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Carsten Trinks und Anette Minners beklagen sich über unsachgemäße Arbeiten an Straßenbäumen – insbesondere blicken sie mit Sorge auf eine Allee in Neuhaus.
Carsten Trinks und Anette Minners beklagen sich über unsachgemäße Arbeiten an Straßenbäumen – insbesondere blicken sie mit Sorge auf eine Allee in Neuhaus.
Natur- und Umweltschutz

"Konzept statt Kahlschlag" - Baumexperten aus Neuhaus (Oste) fordern Schutzprogramm

von Wiebke Kramp | 29.10.2026

Die unsachgemäße Behandlung einer Baumallee in Neuhaus (Oste) nehmen die Experten Anette Minners und Carsten Trinks zum Anlass, für das Thema zu sensibilisieren. Sie fordern ein Konzept zum Schutz und für den Umgang mit Bäumen.

Carsten Trinks und Anette Minners aus Neuhaus sind in Sorge. "Die Neuhäuser Baumallee braucht ein Konzept statt Kahlschlag", finden der Diplom-Forstingenieur und die staatlich geprüfte Technikerin für Gartenbau.

Hintergrund ist der Zustand der Baumallee im Einfahrtsbereich von Neuhaus aus Richtung Otterndorf. "Noch vor zwei Jahren ist sie noch weitgehend intakt gewesen", beklagen die Fachleute. Seither werde sie zusehends ausgelichtet und gefällte Bäume würden nicht nachgepflanzt, sodass die Lücken größer werden. Ihre Befürchtungen sind sogar noch weitreichender.

Der in diesem Fall zuständigen Samtgemeinde Land Hadeln sprechen die beiden Neuhäuser nicht die gute Absicht ab und zeigen Verständnis für Gewährleistung von Lichtraumprofil und Verkehrssicherheit: "Dass solche Arbeiten nötig sind, steht außer Frage - doch fehlen der Wille und ein Plan, die Allee zu erhalten." Verständnis zeigen sie natürlich auch dafür, dass beispielsweise durch Pilzbefall kranke Bäume gefällt werden müssen, aber es sollten dafür Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Bei den Bäumen handelt es sich meist um heimische Eschen.

"Es fehlt an Fachwissen und Interesse"

Die Einschätzung der Experten: Es fehle offensichtlich an Fachwissen und Interesse. "Wir beobachten fachlich fragwürdige Schnittmaßnahmen: großflächige Schnittwunden, gekappte Äste auch straßenabgewandt, stark ausgelichtete Kronen und Stämme, die schutzlos der Sonne ausgesetzt sind." Die dauerhaften Folgen seien immens, befürchten sie. Denn die Bäume würden dadurch über Jahre geschwächt - "bis sie am Ende gefällt werden müssen". So verschwinde eine Allee auf Dauer allein durch unsachgemäße, übertriebene Pflege. Minners und Trinks möchten am Beispiel Neuhaus insgesamt auf die Problematik hinweisen und ausdrücklich für das Thema sensibilisieren.

Sie finden darüber hinaus: "Alleen sind mehr als landschaftsgestaltende Elemente. Ihr Anblick erfreut das Herz; sie führen unsere Straßen optisch, bremsen den Wind, schützen vor Bodenabtrag, kühlen im Sommer, bieten Kleintieren Lebensraum und verhindern im Winter Schneeverwehungen."

Daher richten sie ihren Wunsch in Richtung Samtgemeinde Land Hadeln, dem Thema nachhaltige Grünplanung mehr Gewicht zu geben. Als Sofortmaßnahme wünschen sie sich angemessene Ersatzpflanzungen für jeden entnommenen Baum. Mittelfristig halten sie aber ein verbindliches Baumkataster notwendig und langfristig einen Pflege- und Nachpflanzungsplan mit klaren Vorgaben an betreffende ausführende Firmen. "Für Bäume im öffentlichen Raum muss es ein Schutzprogramm geben."

"Uns liegt der Erhalt unserer Allee am Herzen - für uns und kommende Generationen", betonen die Experten. Sie verweisen auf entsprechende Förderprogramme zum Schutz von Alleen und Baumreihen als Kulturgut und komplexen Lebensraum. Gleichermaßen gehe es aber auch um Klimaschutzmaßnahmen. Förderungen gebe es auch in Niedersachsen (baumland-kampagne.de).

Das Natur- und Kulturgut Allee ist laut Heimatbund Niedersachsen ein wichtiges strukturgebendes Landschaftselement und trägt maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Daher ist es von hoher Bedeutung, den Erhalt der Alleen in Niedersachsen ebenso wie die öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Der Niedersächsische Heimatbund (NHB) engagiert sich seit 2015 für den Schutz und Erhalt der Alleen.

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Wiebke Kramp

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