Nachts, wenn (fast) alles schläft, hat der Tante-Enso-Laden in Ihlienworth noch geöffnet. Wer eine Tante-Enso-Karte hat, kann dort rund um die Uhr einkaufen. Ein Dieb macht sich die personalfreie Zeit im Geschäft offenbar zunutze. Foto: Mangels
Nachts, wenn (fast) alles schläft, hat der Tante-Enso-Laden in Ihlienworth noch geöffnet. Wer eine Tante-Enso-Karte hat, kann dort rund um die Uhr einkaufen. Ein Dieb macht sich die personalfreie Zeit im Geschäft offenbar zunutze. Foto: Mangels
Trotz Überwachung

Diebstähle im Tante-Enso-Laden in Ihlienworth: Polizei ermittelt gegen Dorfbewohner

von Christian Mangels | 17.03.2026

Mehrere Diebstähle im Tante-Enso-Laden in Ihlienworth beschäftigen derzeit Polizei und Dorfbewohner. Als Tatverdächtiger gilt ein 68-jähriger Mann aus dem Ort. Der Fall wirft Fragen zur Sicherheit der teilweise personalfreien Läden auf.

Christian Roth, Bürgermeister der Gemeinde Ihlienworth, wird in diesen Tagen nicht müde, zu mahnen, beim Einkaufen im Tante-Enso-Laden die Augen offen zu halten. Denn in dem kleinen Geschäft in der Dorfmitte wird geklaut. Und das schon länger. "Es ist so schlimm, dass unserem Enso ein nicht unerheblicher Schaden entstanden ist", sagt Roth. Für die Dorfgemeinschaft, die den Laden mit ihren Anteilen gemeinschaftlich trägt, sei das "frustrierend".

Der Täter scheint sich abends und nachts, wenn der Laden ohne Personal betrieben wird, unauffällig mit anderen Kunden Zutritt zu verschaffen. Die Videoüberwachung hat den Dieb dokumentiert; er ist identifiziert. "Die Strafverfolgung läuft, aber er macht trotzdem weiter", sagt Christian Roth.

Die Polizeiinspektion Cuxhaven bestätigt die Vorfälle im Tante-Enso-Laden. "Bei dem Täter handelt es sich um einen 68-jährigen Ihlienworther", erklärt Pressesprecher Stephan Hertz. Die Polizei habe bereits mehrfach sogenannte Gefährderansprachen bei dem Mann durchgeführt. "Hierbei handelt es sich um persönliche Gespräche, welche eindringlich dazu auffordern, nicht weiter strafbar zu werden, und auch klar die Konsequenzen eines solchen Verhaltens aufzeigen", so Hertz. Außerdem wurden dem 68-Jährigen, der nach Informationen unserer Zeitung am Existenzminimum lebt, Hilfsangebote unterbreitet. Die Verfahren befinden sich laut Polizei mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Stade zur Entscheidung.

Im Tante-Enso-Laden sind viele Kameras installiert

Birgt das 24/7-Konzept der Tante-Enso-Läden mit Zeiten ohne Personal möglicherweise ein Sicherheitsrisiko? "Nein", sagt Pressesprecherin Jessica Renziehausen. "In einem Tante Enso sind viele Kameras installiert, sodass eine konkrete Erfassung des Diebstahls immer gegeben ist." Wer mit der Tante-Enso-Karte ins Geschäft komme, sei ohnehin erfasst, so Renziehausen. 

"Durch unsere täglichen Teilinventuren können wir Diebstahl schnell feststellen und dann dementsprechend das Kameramaterial auswerten", erklärt die "Tante Enso"-Sprecherin im Gespräch mit unserem Medienhaus. Natürlich komme es schon mal vor, dass Diebstahlversuche stattfinden. "Wir bringen aber alle Fälle zur Anzeige und natürlich wird auch Schadenersatz gefordert und der Zugang zu Tante Enso dauerhaft gesperrt."

Tante Enso habe glücklicherweise keine Filiale, die durch Diebstahl in ihrer Wirtschaftlichkeit gefährdet sei, betont Jessica Renziehausen. Auch Ihlienworth nicht. Die Pressesprecherin sagt: "Der Teilhaber-Kundenstamm, der den Laden in den Ort gebracht hat, bestiehlt sich nicht gegenseitig."

Die Geschäftsidee für die Firma "Tante Enso" ist 2018 in Bremen aus einem Online-Supermarkt heraus entstanden. Inzwischen gibt es deutschlandweit mehr als 80 "Tante Enso"-Läden - alle auf genossenschaftlicher Basis. Im Landkreis Cuxhaven betreibt das Unternehmen "My Enso" mittlerweile fünf Geschäfte - in Spieka, Sievern, Drangstedt, Sellstedt und in Ihlienworth. Auch in Lintig und Sandstedt sollen "Tante Enso"-Läden entstehen.

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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