Unter Beobachtung: Die AfD in Niedersachsen steht als Verdachtsfall im Fokus des Verfassungsschutzes. Foto: Carsten Koall/dpa
Unter Beobachtung: Die AfD in Niedersachsen steht als Verdachtsfall im Fokus des Verfassungsschutzes. Foto: Carsten Koall/dpa
Gegendemo angekündigt

"Ausschließen": Presse beim AfD-"Bürgerdialog" im Kreis Cuxhaven unwillkommen

von Wiebke Kramp | 20.03.2026

Beim geplanten AfD-"Bürgerdialog" im Kreis Cuxhaven bleibt der Veranstaltungsort geheim und Pressevertreter werden ausgeschlossen. Zeitgleich rufen die "Omas gegen rechts" zu Protesten gegen die umstrittene Veranstaltung auf.

Der Cuxhavener Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) hat über Soziale Netzwerke und auf seiner Homepage zu einem "Bürgerdialog" eingeladen - ausdrücklich "als Start in den Kommunalwahlkampf". Als prominenter Gastredner wird Serge Menga aus Essen für Sonnabend, 21. März 2026, um 16.30 Uhr angekündigt. Der deutsch-kongolesische Aktivist und Autor ist bekannt für kritische Äußerungen über Zuwanderung und macht Wahlkampf für die AfD.

Dabei filtert die Partei offensichtlich den Teilnehmerkreis. Denn zu diesem "Bürgerdialog" muss sich vorher registriert werden; eine Teilnahme ist ausdrücklich nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail möglich. Darüber, wo diese Veranstaltung allerdings stattfinden soll, hüllt sich die Partei in Schweigen. Dies soll den Interessierten persönlich mitgeteilt werden.

Mit dem "Bürgerdialog" will die AfD nach eigenen Angaben in den Kommunalwahlkampf starten. Archivfoto: Keck

Medien scheinen dabei unwillkommen zu sein. Eine Anmeldung von cnv-medien.de zwecks Berichterstattung wurde per E-Mail abgelehnt: "Der Betreiber der Lokalität wünscht keine Presse auf seinem Grundstück. Daher müssen wir eine Beteiligung ausschließen", teilte Jens Wiedmann, Pressesprecher AfD Cuxhaven und 2. Kreisvorsitzender der CN/NEZ-Redaktion nur lapidar am Freitagmittag (20. März 2026) per E-Mail mit. Zwei Tage zuvor hatte er CNV-Medien bekannt gegeben, dass die Veranstaltung auf einem privaten Grundstück stattfinde und dort angefragt werden müsse, ob eine Pressebeteiligung "erwünscht" sei. Die AfD in Niedersachsen wird gegenwärtig vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtet.

Die AfD in Niedersachsen wird gegenwärtig vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtet. Symbolfoto: Focke Strangmann

"Omas gegen Rechts" laden zur Demo nach Bad Bederkesa

Protest gegen die AfD-Versammlung richtet sich seitens der "Omas gegen Rechts". Die Polizeiinspektion Cuxhaven bestätigt, dass die "Omas" in Bad Bederkesa für Sonnabend, 21. März 2026, um 15.30 Uhr eine Demonstration angemeldet haben. Die Demo soll nach Kenntnis von cnv-medien.de in der Raiffeisenstraße stattfinden. Zur Teilnahme ruft ausdrücklich auch das "Bündnis für Respekt und Menschenwürde in Cuxhaven" auf und hofft auf breite gesellschaftliche Unterstützung.

Ein privater Landhandel in Bad Bederkesa stand bereits Anfang Februar 2025 im Fokus der "Omas gegen Rechts", nachdem dort zunächst eine AfD-Veranstaltung geplant worden war und an den Familienbetrieb appelliert wurde, "dieser Partei, die unsere Demokratie bedroht, keinen Raum zu bieten". Durch den großen öffentlichen Druck zog seinerzeit der Familienunternehmer seine Halle als Veranstaltungsort wieder zurück.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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