Samuel J. Fleiner (Mitte) und seine Frau Angela Wagner im Gespräch mit Minister Peter Hauk (rechts), der das Bundesverdienstkreuz übergab. Foto: Fleiner
Samuel J. Fleiner (Mitte) und seine Frau Angela Wagner im Gespräch mit Minister Peter Hauk (rechts), der das Bundesverdienstkreuz übergab. Foto: Fleiner
Auszeichnung

Ihlienworth feiert mit: Bundesverdienstkreuz für den Re-Art-Kurator Samuel J. Fleiner

von Christian Mangels | 20.06.2023

Große Ehre für einen engagierten Künstler und Ausstellungsmacher:  Samuel J. Fleiner, der langjährige Kurator der Re-Art-Ausstellungen in Ihlienworth, wurde in seinem Heimatort Wiesenbach mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seine Freunde aus dem Cuxland, darunter die frühere Europaabgeordnete Brigitte Langenhagen und der Vorsitzende des Re-Art-Vereins "Kunst, Gesundheit, Bildung", Peter von Spreckelsen, waren per Zoom-Videokonferenz live zugeschaltet.

Die Ehrung nahm der baden-württembergische Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, vor. Hauk würdigte das umfangreiche Schaffen von Fleiner, das stets getragen sei von Themen wie Umwelt, Völkerverständigung, Menschenrechten und Nachhaltigkeit.

Fleiner hat zwischen 2004 und 2018 im ehemaligen Recyclingwerk in Ihlienworth insgesamt sieben internationale Kunstausstellungen zu den Themen Umwelt, Recycling und Nachhaltigkeit auf die Beine gestellt. Schon die Premiere, die "Re-Art One", lockte mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher ins Sietland. 2005 wurde die Ausstellung von der UNESCO als richtungsweisendes Projekt in der UN-Dekade "Bildung zur Nachhaltigkeit" ausgezeichnet. Sie war im Jahr 2005 offizieller Beitrag der Bundesrepublik Deutschland beim Weltumwelttag in San Francisco und anschließend erste Kunstausstellung im neuen Umweltbundesamt in Dessau. Im Jahr 2006 wurde die "Re-Art One" von den Vereinten Nationen nach Nairobi (Kenia) eingeladen. 

Es blieb nicht beim Recycling. Die nachfolgenden Re-Art-Ausstellungen setzten ganz unterschiedliche Schwerpunkte - vom Klimawandel und der Artenvielfalt bis zum Boden und Afrika. 2018 legte Fleiner seine Kuratorentätigkeit in Ihlienworth aus persönlichen Gründen nieder, fühlt sich der Cux-Region aber nach wie vor sehr verbunden. In seinem Heimatort Wiesenbach hat er in den vergangenen Jahren in einem ehemaligen Tabakhof ein "Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit und Prävention" aufgebaut.

Nachhaltiger Skulpturengarten mit Windkinetik und Solarkunst

Fleiner bedankte sich bei allen Förderern und Weggefährten, ohne die seine Projekte nicht möglich gewesen wären. Er erwähnte auch seine aktuellen Projekte. So plant der 60-Jährige unter anderem einen nachhaltigen Skulpturengarten mit Windkinetik und Solarkunst.

Glückwünsche nahm Fleiner unter anderem von dem Cuxhavener Bundestagsabgeordneten und ehemaligen niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) entgegen. "Ihre kreative Arbeit ist bewusstseinsbildend, vielfach im Themenfeld der Nachhaltigkeit, und leistet darin einen herausragenden Beitrag für unser Gemeinwesen", so Wenzel.

Die Anregung für die Auszeichnung kam übrigens aus dem Cuxland: Petra Vooth die langjährige Abfallberaterin des Landkreises Cuxhaven und Initiatorin für Fleiners erste Ausstellung in Ihlienworth, hatte den Künstler für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Insgesamt vier Jahre dauerte der Prozess der umfangreichen Prüfung.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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