Im Cuxland gestalten Frauen die Zukunft - in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Zum Weltfrauentag porträtieren wir Frauen aus dem Cuxland, die mit Ideen, Engagement und Tatkraft Akzente setzen - als Politikerinnen, Unternehmerinnen und Initiatorinnen. Ihre Arbeit zeigt, wie weibliche Perspektiven das Cuxland nachhaltig prägen.
Zum Weltfrauentag am 8. März porträtieren wir Frauen aus dem Cuxland, die mit Ideen, Engagement und Tatkraft Akzente setzen - als Politikerinnen, Unternehmerinnen und Initiatorinnen für ihre Region. Ihre Arbeit, ihre Ideen und Worte zeigen, wie weibliche Perspektiven das Cuxland nachhaltig prägen.
Nicole Friedhoff ist seit 2016 ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Wanna und seit 2021 zusätzlich ehrenamtliche stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin. "Ich engagiere mich kommunalpolitisch, weil hier entschieden wird, was unseren Alltag bestimmt: Kinderbetreuung, sichere Wege, Vereine, Zusammenhalt", betont sie. "Für mich heißt Politik: Zuhören, Verantwortung übernehmen und unsere Gemeinde/Samtgemeinde gemeinsam lebenswerter gestalten. Hierfür braucht es starke Frauenstimmen, weil Perspektiven zählen."

Kerstin Tiemann ist seit 3,5 Jahren Superintendentin des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln.
"Der Internationale Frauentag erinnert mich daran, wie wichtig es ist, die Leistungen von Frauen sichtbar zu machen und gleichzeitig bestehende Herausforderungen und Missstände klar zu benennen. Er ist für mich sowohl ein Tag der Wertschätzung als auch der Ermutigung, sich weiterhin für Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit einzusetzen."
Besonders inspirieren sie biblische Frauengestalten wie Esther. "Ihre Geschichte steht für mich für Mut, kluge Verantwortung und die Bereitschaft, die eigene Stimme zu erheben, wenn es darauf ankommt." Ebenso beeindruckt ist sie von Maria Magdalena, die als erste Zeugin der Auferstehung Mut und Glaubensstärke zeigte.

Kriminalhauptkommissarin Tanja Volkmer ist die neue Leiterin des Polizeikommissariats Geestland. Die Kriminalhauptkommissarin verfügt unter anderem über langjährige Erfahrung im Innenministerium, beim Landeskriminalamt sowie im Einsatz- und Ermittlungsdienst der Polizeiinspektionen Celle und Cuxhaven. Sie ist ein Freund von einer paritätischen Besetzung und von gemischten Teams. "Wir nehmen unterschiedliche Perspektiven ein und wenn wir das in unsere Abstimmungs- und Findungsprozesse, Workshops und Pläne einbeziehen - dann kommen wir zu ausgewogeneren Ergebnissen. Ich glaube, die Mischung macht es tatsächlich aus."

Helle Vanini ist Kreisverbandsgeschäftsführung des Paritätischen in Cuxhaven. "Laut dem World Economic Forum im 'Global Gender Gap Report 2025' würde es bei dem aktuellen Tempo die Gleichberechtigung zu erreichen, über 100 Jahre dauern, die weltweite Geschlechterlücke vollständig zu schließen."
Der 8. März sei daher ein Tag, an dem sowohl die Leistungen von Frauen gefeiert als auch Forderungen nach einer gerechteren Welt deutlich gemacht werden sollten.

Alexandra Harrer ist Vorsitzende des Verdi Ortsvereins Landkreis Cuxhaven. "Die Arbeitswelt befindet sich durch tiefgreifende Transformationsprozesse wie die Digitalisierung im Umbruch. Kolleginnen in Betrieben und Verwaltungen stehen unter erheblichem Druck, diese Veränderungen im Sinne der Beschäftigten zu gestalten. Besonders schwierig ist die Situation dort, wo es keine Betriebsräte und keinen Tarifvertrag gibt.
Mühsam erreichte Fortschritte in der Gleichstellung der Geschlechter werden wieder infrage gestellt - etwa durch Angriffe auf Arbeitszeitregelungen, das Recht auf Teilzeit, die Rechte von Gleichstellungsbeauftragten oder auf die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Verpflichtungen." Verdi begrüßt die Aufrufe zu einem Frauenstreik am 9. März und unterstützt die inhaltlichen Forderungen. "Wir rufen aus rechtlichen Gründen nicht zum Streik auf, wohl aber zu anderen Aktivitäten - etwa Demonstrationen, aktive Mittagspausen oder Aktionen in sozialen Medien."

Geschäftsführerin Susan Cantauw ist dem Badhotel Sternhagen schon seit ihrer frühen Erwachsenenzeit verbunden. Nach ihrer Ausbildung startete sie 1988 zunächst als Rezeptionistin in dem Traditionshaus an der Nordseeküste. "Seit diesem Tag hat mich dieses besondere Haus nicht mehr losgelassen", erzählt sie. Nach der Zeit von 1995 bis 2003, die sie für Weiterbildung und berufliche Erfahrung in anderen Häusern und für ihre Familie, sie hat eine Tochter, nutzte, ist sie seit 2003 wieder "bei Sternhagen".
"Frauen sind in der Hotellerie und Gastronomie zwar stark vertreten, sind aber in Spitzenpositionen noch eher unterrepräsentiert. Obwohl gemunkelt wird, dass die Zukunft der Branche weiblich ist. Weibliche Führungskräfte vereinen wesentliche Kompetenzen, die über Fachkompetenz hinausgehen." Darunter versteht sie unter anderem die Fähigkeit der emphatischen Mitarbeiterführung, der Sozialkompetenz, nicht perfekt, sondern menschlich zu sein, die wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe und die Fähigkeit zur echten Gastfreundschaft. "Wenn dann Freude und ein ehrliches Lächeln zurückkommen - ob von Gästen oder Mitarbeitern -, hat sich meine Arbeit schon gelohnt. Es ist schön, die Werte und die Faszination dieses schönen Berufes mit Herz an die junge Generation weiterzugeben."

Funda Neyis ist Frauenbeauftragte der Islamischen Gemeinde Cuxhaven. Gleichberechtigung bedeutet für sie, dass die Würde und die Talente einer Frau niemals durch Vorurteile begrenzt werden dürfen. "Bildung ist im Islam kein Privileg, sondern eine religiöse Pflicht für jede Frau", betont die Frauenbeauftragte. Das Streben nach Wissen sei die Basis für Freiheit und Selbstbestimmung. "Leider gibt es nach wie vor Länder und Regionen, in denen Frauen unter dem Deckmantel von Kultur oder Tradition unterdrückt werden. Ich möchte jedoch betonen: Diese Unterdrückung ist im Islam nicht so vorgesehen." Dies widerspreche den eigentlichen Werten von Gerechtigkeit und Respekt. Neyis Vorbild ist Hatice bint Chuwailid, die Ehefrau des Propheten Muhammad. Sie war eine erfolgreiche, unabhängige Kauffrau und die erste Person, die an die Botschaft des Islam glaubte. "Sie ist für mich das Sinnbild dafür, dass Bildung, wirtschaftliche Eigenständigkeit und tiefer Glaube Hand in Hand gehen können."