Schon als Kind wollte Madita Halter den elterlichen Hof in Altenbruch übernehmen.
Schon als Kind wollte Madita Halter den elterlichen Hof in Altenbruch übernehmen.
Im Porträt

Junge Landwirtin aus Cuxhaven-Altenbruch lebt ihren Traumberuf 

von Wiebke Kramp | 24.01.2026

Madita Halter hat sich mit Herz, Verstand und Leidenschaft der Landwirtschaft verschrieben. Hier ist die erst 30-jährige Altenbucherin eine der wenigen Unternehmerinnen und stellt sich den Herausforderungen auf besondere Weise.

Madita Halter (30) aus Altenbruch arbeitet in einem Traumberuf. Sie ist Landwirtin aus Leidenschaft und in der der seit 2017 existierenden Elbmarschen Agrar Kommanditgesellschaft beschäftigt, zu der sich drei Betriebe zusammengeschlossen haben. Diese KG besteht aus den Teilhabern Karsten Halter, Henning Janßen und Nicolaus von der Decken. 

"Ich wollte schon immer den elterlichen Hof übernehmen, nur als Kind habe ich mal kurzzeitig überlegt, Lehrerin zu werden", verrät die fröhliche junge Frau. Unternehmerinnen seien auch heute in der Landwirtschaft zwar noch eher selten, wenngleich es vor allem in den vor- und nachgelagerten Bereichen mehr Frauen werden.

"Opa wäre stolz auf mich"

Die Altenbrucherin hat in Kiel von 2015 bis 2018 Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Pflanzenbau studiert und freut sich, dass ihr 2018 verstorbener Großvater noch ihren Berufswunsch mitbekommen hat. "Opa wäre stolz auf mich", ist sie sich sicher. Zielstrebig hat sie darauf hingearbeitet, den Hof zu übernehmen, ohne dass ihr Vater je Druck ausgeübt hat, sondern seinen beiden Töchtern freie Hand bei der Berufswahl ließ.

Die junge Frau entschied sich bewusst, nach dem Bachelorabschluss den praktischen Weg einzuschlagen und wieder in die Heimat zurückzukehren und für die Raisa in Stade und den Maschinenring Land Hadeln tätig zu werden, nicht zuletzt, um Praxiserfahrungen im vor- und nachgelagerten Gewerbe zu sammeln. So eignete sie sich unternehmerisches Rüstzeug an.

Madita Halter aus Cuxhaven-Altenbruch mit ihrem jungen Jagdhund Boris, den die Landwirtin und Jägerin selbst ausbildet.

"Hier verbinde ich meine Nähe zur Natur und zur Landwirtschaft und kann im Familienunternehmen arbeiten." Sie ist hier tief verwurzelt, ihre Familie lässt sich im Hadler Land bis ins 15./16.  Jahrhundert zurückverfolgen. Man darf diese Bodenständigkeit keinesfalls mit Provinzialität verwechseln.  Madita Halter ist aufgeschlossen, Neues zu lernen. Schon während ihres Studiums war ihr wichtig, in den Semesterferien über den Tellerrand zu gucken, sodass sie auch in Kanada in der Landwirtschaft tätig war. "Dort habe ich viel über Bodenbearbeitung gelernt." Nach dem Abitur auf dem Gymnasium in Otterndorf, ging es zunächst in die weite Welt. In einem Gästehaus in Namibia kümmerte sie sich gemeinsam mit einer Freundin um die Pferde und begleitete die Ausritte der Urlauber. Madita reitet seit ihrer frühesten Kindheit, hat immer noch zwei eigene Pferde und war als Jugendliche auf Turnieren aktiv. Nicht nur im Sattel, auch auf dem Trecker macht die Landwirtin eine gute Figur: "Die Arbeit wie Aussaat oder Bodenbearbeitung auf dem Feld macht mir riesigen Spaß."

Elbmarschen Agrar KG an drei Standorten

Die Elbmarschen Agrar KG besteht an drei Standorten in Altenbruch sowie in Nordkehdingen in Oederquart und Balje und umfasst drei bis dahin eigenständige Betriebe, die sich auf Ackerbau spezialisiert haben und fast alles in Eigenleistung leisten. "Wir haben festgestellt, das passt betrieblich sehr gut, wir können Synergien nutzen und sind für die Zukunft als Gemeinschaft besser abgesichert", erläutert die Landwirtin. Die KG bewirtschaftet insgesamt 1350 Hektar Ackerland, einen größeren Teil davon in Pacht. Angebaut werden Raps, Hafer, Weizen, Gerste, Körnermais und Ackerbohne. "Damit sind wir recht breit aufgestellt und besser für Eventualitäten gerüstet." Dazu zählen Anpassung an den Klimawandel und Schutz der Böden. Es sei ihnen wichtig, möglichst nachhaltig zu arbeiten. Das meiste werde über die Raiffeisen Weser-Elbe vermarktet: "Wir schätzen Regionalität - gerade auch in unseren Geschäftsbeziehungen." Auch wenn die Marsch keine klassische Ackerbauregion sei, "so gibt es hier doch grundsätzlich guten Boden, um gut zu ernten", sagt die Pflanzenbau-Expertin. A und O sei die Entwässerung. 

Madita Halter ist sehr naturverbunden. Seit 2023 besitzt sie - wie ihr Opa und ihr Vater - den Jagdschein und bildet ihren jungen Vorstehhund Boris, einen Deutsch Kurzhaar, selbst aus. "Das ist für mich ein schöner Ausgleich."

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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