Die Baumaßnahmen am Hemmoorer Gymnasium sind weit vorangeschritten. Die Aufnahme stammt aus dem Frühling. Bis Ende Januar 2025 soll die Schulerweiterung weitestgehend abgeschlossen werden. Archivfoto: Schröder
Die Baumaßnahmen am Hemmoorer Gymnasium sind weit vorangeschritten. Die Aufnahme stammt aus dem Frühling. Bis Ende Januar 2025 soll die Schulerweiterung weitestgehend abgeschlossen werden. Archivfoto: Schröder
Schulbau

Kreis Cuxhaven geht den Sanierungsstau an

von Ulrich Rohde | 09.12.2024

Die Liste der erforderlichen Schulsanierungen, -erweiterungen und Neubauten im Landkreis Cuxhaven ist lang, der Finanzierungsbedarf trotz knapper werdender Mittel gewaltig. Dennoch kommen mehrere Vorhaben voran oder befinden sich vor dem Abschluss.

Die Liste der erforderlichen Schulsanierungen, -erweiterungen und Neubauten im Landkreis Cuxhaven ist lang, der Finanzierungsbedarf trotz knapper werdender Mittel gewaltig. Dennoch kommen mehrere Vorhaben gut voran oder befinden sich bereits kurz vor dem Abschluss.

Dazu zählt auch das Gymnasium Hemmoor, wo eine neue Mensa, eine Aula, weitere Unterrichtsräume und zwei Musikräume auf gut 1800 Quadratmetern entstehen. Trotz einiger Verzögerungen soll der Bau bis Ende Januar 2025 übergeben werden. Die Gesamtkosten soll bei etwa 11,8 Millionen Euro liegen.

25 Millionen Euro für neue Sporthalle

Eines der größten Projekte des Landkreises ist die im Bau befindliche Vierfeld-Sporthalle als Ersatz für die Rundturnhalle in Cuxhaven. Die Fertigstellung ist für November 2025 vorgesehen. Bis März 2026 soll dann die alte Rundturnhalle abgerissen werden. Die Kreisverwaltung geht bislang davon aus, den Kostenrahmen von 25 Millionen Euro einhalten zu können.

Im Vergleich dazu erscheinen Vorhaben wie die Sanierung der Schulsportanlage in Otterndorf für 814.000 Euro, die Umgestaltung des Schulhofes der Osteschule Hemmoor für gut 330.000 Euro oder der Anbau für die Oberschule Cadenberge mit Kosten von 2,4 Millionen Euro noch geringfügig.

Eine Dauerbaustelle bleibt die umfangreiche denkmalschutzgerechte Sanierung des Lichtenberg-Gymnasiums in Cuxhaven. Der Unterricht findet bis zur angepeilten Fertigstellung im Herbst kommenden Jahres für fast 500 Schülerinnen und Schüler in 74 so genannten Mobilbauklassen (Containern) statt.

Ein weiteres Großprojekt kündigt sich an: Der Neubau der "Schule am Meer" in Cuxhaven-Döse. Er soll im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) umgesetzt werden. Derzeit erstellt ein Beratungsunternehmen die Ausschreibungsunterlagen.

Ranking der Gebäude mit größtem Sanierungsbedarf

Noch unklar ist, wie es mit der Oberschule Cuxhaven-Mitte (ehemals Bleickenschule) weitergeht. Die Stadt Cuxhaven erwägt einen Neubau der Gorch-Fock-Grundschule auf dem Gelände der Hermann-Allmers-Sporthalle, weil der Landkreis Neubaupläne für die Oberschule aus Kostengründen zurückgestellt hat. Beide Schulen teilen sich bislang das Gebäude an der Rathausstraße, was zu gravierenden Platzproblemen geführt hat. Ob doch am Neubau der Oberschule festgehalten wird oder der Landkreis der Stadt die Bleickenschule abkauft, ist derzeit Thema von Abstimmungsgesprächen zwischen beiden Kommunen.

Das sind nur die wichtigsten aktuellen Schulbaumaßnahmen des Landkreises. In den zahlreichen Liegenschaften des Landkreises schlummern allerdings noch viele weitere Problemfälle. Die Verwaltung hat daher eine systematische Zustandsbewertung vorgenommen. Die Kriterien richten sich im Wesentlichen nach den Bereichen Sicherheit und Brandschutz, Energie sowie sonstigen Aspekten. In einer Art Ampelsystem sind so die Liegenschaften mit dem größten Sanierungsbedarf (rot) bis hin zu jenen mit dem geringsten Bedarf aufgelistet. Die Bewertungstabelle wird laufend fortgeschrieben.

Cadenberger Gutspark auf Platz 1 der Negativliste

Unter den zehn Gebäuden, die sich im schlechtesten Zustand befinden, steht der Gutspark Cadenberge mit dem alten Internat und weiteren Bauten an erster Stelle. Das ehemalige Gutshaus der Grafen Bremer beherbergte jahrzehntelang Auszubildende, die an den BBS Cadenberge beschult werden. Es wurde erst kürzlich durch einen Neubau ersetzt. Die Nachnutzung des Gutshauses ist noch unklar. Auch das Gymnasium Wesermünde in Bremerhaven und auch die BBS Cuxhaven weisen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Hinzu kommt das Hermann-Allmers-Haus in Rechtenfleth, das sich in einem sehr schlechten Zustand befindet.

Der Hochbau-Ausschuss des Kreistages hat einer Anpassung der Auftragswertgrenze im Rahmen der Vergaberichtlinie zugestimmt. Aufgrund der stark gestiegenen Baukosten schien dies notwendig. Bisher war die Politik ab einer Summe von 250.000 Euro mit einzubeziehen. Künftig kann der Landrat bis zu einem Nettobetrag von 600.000 Euro allein entscheiden. 

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Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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