waffen, darunter eine Machete und Schlagringe, Bargeld im vierstelligen Bereich sowie mehrere Smartphones sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

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Tim Larschow

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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