Die Mitglieder der frisch gegründeten Kinder- und Jugendvertretung der Samtgemeinde Hemmoor mit ihrem Maskottchen Coco freuen sich auf ihre neuen Aufgaben. Foto: Brettschneider
Die Mitglieder der frisch gegründeten Kinder- und Jugendvertretung der Samtgemeinde Hemmoor mit ihrem Maskottchen Coco freuen sich auf ihre neuen Aufgaben. Foto: Brettschneider
Interview

Kinder- und Jugendvertretung Hemmoor gegründet: So gestalten junge Stimmen die Stadt

von Bengta Brettschneider | 12.04.2025

Im März stimmte der Samtgemeinderat Hemmoor der Gründung einer Kinder- und Jugendvertretung zu. Im Interview berichten junge Mitglieder von ihrem Engagement, ihren Ideen für die Stadt und warum es wichtig ist, dass auch ihre Stimme gehört wird.

Am 6. März 2025 gründete die Samtgemeinde Hemmoor eine Kinder- und Jugendvertretung. Den Stein ins Rollen hatten die Kinder und Jugendlichen selbst gebracht. Bereits seit zwei Jahren hatten sie sich mit der Ratsbeauftragten für Kinder- und Jugendbeteiligung, Anette Anders, in der Ideenwerkstatt getroffen.

Das jüngste Mitglied ist neun Jahre alt, die ältesten sind 16 Jahre alt. In dem Sonnabend-Gespräch kommen sie selbst zu Wort und erklären, warum sie sich in der Samtgemeinde Hemmoor engagieren.

Wie heißt ihr und warum macht ihr bei der Kinder- und Jugendvertretung mit?

Meta: Ich mache mit, weil auch Kinder und Jugendliche eine Meinung haben, und es ist wichtig, dass diese respektiert wird.

Lovis: Nicht nur Erwachsene haben ein Mitspracherecht. Zum Beispiel bei "McDonald's", da wollen wir auch mitentscheiden.

Bjarne: Wir wollen die Stadt, in der wir leben, mitgestalten können und entscheiden, was es hier gibt.

Fiona: Kinder und Jugendliche sollten sich sicher fühlen und keine Angst haben müssen, abends rumzulaufen. Deswegen kam uns die Idee zur Aktion "Schutzengel". Restaurants können eine Plakette in ihre Fenster kleben, sodass Kinder und Jugendliche sehen, dass sie zur Aktion dazugehören. Dann können sie dort reingehen, wenn sie sich unsicher fühlen, und können telefonieren.

Patrizia: Kinder und Jugendliche haben eine andere Perspektive. Sie haben Ideen, auf die Erwachsene gar nicht kommen.

Leo: Zuerst hat uns Jens Kleen zu einer Ratssitzung eingeladen, aber dann kam Corona. Vor zwei Jahren fand dann die Cuxland-Messe statt, wo auch Anette (Anders) sich vorgestellt hat. Daraufhin haben wir die Ideenwerkstatt gegründet und haben uns öfter getroffen. Außerdem haben wir das Schild "Kinderfreundliche Kommune" für die Stadt entgegengenommen.

Alena: Bei Jawoll haben wir einen Verkehrsspiegel anbringen lassen, damit der Schulweg sicherer wird. Außerdem haben wir Mülleimer besprüht für den neuen Abenteuerspielplatz, der beim "B4" entsteht.

Die Kinder und Jugendlichen des Beirates engagierten sich auch bei der Eröffnung des "B4" in Hemmoor und boten unter anderem das Kinderschminken an. Foto: Brettschneider

Wie oft trefft ihr euch?

Leo: Wir treffen uns aktuell einmal im Monat, weil es so viel zu besprechen gibt. Wir sind auch bei der Eröffnung des "B4" dabei. Bei uns können Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren mitmachen.

Meta: Das ist außerdem unser Maskottchen Coco. (hält einen Plüschadler hoch)

Was passiert als nächstes?

Anette Anders: Als nächstes muss der Verwaltungsakt beschritten werden.

Anette Anders ist seit 2021 die Ratsbeauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung und versteht sich als Verbindungsglied zwischen den Kindern und Jugendlichen und der Politik.

Anette Anders: Nach der Zustimmung durch den Samtgemeinderat kommt es jetzt zur Benennung des Beirats. Der Samtgemeinderat lädt dann zur ersten konstituierenden Sitzung ein. Den Kindern und Jugendlichen waren zwei Dinge in ihrer Satzung sehr wichtig. Zum einen wollten sie, dass Wörter erklärt werden wie Sensibilisierung, Präambel und Partizipation. Sie meinten, wenn sie schon Schwierigkeiten mit den Wörtern haben, werden es auch andere Kinder haben. Im letzten Absatz war es ihnen außerdem wichtig, dass ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt wird. (zitiert aus der Satzung): "Für die Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit erhalten die Mitglieder eine Anerkennung in Form eines jährlichen Zertifikats des Rates/der Verwaltung, welches ihr ehrenamtliches Engagement bestätigt, würdigt und als Anlage zu den schulischen Zeugnissen verwendet werden kann." Das fand ich bemerkenswert. Der Beirat wird dann für zwei Jahre benannt. Ich muss einen großen Dank an die Kinder und Jugendlichen, aber auch ihre Eltern aussprechen. Diese unterstützen ihre Kinder engagiert bei ihrem Vorhaben.

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Bengta Brettschneider

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