Kristina Schnäckel engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Katzenhilfe und ist auch erste Vorsitzende des Vereins. Foto: Brettschneider
Kristina Schnäckel engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Katzenhilfe und ist auch erste Vorsitzende des Vereins. Foto: Brettschneider
Hilfe für Tiere

Winterhilfe für Streuner: Tipps von der Katzenhilfe Cuxhaven

von Bengta Brettschneider | 06.12.2024

Den Verein Katzenhilfe gibt es seit 1995 in Cuxhaven. Er kümmert sich um wild lebende Tiere und vermittelt Katzen in ein Zuhause. Kristina Schnäckel ist erste Vorsitzende und hat Tipps, falls sich ein Fell-Tiger in den heimischen Garten verirrt.

Es schneit schon seit mehreren Stunden. Die Stadt ist überzogen mit weißem Schnee und so auch die Futterstelle  der Katzenhilfe. Es sieht aus wie ein normaler Garten, mit Apfelbaum, einem Strandkorb und Geräteschuppen.

Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die kleinen, winterfesten Häuser, die überall zwischen den Büschen stehen. Die Hütten, in denen die Katzen Schutz suchen können, sind einfache Plastikkisten, die mit Styropor von innen ausgekleidet werden. Gefüllt wird die Box dann mit Stroh, da dies am meisten Wärme bietet und am wenigsten Feuchtigkeit zieht. Wenige Meter hinter dem Gartenzaun wird Kristina Schnäckel bereits von den ersten Katzen begrüßt. Viele von ihnen sind aber auch scheu und suchen schnell das Weite. Kristina Schnäckel ist die 1. Vorsitzende des Vereins Katzenhilfe Cuxhaven. Sie hat frisches Futter dabei, warme Katzenmilch und neue weiche Decken, die in dem Häuschen auf dem Gelände des Schrebergartens ihren Platz finden. Die Katzen können durch Katzenklappen hineingelangen und so im Trockenen schlafen. Eine der Katzen hat aktuell eine Verletzung an der Pfote und benötigt ein Antibiotikum.

Charly wohnt als frei lebender Kater in einem Garten. Er ist kastriert und genießt es, wenn Kristina Schnäckel mit frischen Futter kommt und er sich auch Streicheleinheiten abholen kann. Foto: Brettschneider

Trockene und winterfeste Schlafstellen für wild lebende Katzen

Der Verein Katzenhilfe hat nächstes Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Er hat rund 85 Mitglieder und versorgt um die hundert frei und wild lebenden Katzen im Cuxland. Verschiedene Futterstellen, aber auch Landwirte werden von der Katzenhilfe angefahren, damit die Katzen versorgt werden. Mutterlose oder ausgesetzte Katzenwelpen werden mit der Flasche aufgezogen und anschließend in ein Zuhause vermittelt. Die wild lebenden Katzen werden kastriert und tätowiert (Anm.: Die Tätowierung dient der individuellen Kennzeichnung des Tieres, sodass sich die Katze eindeutig zuordnen lässt. Bei der Tätowierung für Katzen bringt der Tierarzt meistens eine Tätowierung in beiden Ohren der Katze an. Damit ist die Nummer für jedermann, der die Katze findet, erkennbar). Laut Katzenschutzverordnung ist nur die Kennzeichnung durch einen Chip verpflichtend, der bei Tasso oder FIndefix registriert werden muss.

Katzenschutzverordnung sieht Kastrationspflicht vor

Seit dem 1.Juli 2023 gibt es eine Katzenschutzverordnung in der Stadt Cuxhaven. Laut dieser gibt es eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von frei lebenden und frei laufenden Katzen. Die Kastrationspflicht soll die Über-Population eindämmen. In nur sieben Jahren können eine einzige unkastrierte Katze und ihre Nachkommen rein rechnerisch bis zu 370.000 Nachkommen zeugen. 

