Im Schützenverein geht es normalerweise sehr gesellig zu. Bei den Ihlienworther Schützen dagegen sorgt der Streit um die Schießanlage gerade für schlechte Stimmung. Foto: Vennenbernd/dpa
Im Schützenverein geht es normalerweise sehr gesellig zu. Bei den Ihlienworther Schützen dagegen sorgt der Streit um die Schießanlage gerade für schlechte Stimmung. Foto: Vennenbernd/dpa
Streit wegen KK-Stand

Neuer Vorstand gesucht: Schützenverein Ihlienworth in schwerer Krise

von Christian Mangels | 13.03.2026

Es brodelt seit Jahren im Schützenverein Ihlienworth. Nun ist der Streit vollends eskaliert: Nach Anfeindungen von Vereinsmitgliedern ist der komplette Vorstand zurückgetreten. Was hinter dem Konflikt steckt und wie es für die Schützen weitergeht.

119 Jahre nach seiner Gründung steckt der Schützenverein Ihlienworth in einer seiner größten Krisen. Auf der Mitgliederversammlung im Februar ist der komplette Vorstand um den Vorsitzenden Andreas Hinsch zurückgetreten. Vereinsmitglied Karl-Wilhelm "Kalli" Hinsch erklärte sich zwar bereit, den Vorsitz zu übernehmen, ruderte dann aber wieder zurück. "Ich muss mehr auf meine Gesundheit achten", sagt Hinsch im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag, 17. März, soll es nun einen neuen Versuch geben, den traditionsreichen Verein mit einem neuen Vorstand in ruhigere Gewässer zu führen. Gelingt das nicht, hätte dies die Auflösung des Schützenvereins zur Folge. 

Der Informationsfluss ist nicht gut gelaufen

Was führte zu den Spannungen im Verein? Nach Informationen unserer Redaktion entzündete sich der Streit an dem geplanten Umbau und der Modernisierung der Schießanlage, die nach Ansicht einiger Vereinsmitglieder nicht schnell genug vorangetrieben werden. Die Vorbereitungen für die kostspielige Baumaßnahme am KK-Stand ziehen sich schon seit Jahren hin, was im Verein für einigen Unmut sorgt. Der Informationsfluss vonseiten des Vorstands sei nicht gut gelaufen, so die Kritiker. "Eine Minderheit hat den Vorstand dann aufgefordert, zurückzutreten", berichtet Kalli Hinsch. Von den Anfeindungen tief getroffen, legten die Vorstandsmitglieder tatsächlich ihre Ämter nieder.

Dass er nach der Rücktrittswelle als Vorsitzender übergangsweise eingesprungen sei, bezeichnet Karl-Wilhelm Hinsch rückblickend als "dummen Fehler". Der ehemalige Schwerbehindertenbeauftragte der Samtgemeinde Land Hadeln ist gesundheitlich angeschlagen und möchte kürzer treten. Er hofft, dass sich auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung einsatzfreudige Mitglieder melden, die bereit sind, sich im Vorstand zu engagieren.

Für den Posten des Vorsitzenden gibt es dem Vernehmen nach einen Interessenten. Ihlienworths Bürgermeister Christian Roth setzt darauf, dass sich der Verein wieder fängt. "Es ist schade, dass es so weit kommen musste."

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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