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Die Friedhofbrücke in Ihlienworth: Die geplante Erneuerung wurde vorerst gestoppt, da der Gemeinderat die hohen Planungskosten von 100.000 Euro ablehnt. Foto: Rahn
Die Friedhofbrücke in Ihlienworth: Die geplante Erneuerung wurde vorerst gestoppt, da der Gemeinderat die hohen Planungskosten von 100.000 Euro ablehnt. Foto: Rahn
Rat verweigert Auftrag

In Ihlienworth sorgt eine Brücke für Ärger - der Rat lehnt 100.000-Euro-Planung ab

von Christian Mangels | 01.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 04.09.2026 13:14 Uhr

In Ihlienworth muss die marode Friedhofbrücke ersetzt werden. Doch als die Planung plötzlich rund 100.000 Euro kosten soll, zieht der Rat die Reißleine. Alle Mitglieder stimmen gegen den Auftrag. Nun muss neu ausgeschrieben werden - mit Risiko.

Die Geh- und Radwegbrücke über die Medem verbindet die Rosenstraße mit dem Friedhof. Bei Brückenprüfungen war festgestellt worden, dass sich der Zustand der Holzbrücke rapide verschlechtert hat. Mit einer Zustandsnote von 3,4 - die schlechteste mögliche Bewertung wäre eine 4 - gelten weitere Unterhaltungsarbeiten nach Einschätzung der Verwaltung als nicht mehr wirtschaftlich. Deshalb soll die Brücke durch einen Neubau ersetzt werden. Vorgesehen ist eine ähnliche Bauweise wie bei der bereits erneuerten Deichwegbrücke.

Damit wäre die Friedhofbrücke bereits die dritte Brücke in Ihlienworth, die erneuert wird. Doch gerade der Vergleich mit den vorherigen Projekten sorgte im Rat für Stirnrunzeln.

Fünf Firmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert

Für die Planungsleistungen hatte die Verwaltung fünf Firmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Zum Submissionstermin am 3. August lag allerdings lediglich ein einziges Angebot vor: Das Ingenieurbüro Linck aus Belum verlangte für die Leistungsphasen 1 bis 9 insgesamt rund 100.000 Euro. Zum Vergleich: Die Planung für den Ersatzneubau der Deichwegbrücke hatte rund 43.000 Euro gekostet, bei der Katzenstiegbrücke waren es etwa 53.000 Euro.

"Warum sind die Kosten so hoch?", wollte Ratsmitglied Manfred Schult (CDU) wissen. Für seine Fraktion sei die Höhe des Angebots nicht plausibel. "Das ist Steuergeld, über das wir entscheiden", machte Schult deutlich.

Gemeindedirektor Olaf Johannsen, zugleich Leiter des Bauamtes, versuchte, die Summe zu erklären. Das Ingenieurbüro habe sein Honorar nach der geltenden Honorarordnung kalkuliert und dabei keinerlei Nachlass eingeräumt. Einen Spielraum für nachträgliche Preisverhandlungen gebe es nicht. "Wir dürfen nicht nachverhandeln", sagte Johannsen. Hinzu kommt nach seinen Worten ein grundsätzliches Problem bei solchen Projekten: "Es gibt nicht so viele Büros, die Brücken planen." Entsprechend gering ist die Konkurrenz bei Ausschreibungen.

Überzeugen konnte die Erklärung die Ratsmitglieder dennoch nicht. Als über den Beschlussvorschlag abgestimmt wurde, dem Ingenieurbüro Linck den Auftrag zu erteilen, fiel das Ergebnis eindeutig aus: Sämtliche Ratsmitglieder stimmten dagegen.

Damit muss die Ausschreibung nun in eine Extrarunde gehen. Ob die Gemeinde dadurch am Ende tatsächlich günstiger wegkommt, ist offen. Bürgermeister Christian Roth verwies auf das Risiko einer erneuten Ausschreibung. Falls sich wiederum nur ein Büro bewirbt, könne dessen Angebot sogar höher ausfallen. "Es besteht die Gefahr, dass wir dann 110.000 Euro bezahlen müssen", sagte Roth.

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