Wo wird aktuell mit Öl geheizt und wo mit Gas? Wo kommen bereits erneuerbare Energien zum Einsatz? Fragen, die im Zuge der sogenannten kommunalen Wärmeplanung in der Samtgemeinde Land Hadeln untersucht wurden. Foto: dpa/Schuldt
Wo wird aktuell mit Öl geheizt und wo mit Gas? Wo kommen bereits erneuerbare Energien zum Einsatz? Fragen, die im Zuge der sogenannten kommunalen Wärmeplanung in der Samtgemeinde Land Hadeln untersucht wurden. Foto: dpa/Schuldt
Zukunft des Heizens

Kommunale Wärmeplanung in der Samtgemeinde Land Hadeln: Erste Ergebnisse liegen vor

von Christian Mangels | 03.12.2025

Wie sieht in der Samtgemeinde Land Hadeln die Wärmeversorgung der Zukunft aus? Das soll die kommunale Wärmeplanung beantworten. In der Sitzung des Samtgemeinderates wurden jetzt erste Ergebnisse vorgestellt - mit spannenden Erkenntnissen.

Wie kann die Samtgemeinde Land Hadeln in Zukunft klimafreundlich und sicher mit Wärme versorgt werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der kommunalen Wärmeplanung, die der Gemeindeverband seit März gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen evety und dem IT-Dienstleister DigiKoo vorantreibt. Im Samtgemeinderat stellte Merle Dümeland-Schäfer von der Firma evety erste Ergebnisse vor.

Der gesamte Wärmebedarf in der Samtgemeinde Land Hadeln beträgt derzeit rund 248 Gigawattstunden pro Jahr. Noch kommt ein Großteil der Wärme aus fossilen Quellen wie Erdgas (54 Prozent) und Heizöl (33 Prozent). Die jährlichen Emissionen, die der Wärmeerzeugung zuzuordnen sind, liegen bei 66.000 Tonnen CO2.

Die Zahl der beheizten Gebäude in der Samtgemeinde Land Hadeln liegt laut der Studie bei 10.351, davon gehören 92 Prozent in die Kategorie "Wohnen". 2768 der Gebäude (27 Prozent) wurden vor 1920 errichtet - das ist der größte Anteil -, gefolgt von dem Zeitraum 1960 bis 1980 mit 2043 Häusern (20 Prozent). 4087 Gebäude (40 Prozent) sind unsaniert, 5484 Häuser (53 Prozent) sind bereits zum Teil saniert. "Der Wärmebedarf könnte mithilfe von Sanierungsmaßnahmen um rund 46 Prozent reduziert werden", erläuterte Merle Dümeland-Schäfer.

Abwärmepotenzial an den Döhler-Standorten

Eine weitere, aber ernüchternde Erkenntnis der Untersuchung: In der Samtgemeinde eignen sich aufgrund der Wärmedichte nur fünf Teilgebiete - das sind 1,8 Prozent - für ein Wärmenetz. Aber Merle Dümeland-Schäfer zeigte auch mögliche Potenziale auf: So sieht sie an den Standorten der Döhler GmbH in Otterndorf und Neuenkirchen ein Abwärmepotenzial von insgesamt 29 Gigawattstunden pro Jahr. Und: Am Hauptpumpwerk in Otterndorf könnte dem Abwasser Wärme in Höhe von insgesamt rund elf Gigawattstunden pro Jahr entzogen werden. Die Expertin sieht zudem auf vielen Flächen der Samtgemeinde Möglichkeiten für Freiflächen-Solarthermie. Das Projekt läuft bis spätestens März 2026. Zum Abschluss soll es ein Bürgerforum geben. 

Weitere Themen aus dem Samtgemeinderat im Überblick:

Neuer Gemeindebrandmeister: Die Samtgemeinde Land Hadeln bekommt zum 1. Februar 2026 einen neuen Gemeindebrandmeister. Matthias Papke aus Neuhaus übernimmt das Amt von Tim Fritsche, der sich als Regierungsbrandmeister neuen Aufgaben widmet. Stellvertreter von Papke wird Christian Böhack aus Wanna.

Der eine geht, der andere kommt: Tim Fritsche (Mitte) übergibt das Amt des Gemeindebrandmeisters an seinen Nachfolger Matthias Papke (links). Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule (rechts) bedankte sich bei Fritsche und gratulierte Papke zu seinem neuen Amt. Foto: Mangels

Finanzspritze für Badsanierung: Die Samtgemeinde bemüht sich für die Otterndorfer Sole-Therme um Bundesmittel aus dem Sonderprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten", um zukünftig anstehende Sanierungen im siebenstelligen Bereich angehen zu können. Ob es mit der Finanzspritze klappt, ist ungewiss, da der Andrang auf diesen begehrten Fördertopf gewaltig ist, wie Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule erläuterte.

Abwasserbeseitigung: Der Samtgemeinderat hat den Beschluss gefasst, die Abwasserbeseitigung für die Bereiche Neuenkirchen, Nordleda, Osterbruch und Otterndorf an den Wasserversorgungsverband Land Hadeln zu übertragen. Für die Bürgerinnen und Bürger ändert sich nach Angaben des Samtgemeindebürgermeisters Frank Thielebeule bei den Gebühren oder Leistungen nichts. Die Übertragung bringe der Samtgemeinde eine Liquidität von rund vier Millionen Euro für das Jahr 2026 und ermögliche so Investitionen in andere Bereiche, so Thielebeule.

Neuer Behindertenbeauftragter: Der neue ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Samtgemeinde Land Hadeln, Hendrik Porath, hat sich im Samtgemeinderat vorgestellt. Er ist der Nachfolger von Karl-Wilhelm Hinsch, der das Amt zum Ende des Jahres 2024 abgegeben hatte. Porath stammt aus Lübeck, hat als Landschaftsgärtner, Pressefotograf und Sozialpädagoge gearbeitet und verfügt nach eigenen Angaben über umfangreiche Lebens- und Berufserfahrung im sozialen Bereich.

Moorbahn: Die Moorbahn in Wanna-Ahlenfalkenberg wird teurer. Sowohl bei den Standard- und Kurzfahrten als auch bei den "Nur mal kurz gucken"-Touren und Schülerfahrten werden die Preise zum 1. Januar 2026 leicht angehoben. Ein Beispiel: Ein erwachsener Fahrgast ohne Gästekarte zahlt für eine Standardfahrt künftig 13 Euro, bislang waren es zwölf Euro.  

Kita-Kosten: Ab dem Jahr 2026 will das Land Niedersachsen die Kommunen jährlich mit zusätzlichen 250 Millionen Euro für die Personalkosten in beitragsfreien Kitas unterstützen. Davon profitiert auch die Samtgemeinde Land Hadeln, die rund 700.000 Euro bekommen soll. Damit steigen die Chancen, dass die Samtgemeinde ihren Haushalt 2026 ausgleichen kann.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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