Hurricane in Scheeßel: Aufbau läuft auf Hochtouren - alle Infos zum Festivalstart
Scheeßel (Kreis Rotenburg) steht in den Startlöchern - am Freitag beginnt das Hurricane Festival und auf dem Eichenring ist schon jetzt einiges los. Einen Blick auf das Gelände gibt es hier.
Am Freitag startet die Großveranstaltung mit viel Musik und mit noch mehr Besuchern. Die "Forest Stage", die die meisten nur "grüne Bühne" nennen, steht schon, die blaue nebenan liegt noch am Boden, von der roten nichts zu sehen. Der Kicker in der zweistöckigen Platin-Lounge steht dagegen schon, die Getränkeverkaufswagen sind bereits mit Kühlschränken bestückt, die Tafeln mit den Preisen und Jugendschutzverordnung kleben schon und auch das Sechsmaster-Zelt mit der White Stage und das Riesenrad ragen weit über der Fläche empor.

Letzteres hat in diesem Jahr geschlossene Gondeln; mit Sicherheit habe das aber nichts zu tun, "da ist in all den Jahren noch nie etwas passiert, das ist einfach nur ein anderer Anbieter", meint Jasper Barendregt. Der langjährige Festivalleiter wirkt eher im Hintergrund, seit er vor einigen Jahren die Leitung an Inga Rossbach übergeben hat. Dafür hat er nun Zeit für ein Gespräch, während in den Containern hinter der "River Stage" emsiges Treiben herrscht. "Wir sind gut im Zeitplan, in einigen Bereichen sogar der Planung voraus", meint Barendregt. Das ist auch zu sehen: Die Deko-"i-Tüpfelchen", die sonst erst "in letzter Minute" erfolgten, sind schon fertig: Die Lampionketten aus Kanistern hängen, ebenso steht der überdimensionale Smiley und die XL-Buchstaben auf dem Wall des Eichenrings. Der Fachkräftemangel halte zwar an, aber ganz so düster wie in den letzten Jahren sehe es längst nicht mehr aus: "Man merkt, die Leute haben wieder Bock in der Veranstaltungstechnik zu arbeiten, Rock 'n' Roll ist wieder geil!", so der gebürtige Niederländer. Das zeige sich auch daran, dass beim Personal wieder auf Qualität statt Quantität gesetzt werde. Der Teamspirit stimme - zwar habe sich in den letzten Jahren auch im eigenen Team personell einiges getan, "aber der Hurricane-Spirit, der 2016 in der guten Zusammenarbeit mit Behörden und Anwohnern entstanden sei, ist geblieben!"
Keine Sorge vor Matschwüsten
Um Matschwüsten und die Absage von Bands müssen sich die Veranstalter keine Sorgen mehr machen seit der Verlegung einer Drainage im Infield, die erst vor einigen Wochen fertig wurde. Gemunkelt wird im Ort dennoch, ob der vielen feuchten Stellen. Barendregt stellt klar: "Die Drainage ist technisch einwandfrei, das haben die starken Regenfälle im Mai gezeigt." Die technische Ausführung sei laut Plan erfolgt, "rechnerisch ist alles richtig."
Gleichwohl sieht auch er die Notwendigkeit, an der ein oder anderen Stelle nachzubessern: "Das ist ein Gelände, das 30 Jahre lang verdichtet wurde, da muss das Bodenrelief noch nachmodelliert und an einigen Stellen glatt gezogen werden. Das hätten wir aber vor dem Aufbau zeitlich nicht mehr geschafft."
"Die beste Wetterprognose, die wir je hatten"
Wichtige Bereiche würden in der Zukunft getrackt, "aber schon jetzt trennen uns vom Zustand 2016 Welten!" Am kommenden Wochenende dürfte es wohl kaum Gelegenheit dazu geben - es ist ausschließlich Sonne angesagt. "Die beste Wetterprognose, die wir je hatten", frohlockt er, nur nachts rät er den Festivalisten, außer Spaß und Feiern auch an einen Pulli zu denken.

Mit einer noch früheren Anreise als sonst sei nicht zu rechnen, "die Bändchenausgaben machen wir wie immer um 11 Uhr auf, egal, wie viele Besucher da schon warten!" Selbst, wer erst am Freitagnachmittag komme, dürfte noch ein Fleckchen finden, von dem der Weg zu den Bühnen nicht allzu lange dauern dürfte: "Bei anderen Festivals müssen Bus-Shuttles eingesetzt werden, hier ist alles zu Fuß zu erreichen - wir sind ein Festival der kurzen Wege!"
Rege genutzt wird schon jetzt der Pre-Check-in, den Kunden der Sparkasse Scheeßel seit Dienstagmittag eifrig nutzen. Schlangen gibt es hier nicht, doch der Strom derjenigen, die sich ihr pinkfarbenes Bändchen schon jetzt holen, reißt kaum ab. Pink, oder vielmehr Magenta, ist auch die neue, nicht zu übersehende Tribüne links neben der grünen Bühne. "Der neue Sponsor wollte etwas ganz Besonderes, und uns als Veranstalter sind alle Sponsoren willkommen, die Sitzplätze schaffen", so Barendregt, "jeder braucht zwischendurch mal einen Ort zum Chillen!" Mit der Platin-Lounge sei das nicht vergleichbar: "Dort bezahlt man, hier kann man die Tickets nur gewinnen!"
Von Ulla Heyne