Konkrete Pläne: "Wählergemeinschaft" statt Parteien in Osten
Wie begeistert man Menschen für eine Kandidatur bei der Kommunalwahl im September? CDU und SPD haben Pläne für eine "Wählergemeinschaft" in Osten jenseits der Parteipolitik entwickelt. Was steckt dahinter?
Das könnte spannend werden: Ostens Bürgermeister Carsten Hubert, der seit 25 Jahren im Amt ist, tritt bei der Kommunalwahl im September nicht mehr auf Gemeindeebene an. Zweifelsohne eine Zäsur - und eine Zäsur ist auch das, was sich CDU und SPD ausgedacht haben: die Bildung einer "Wählergemeinschaft".
An Carsten Hubert (CDU) kommt man kommunalpolitisch in Osten nicht vorbei. Bei der letzten Kommunalwahl setzte er mit 536 Stimmen der Wählerinnen und Wähler wieder ein Ausrufezeichen. An dieses Ergebnis kam kein anderer Kandidat auch nur annähernd heran. Die Streitereien vergangener Wahlperioden zwischen CDU und SPD sind längst vorbei: "Die meisten, wenn nicht gar alle Beschlüsse haben wir im Rat gemeinsam gefasst", sagt Stephan Haak (Ratsherr in Osten und Mitglied des SPD-Ortsvereinsvorstandes Hemmoor, Hechthausen und Osten). Und er fügt hinzu: "Carsten macht eben einen guten Job."
"Wir beiden sind doch die alten Säcke"
Doch damit ist es bald vorbei. Hubert hatte Anfang des Jahres schließlich auch öffentlich angedeutet, dass er nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits interne Gespräche gegeben, wie CDU und SPD bei der Suche nach Kandidaten für die Kommunalwahl verfahren wollen. "Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt, gemeinsam etwas in Gang zu setzen", so der CDU-Politiker. Potenzielle Kandidaten seien vielleicht einfacher von einer Kandidatur zu überzeugen, wenn es sich nicht um die Bewerberliste einer Partei handele. Das hofft auch Stephan Haak: "Wir möchten dafür sorgen, dass es hier in Osten auch künftig Menschen gibt, die sich im Gemeinderat engagieren. Es muss ja einen Generationswechsel geben: Carsten und ich sind doch die alten Säcke."
Daher soll im September eine Kandidatenliste für eine "Wählergemeinschaft Osten" auf dem Wahlzettel stehen. Einzelne Ratsmitglieder, aber auch neue Kandidatinnen und Kandidaten hätten bereits ihre Bereitschaft erklärt, über diese Liste anzutreten. Hubert und Haak hoffen, dass man so auch mehr junge Leute und Frauen für die Arbeit im Gemeinderat begeistern könne. Wichtig für Haak ist: "Wir möchten auch Menschen ohne bisherige kommunalpolitische Erfahrung an die Ratstätigkeit heranführen und ihnen die Chance bieten, diese Erfahrungen dann zu sammeln."
Listenaufstellung ist im Mai gelant
Anfang Mai soll die Liste der neuen Wählergemeinschaft aufgestellt werden. Wer dann auf welchem Listenplatz stehe und was man erreichen wolle, werde man in Ruhe besprechen. Klar ist für CDU und SPD, dass in dieser Wählergemeinschaft "kein Platz für linkes und rechtes Gedankengut ist" (Hubert). Haak bezeichnet die künftige gemeinsame Liste als ein "Bündnis der Mitte".
Wer sich für eine Kandidatur interessiert, kann sich bei Carsten Hubert unter 01 73-60 645 09 oder bei Stephan Haak unter 01 51-17 14 43 46 melden.
Die beiden erfahrenen Kommunalpolitiker sehen in den kommenden Jahren interessante Aufgabenfelder für den Ostener Rat. Aktuell steht unter anderem die umfangreiche Sanierung der Festhalle ("Osteland-Festhaus") an. Ein großes Thema wird neben anderen örtlichen Projekten auch der (mögliche) Bau von Windparks sein. Durch die Windkraftnutzung verspricht sich der Rat hohe Einnahmen für die Gemeinde, um die Entwicklung des Ortes voranzutreiben (wir berichteten).