Ein Jahr nach der Eröffnung: So läuft der "Tante Enso"-Laden in Ihlienworth
Seit einem Jahr können die rund 1500 Einwohner von Ihlienworth wieder in einem eigenen Geschäft einkaufen. Im Dezember 2023 hatte dort mit "Tante Enso" ein 24-Stunden-Lebensmittelladen seine Türen geöffnet. Zeit für eine erste Bilanz.
Ein grauer Montagmittag in Ihlienworth. Im Laden ist es ruhig; das Verkaufspersonal macht gleich Feierabend. Ein Kunde steht vor dem Marmeladenregal und kann sich nicht entscheiden. Er hat Zeit, denn der Tante-Enso-Markt macht nie zu. Einkaufen kann man hier auch nachts und am Sonntag. Hinein kommt man dann nur mit einer Mitgliedskarte und an der Kasse scannt man selbst - die meiste Zeit funktioniert der kleine Supermarkt völlig autonom.
Seit der Eröffnung des 24-Stunden-Supermarkts in der alten Sparkasse ist mittlerweile ein Jahr vergangen. Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie läuft's in Ihlienworth? Jessica Renziehausen, Teamleiterin für Marketing und Unternehmenskommunikation bei Tante Enso, zieht im Gespräch mit unserem Medienhaus eine erste positive Bilanz. "Der Tante Enso Ihlienworth wurde gut angenommen und der Ort ist froh über die Möglichkeit der Nahversorgung", sagt die Pressesprecherin.
891 Tante-Enso-Karten wurden ausgegeben
Bislang wurden 891 Tante-Enso-Karten in Ihlienworth ausgegeben. Diese Kunden können dann auch rund um die Uhr einkaufen. Bisher nutzen 84 Prozent der Kunden die sogenannte "Selbst-check-out-Kasse". Hier würden relativ wenige Berührungsängste vorliegen, erklärt Jessica Renziehausen. Was die Umsatzzahlen angeht, sieht die Sprecherin "noch Luft nach oben". Das Unternehmen bleibe aber weiterhin optimistisch.
Das Sortiment im Ihlienworther Geschäft sei im Spätsommer erweitert worden, berichtet die Marketing-Teamleiterin. "Wir sind immer noch an der Feinjustierung, um möglichst viele Produkte im Laden anbieten zu können", so Renziehausen. Zukünftig werde "Tante Enso" weniger auf bestimmte Nischenprodukt-Wünsche eingehen, sondern möchte lieber eine breitere Auswahl offerieren, die auch die regionalen und lokalen Vorlieben abbildet, kündigt die Sprecherin an.
Bürgermeister Christian Roth bezeichnet den genossenschaftlich organisierten Supermarkt als "ein Segen für Ihlienworth". Der Laden sei in jedem Fall eine Bereicherung und laufe aus seiner Sicht gut. Selbst spätabends treffe man am Supermarkt noch Leute an, die nicht unbedingt aus Ihlienworth kommen. "Wir haben sogar eine Ausschüttung von 400 Euro erhalten, weil wir unser Verkaufsziel erreicht haben", freut sich der Dorf-Chef. Das Geld werde an die Jugendfeuerwehr und den Förderverein der Grundschule Sietland ausgezahlt.

Zu den treuen Kundinnen und Kunden zählt auch Gemeindedirektorin Francesco Dock. Sie hatte die Idee von "Tante Enso" einst nach Ihlienworth gebracht. "Nach den Ratssitzungen oder anderen langen Ortsterminen komme ich immer in den Tante Enso. Ich liebe das Brot und die Backwaren. Milch und Kartoffeln nehme ich meist auch mit", erzählt sie. Für die junge Mutter steigert "Tante Enso" die Lebensqualität des Ortes enorm.
Die Geschäftsidee für die Firma "Tante Enso" ist 2018 in Bremen aus einem Online-Supermarkt heraus entstanden. Inzwischen gibt es deutschlandweit mehr als 50 "Tante Enso"-Läden - alle auf genossenschaftlicher Basis. Im Landkreis Cuxhaven betreibt das Unternehmen "My Enso" mittlerweile fünf Läden - in Spieka, Sievern, Drangstedt, Sellstedt und in Ihlienworth. Auch in Lintig und Sandstedt sollen "Tante Enso"-Läden entstehen.