Im Garten der Katzenhilfe gibt es viele verschiedene Futterstellen und wärmende Hütten für die Tiere. Foto: Brettschneider

Fundtiere einem Tierschutzverein melden

Aber was ist zu tun, wenn man eine fremde Katze bei sich im Garten entdeckt und diese häufiger auftaucht oder nicht in der Nachbarschaft zuzuordnen ist? "Wenn jemand auf seinem Grundstück eine herrenlose Katze entdeckt, sollte er sich so schnell wie möglich an einen Tierschutzverein wenden. Oftmals sind es entlaufene Tiere, die vielleicht zahm sind, aber sich draußen nicht auskennen oder aus ihrem Revier entlaufen sind. Wenn die Mieze sich nicht ,einfach so' in den Katzenkorb setzen lässt, sollte ein Tierschutzverein eine Lebendfalle aufstellen. Dafür benötigt man nämlich einen Fallenschein", erklärt Kristina Schnäckel. Jedes zugelaufene Tier sei erstmal ein Fundtier und "gehöre" der zuständigen Stadt oder der Gemeinde, die mit Tierschutzvereinen einen Vertrag abgeschlossen hat und auch für die Kosten zuständig ist. "Hier bei uns ist es das Tierheim in Cuxhaven, das zum Verein ,Eine Pfote-ein Versprechen' gehört."

Tiere sind keine Geschenke und Kosten sollten bedacht werden

Da Weihnachten vor der Tür steht, soll auch hier nicht unerwähnt bleiben, dass Tiere keine Geschenke sind. Bevor man sich eine Katze oder ein anderes Tier anschafft, sollte man sich das sehr gut überlegen, bittet Kristina Schnäckel. "Ist meine Lebenssituation so, dass ich genügend Zeit für eine oder zwei Katzen habe? Die Katzen möchten auch beschäftigt und gekuschelt werden. Katzen brauchen genügend Platz und Rückzugsorte. Was ist, wenn ich verreise? Habe ich jemanden, der meine Tiere dann versorgt? Habe ich die nötigen finanziellen Möglichkeiten?", führt sie weiter aus. Neben Futter und Ausstattung könnten auch Tierarztkosten ein großes Loch in die Kasse reißen. Neben der einmaligen Kastration und dem Chip kämen regelmäßige Impfungen auf einen zu.

Außerdem könne eine Freigängerkatze sich verletzen oder angefahren werden. "Da kommen schnell ein paar Hunderter oder gar Tausende Euro an Tierarztkosten zusammen. Heutzutage sollte man daher eventuell eine Versicherung in Erwägung ziehen."

Die Prototypen der Katzenhäuser sind einfache Kisten, die mit Styropor ausgekleidet werden. Gefüllt mit Streu bieten sie den frei und wild lebenden Katzen einen warmen Platz. Foto: Schnäckel
Mit einem kleinen "Dach" versehen schützt es die Katzen auch vor Regen. Die kleinen Häuser sind leicht zu bauen und benötigen auch nicht viel Platz. Werden die Häuser etwas erhöht hingestellt, beispielsweise auf einer Europalette, schützt die Tiere auch vor Bodenkälte. Foto: Schnäckel

Katzenhilfe mit einer Spende unterstützen

Falls man sich keine eigene Katze anschaffen, aber die Katzenhilfe unterstützen möchte, ist dies mit Spenden möglich. "Am meisten hilft man der Katzenhilfe Cuxhaven mit einer Geld- oder Futterspende." Alleine für Futter würden jährlich um die 20.000 Euro benötigt werden. Die Tierarztkosten würden sich auf 15.000 bis 25.000 Euro belaufen. "Da wir gemeinnützig sind, stellen wir selbstverständlich Spendenbescheinigungen aus", betont Kristina Schnäckel. "Im Moment gibt es auch noch den Wunschweihnachtsbaum beim Fressnapf in Cuxhaven. Jeder Euro und jeder Cent hilft den Tieren, das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. So können auch Streuner ein tolles Leben führen."

Die Daten des Spendenkontos können auf der Internetseite der Katzenhilfe, katzenhilfe-cuxhaven.de eingesehen werden. Auch Futterspenden sind willkommen.

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Bengta Brettschneider

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

bbrettschneider@no-spamcuxonline.de

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