Stephan Haak (SPD, l.) und der langjährige Ostener Bürgermeister Carsten Hubert (CDU) werben im Vorfeld der Kommunalwahl im September für eine gemeinsame Kandidatensuche. Foto: Schröder
Stephan Haak (SPD, l.) und der langjährige Ostener Bürgermeister Carsten Hubert (CDU) werben im Vorfeld der Kommunalwahl im September für eine gemeinsame Kandidatensuche. Foto: Schröder
Kommunalwahl

Konkrete Pläne: "Wählergemeinschaft" statt Parteien in Osten

von Egbert Schröder | 20.03.2026

Wie begeistert man Menschen für eine Kandidatur bei der Kommunalwahl im September? CDU und SPD haben Pläne für eine "Wählergemeinschaft" in Osten jenseits der Parteipolitik entwickelt. Was steckt dahinter?

Das könnte spannend werden: Ostens Bürgermeister Carsten Hubert, der seit 25 Jahren im Amt ist, tritt bei der Kommunalwahl im September nicht mehr auf Gemeindeebene an. Zweifelsohne eine Zäsur - und eine Zäsur ist auch das, was sich CDU und SPD ausgedacht haben: die Bildung einer "Wählergemeinschaft".

An Carsten Hubert (CDU) kommt man kommunalpolitisch in Osten nicht vorbei. Bei der letzten Kommunalwahl setzte er mit 536 Stimmen der Wählerinnen und Wähler wieder ein Ausrufezeichen. An dieses Ergebnis kam kein anderer Kandidat auch nur annähernd heran. Die Streitereien vergangener Wahlperioden zwischen CDU und SPD sind längst vorbei: "Die meisten, wenn nicht gar alle Beschlüsse haben wir im Rat gemeinsam gefasst", sagt Stephan Haak (Ratsherr in Osten und Mitglied des SPD-Ortsvereinsvorstandes Hemmoor, Hechthausen und Osten). Und er fügt hinzu: "Carsten macht eben einen guten Job."

"Wir beiden sind doch die alten Säcke"

Doch damit ist es bald vorbei. Hubert hatte Anfang des Jahres schließlich auch öffentlich angedeutet, dass er nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits interne Gespräche gegeben, wie CDU und SPD bei der Suche nach Kandidaten für die Kommunalwahl verfahren wollen. "Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt, gemeinsam etwas in Gang zu setzen", so der CDU-Politiker. Potenzielle Kandidaten seien vielleicht einfacher von einer Kandidatur zu überzeugen, wenn es sich nicht um die Bewerberliste einer Partei handele. Das hofft auch Stephan Haak: "Wir möchten dafür sorgen, dass es hier in Osten auch künftig Menschen gibt, die sich im Gemeinderat engagieren. Es muss ja einen Generationswechsel geben: Carsten und ich sind doch die alten Säcke."

Daher soll im September eine Kandidatenliste für eine "Wählergemeinschaft Osten" auf dem Wahlzettel stehen. Einzelne Ratsmitglieder, aber auch neue Kandidatinnen und Kandidaten hätten bereits ihre Bereitschaft erklärt, über diese Liste anzutreten. Hubert und Haak hoffen, dass man so auch mehr junge Leute und Frauen für die Arbeit im Gemeinderat begeistern könne. Wichtig für Haak ist: "Wir möchten auch Menschen ohne bisherige kommunalpolitische Erfahrung an die Ratstätigkeit heranführen und ihnen die Chance bieten, diese Erfahrungen dann zu sammeln."

Listenaufstellung ist im Mai gelant

Anfang Mai soll die Liste der neuen Wählergemeinschaft aufgestellt werden. Wer dann auf welchem Listenplatz stehe und was man erreichen wolle, werde man in Ruhe besprechen. Klar ist für CDU und SPD, dass in dieser Wählergemeinschaft "kein Platz für linkes und rechtes Gedankengut ist" (Hubert). Haak bezeichnet die künftige gemeinsame Liste als ein "Bündnis der Mitte".

Wer sich für eine Kandidatur interessiert, kann sich bei Carsten Hubert unter 01 73-60 645 09 oder bei Stephan Haak unter 01 51-17 14 43 46 melden.

Die beiden erfahrenen Kommunalpolitiker sehen in den kommenden Jahren interessante Aufgabenfelder für den Ostener Rat. Aktuell steht unter anderem die umfangreiche Sanierung der Festhalle ("Osteland-Festhaus") an. Ein großes Thema wird neben anderen örtlichen Projekten auch der (mögliche) Bau von Windparks sein. Durch die  Windkraftnutzung verspricht sich der Rat hohe Einnahmen für die Gemeinde, um die Entwicklung des Ortes voranzutreiben (wir berichteten).

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Egbert Schröder
Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Gegendemo angekündigt

"Ausschließen": Presse beim AfD-"Bürgerdialog" im Kreis Cuxhaven unwillkommen

von Wiebke Kramp

Beim geplanten AfD-"Bürgerdialog" im Kreis Cuxhaven bleibt der Veranstaltungsort geheim und Pressevertreter werden ausgeschlossen. Zeitgleich rufen die "Omas gegen rechts" zu Protesten gegen die umstrittene Veranstaltung auf.

Bundesweiter Protest am Montag

Apotheker-Streik machen im Kreis Cuxhaven nicht alle mit: Welche Filialen öffnen

von Tim Larschow

Der Frust sitzt tief bei Apothekern. Am Montag (23. März 2026) wird das Folgen haben - in Form eines Apotheker-Streiks. Für diesen Tag sind bundesweite Aktionen und Schließungen angekündigt. Wo im Kreis Cuxhaven Folgen zu erwarten sind.

Fahrten gestoppt

Polizei kontrolliert vier Schwertransporte auf A27: Keiner darf weiterfahren

von Redaktion

In einer nächtlichen Kontrolle auf der A27 im Kreis Cuxhaven wurden vier Schwertransporte gestoppt. Alle Fahrzeuge wiesen erhebliche Mängel auf. Die Polizei verhängte ein Weiterfahrverbot.

Abstimmung mit AfD in Brüssel

EVP und die Brandmauer: EU-Abgeordneter McAllister aus  Bederkesa nimmt Stellung

von Tim Larschow

Mitglieder der Europäischen Volkspartei (EVP) sollen enger mit rechten Gruppen im Europaparlament zusammenarbeitet haben als bisher bekannt: Der Geestländer David McAllister, der seit 2015 Vizepräsident der EVP ist, äußerte sich jetzt deutlich.