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Einige Pilze lassen sich direkt am Wegesrand entdecken. Foto: Werder
Einige Pilze lassen sich direkt am Wegesrand entdecken. Foto: Werder
Ausflug in den Wald

Herbstliche Vielfalt in den Wäldern im Kreis Cuxhaven: Pilze, Wandern und mehr

von Märthe Werder | 03.10.2026

Die Wälder im Landkreis Cuxhaven entfalten im Herbst ihre ganze Pracht. Ob im Wernerwald oder im Wingster Wald, die Natur lädt zu Entdeckungen ein. Auch für den Appetit ist einiges dabei: Die Pilzsaison läuft.

Laut Kalender ist der Herbst schon da. Auch in der Natur macht sich die Jahreszeit Stück für Stück bemerkbar. Wer das Wetter draußen genießen möchte, sollte über den Besuch eines Waldes nachdenken. Auch kulinarisch lässt sich dort einiges entdecken: Die Pilzsaison hat bereits begonnen.

Die Sonne scheint durch das Blätterdach in den Wald. Foto: Werder

Besonders im Herbst kann sich ein Ausflug in den Wald lohnen. In Cuxhaven gibt es den Wernerwald. Auf einer Fläche von rund 315 Hektar kann man zwischen Sahlenburg, Holte-Spangen und Berensch die vielfältige Natur erleben: Küstenheiden und Wernerwald verbinden Heide, Küstenwald, Dünen, Geestkliff und Wattenmeer. Der Wernerwald entstand ab 1880 durch die Aufforstung ehemaliger Heide- und Flugsandflächen. Benannt ist der Wald nach Dr. Charles Anthony Werner, dem damaligen Ritzebütteler Amtsverwalter. Seit 1938 steht der Küstenwald unter Landschaftsschutz.

Direkt am Weg wachsen Pilze. Foto: Werder

Wald bietet viel Abwechslung 

Für etwas sportliche Abwechslung im Wernerwald sorgt der "Trimm-Dich-Pfad". Auf einer Strecke von ungefähr 2,5 bis 3,5 Kilometern sind 13 Fitness-Stationen zu finden. An den unterschiedlichen Stationen werden Kraft, Koordination, Balance und Ausdauer gefordert. Der Pfad ist frei zugänglich und kann ganz nach Belieben genutzt werden.

Beim "Trimm-Dich-Pfad" kann man sich sportlich im Wald betätigen. Foto: Werder

Doch auch Pilzsammler können fündig werden. Bereits nach wenigen Metern im Wald lassen sich die ersten Pilze am Rand des Weges entdecken. Pilze können das ganze Jahr über gefunden werden, die Hauptsaison ist jedoch im Herbst. "Seit Anfang September läuft die Saison, sie geht ungefähr bis zum ersten Frost", erklärt Tom Sprengnether. Er ist seit 2022 Pilzsachverständiger. Wie viele Pilze in einer Region wachsen, hängt unter anderem mit der Niederschlagsmenge zusammen. "Nach einem starken Regen soll man zehn Tage später losgehen, sagt man", so Sprengnether. Aber genau kann man das nie sagen. "An sich ist hier nicht die beste Pilzgegend." Im Kreis Cuxhaven gebe es vor allem saure Böden und keine Berge - nicht die idealen Bedingungen für Pilze, erläutert der Pilzsachverständige. Die gängigen Speisepilze lassen sich trotzdem gut finden: Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge oder auch Hexenröhrlinge.

Eine bunte Ausbeute von Pilzen aus dem Kreis Cuxhaven. Foto: Reese-Winne

Keine Plastiktüten zum Sammeln verwenden

Zum Sammeln von Pilzen sollte man auf jeden Fall ein Messer und einen gut belüfteten Korb dabei haben. "Auf keinen Fall eine Plastiktüte", betont Sprengnether. Darin fangen die Pilze an zu schwitzen und verderben schneller, erklärt er. Die meisten Pilzvergiftungen kämen nicht durch das Essen von falschen Pilzen, sondern von verdorbenen Pilzen, so der Pilzsachverständige. Zu jedem Pilz gäbe es aber auch einen Doppelgänger. "Man sollte einen Pilz nur essen, wenn man sich zu 100 Prozent sicher ist", verdeutlicht er.

Fliegenpilze sind giftig und sollten daher nicht verzehrt werden. Foto: Eitzen-Fischer

Eine weitere Anlaufstelle ist der Wingster Wald. Der rund 1000 Hektar große Forst befindet sich größtenteils im Privatbesitz der Familie von der Wense und wird von deren Forstverwaltung auch bewirtschaftet. Der Wingster Wald ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands. Durch den Wald erstrecken sich insgesamt acht Wanderwege. Dabei lässt sich für jeden eine geeignete Route finden: von acht bis zu 30 Kilometern. Auch für Familien gibt es den Familienweg von drei Kilometern, erzählt Riko Karsten von der Tourist-Information Wingst. "Es ist Natur und es ist Ruhe", beschreibt er den Wald. Womit viele nicht rechnen: die 18-prozentige Steigung. "Ich nenne es liebevoll unser norddeutsches Hochgebirge."

Oben grün unten schon braun: Der Herbst kommt im Wald langsam an. Foto: Werder

Für eine besondere Aussicht eignet sich ein Besuch des Aussichtsturms "Deutscher Olymp". Von hier kann man nicht nur über die Wingst, sondern über die Elbe nach Brunsbüttel und bis nach Cuxhaven-Altenbruch schauen. Die Erhebung ist 62 Meter hoch. Noch höher hinaus geht es auf dem Silberberg. Mit rund 74 Metern über dem Meeresspiegel ist er die höchste natürliche Erhebung an der deutschen Nordseeküste.

Ein Reitausflug durch den Wernerwald. Foto: Werder

Neben Wandern und Laufen kann man auch reiten oder sogar Geocachen, erzählt Karsten. Zum Pilzesammeln benötigt man im Wingster Wald einen Pilzsammelschein. "Durch das feuchte Wetter sind reichlich Pilze vorhanden", so Karsten. Einen wirklichen Lieblingsplatz hat er jedoch nicht: "Der Wald ist überall schön."

Ein Hallimasch-Pilz wächst an einem Baumstamm. Foto: Koppe
Eine von 13 Stationen vom "Trimm-Dich-Pfad". Foto: Werder
Eine gute Ausbeute an Pilzen. Foto: R. Kramp
Die Pilze wachsen im Wald verteilt. Foto: Reese-Winne

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Märthe Werder

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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