An der Osteschule in Hemmoor fand die Präventionswoche statt. Gefühle, Zivilcourage, Anti-Mobbing-Strategien und Selbstverteidigung standen im Mittelpunkt. Foto: Osteschule Hemmoor
An der Osteschule in Hemmoor fand die Präventionswoche statt. Gefühle, Zivilcourage, Anti-Mobbing-Strategien und Selbstverteidigung standen im Mittelpunkt. Foto: Osteschule Hemmoor
Im Konflikt cool bleiben

Präventionswoche an der Osteschule Hemmoor: Fokus auf Gefühle und Zivilcourage

von Redaktion | 14.03.2026

An der Osteschule in Hemmoor erlebten Sechstklässler eine spannende Woche voller Workshops zu Gefühlen, Mobbingprävention und Zivilcourage. Praxisnah und interaktiv lernten sie den respektvollen Umgang und den Wert sozialer Verantwortung.

Vom 23. bis zum 27. Februar fand an der Osteschule in Hemmoor eine intensive Präventionswoche für die Jahrgangsstufe sechs statt. In klaren und altersgerechten Modulen standen die Themen Gefühle und Selbstbehauptung, Mobbingprävention, Kinder- und Jugendrechte, Zusammenhalt in der Klasse, das Kühlen bei schwierigen Situationen sowie Zivilcourage im Mittelpunkt.

Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, wie man in Konflikten cool bleibt und verantwortungsvoll handelt - auch im Blick auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen, wenn es zu einer Strafanzeige kommt.

Die Projektwoche ist Bestandteil des schulischen Präventionskonzepts. Sie startet direkt in der Einführungswoche der fünften Klasse und legt damit frühzeitig Fassaden von Zivilcourage, Respekt und sozialer Verantwortung frei. In Jahrgang sieben folgt im Rahmen von zehn Doppelstunden das Coolnesstraining CT® nach dem Vorbild des Deutschen Instituts für Konfrontative Pädagogik, bei dem sich mehrere Mitglieder der Schule haben ausbilden lassen. Dieses Training setzt auf erprobte Übungen, die Deeskalation und souveränes Verhalten in Konfliktsituationen stärken.

Theater, Selbstverteidigung und Perspektivwechsel

Der Wochenplan war durch die Organisation von Sozialarbeiterin Katrin Stehno breit aufgestellt: Externe Partnerinnen und Partner aus Kirche, Feuerwehr, Polizei, dem Jugendzentrum Hemmoor, der Schleuse, der Jugendhilfe im Strafverfahren und der Jugendhilfestation begleiteten die Stunden mit praxisnahen Übungen. Hinzu kamen eine Reihe interaktiver Formate: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten mit Leo, Fiona und Yasmin vom Gymnasium Warstade unter der Anleitung von Annette Anders den Umgang untereinander in schwierigen Situationen. Die Theaterakteure der Wellenbreker - ein Improvisationstheater aus Hemmoor - brachten mit spannenden Szenen Bewegung und Spaß in den Unterricht und halfen, das Gelernte anschaulich zu verankern.

Ein weiteres Highlight der Woche war Michi von Cuxdefence, der mit praxisnahen Übungen zur Selbstverteidigung die Kinder begeisterte und ihnen Selbstschutzstrategien vermittelte. Perspektivwechsel und Erfahrungsberichte standen ebenfalls im Mittelpunkt: Jens Mollenhauer, ehemaliger Kiez-Polizist, heute aktiv in der Gewaltprävention, zog die Kinder mit seinen kurzen, eindrucksvollen Geschichten in den Bann.

Engagement der Kooperationspartner

Die Abschlussveranstaltung bildete den würdigen Abschluss der Präventionswoche. Besucherinnen und Besucher aus der kommunalen Politik verfolgten eine kurze Übung der Schülerinnen und Schüler, in der das Gelernte vorgestellt wurde. Im Anschluss gab es eine Feedbackrunde, die ein eindeutiges Bild ergab: Die Kinder hatten großen Spaß an der Woche und empfanden die Inhalte als lehrreich und praxisnah.

Schulleiter Jürgen Baude sprach zuletzt seinen Dank an alle Beteiligten aus: "Danke für die Unterstützung durch unsere externen Partnerinnen und Partner. Ihr Engagement hat die Woche erst lebendig gemacht." Er lobte die Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler und appellierte an die jungen Lernenden, das Erlernte auch im Alltag umzusetzen. Ziel sei es, die Osteschule und Hemmoor zu einem noch sichereren, respektvolleren Ort zu machen.

Die Präventionswoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Gestaltungsspielraum und Kooperation es braucht, um Themen wie Gefühle, Mobbing, Rechte und Zivilcourage kindgerecht zu vermitteln. Die Schulgemeinschaft hofft auf eine nachhaltige Wirkung: mehr Achtsamkeit, mehr Unterstützung untereinander und ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie man in schwierigen Situationen verantwortungsvoll handelt.

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