"Ich liebe das Meer und bin gerne am Strand oder im Hafen": Der SPD-Bundestagskandidat beschreibt das Cuxland als denjenigen Ort, an dem er auftanken kann. Foto: Potschka
"Ich liebe das Meer und bin gerne am Strand oder im Hafen": Der SPD-Bundestagskandidat beschreibt das Cuxland als denjenigen Ort, an dem er auftanken kann. Foto: Potschka
Bundestagswahl

Kultur bleibt für ihn Herzenssache: SPD-Kandidat Daniel Schneider im Porträt

von Kai Koppe | 31.01.2025

Vom Deichbrand-Macher zum Politiker: Nachdem er 2021 in den Bundestag eingezogen war, bewirbt sich der 48-jährige Cuxhavener erneut um ein Mandat für die SPD.

Viele haben ihn als "Vater" des Deichbrand-Festivals in Erinnerung, doch wenn Daniel Schneider heutzutage zwischen den Bühnen, der "Fire Stage" und der "Water Stage", unterwegs ist, kommt er als Gast, nicht als Veranstalter. Vor vier Jahren tauschte der 48-Jährige seine Tätigkeit als Kulturschaffender gegen die Politik, jagte dem CDU-Konkurrenten Enak Ferlemann das Direktmandat ab. Bei der Bundestagswahl am 23. Februar will Schneider den Wahlkreis erneut für die SPD holen.

In die Politik ist Daniel Schneider in der Erkenntnis gewechselt, "dass wir uns viel mehr für die Zukunft unserer Kinder einsetzen müssen". Noch vor Beginn der laufenden Legislatur hatte er sich deshalb auf die Fahnen geschrieben, die Energiewende voranzutreiben - durch massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien. Andererseits lag ihm eine Menge an der kulturellen Entwicklung seiner Heimatregion. Das Ticket nach Berlin, so der gebürtige Cuxhavener, habe ihm die Chance geboten, sein Engagement in diesem Bereich auf parlamentarischer Ebene fortzusetzen.

In das Mandat "reingewachsen"

In den Bundestag war Schneider, stellvertretender Fraktionssprecher für Kultur- und Medienpolitik, mit dem unverstellten Blick eines Quereinsteigers eingezogen. "Im Prinzip hat sich an meiner Sichtweise nichts geändert. Ich würde allerdings sagen, dass sie sich weiterentwickelt hat. Ich habe heute ein tieferes Verständnis für die politischen Abläufe, bin da selbst reingewachsen." Ignoranz oder mangelnde Kompromissbereitschaft hat der diplomierte Kommunikations- und Marketingwirt auf dem Hauptstadt-Parkett sowohl direkt als auch indirekt kennengelernt. Umso mehr Anerkennung wünscht er sich für die engagierten, um konstruktive Lösungen bemühten Kolleginnen und Kollegen: "Hinter den Kulissen wird wirklich sehr fleißig und hart an oftmals komplexen Themen gearbeitet. Respekt habe ich besonders für die Arbeit auf Regierungsebene. Die ist noch ein ganzes Stück intensiver."

Sein Leben steht nicht vollends im Zeichen der Politik. Im Alltag werde er als Mensch wie jeder andere wahrgenommen - als Nachbar, Bekannter oder Familienvater. "So prominent bist du als Bundestagsabgeordneter schließlich auch wieder nicht", meint er mit einem Augenzwinkern. Auch wenn er sich im Augenblick, also in Wahlkampfzeiten, in denen die Kandidaten von den allgegenwärtigen Plakaten herablächeln, viel weniger inkognito zu bewegen vermag als gewohnt. "Daran hab' ich mich gewöhnt", erklärt Schneider. "Damit gehe ich ganz locker um."

Mit seiner Familie pflegt Daniel Schneider ganz bewusst Rituale

Eine größere Herausforderung sei für ihn, Familie und Bundestagsmandat unter einen Hut zu bringen. Ganz gezielt plane er deshalb Zeit fürs Private, für seine Frau und die Kinder ein. Für seine zwei Jungs hat Schneider Rituale wie das abendliche Vorlesen entwickelt. Er zelebriert sie, wann immer es sich einrichten lässt, bringt seinen Jüngeren in den Wahlkreiswochen frühmorgens zur Kita. Den größeren Sohn begleitet er so oft es geht zu dessen Fußballturnieren. "Und ich trage mir im Kalender ein, wann Werder spielt. Manchmal gehen wir ins Stadion oder schauen möglichst alle Spiele zusammen mit der ganzen Familie, mit Großeltern und Onkel".

Die Leidenschaft für die Musik ist durch vielfältige Verpflichtungen ein wenig ins Hintertreffen geraten. "Wir haben aber Karten für Clueso", verrät Daniel Schneider; die Vorfreude auf das Event in der Elbphilharmonie sei bereits riesengroß. Außerdem ist da ja noch das im Juli wiederkehrende Deichbrand-Festival: "Da tanken wir dann auf, quasi für das ganze Jahr", sagt der SPD-Kandidat, der als Kraftquelle auch seine Heimat, das Cuxland, anführt. "Ich liebe das Meer und bin gerne am Strand oder im Hafen." Er schätze zudem den Menschenschlag hier, den weiten Horizont und die frische Luft.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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