Das Schwimmbad „Lambada“ (im Vordergrund links), eingebettet in das Lamstedter Schulzentrum und die Bernhard-Riemke-Sporthalle. Die Samtgemeinde erhofft sich Fördermittel in Millionenhöhe für einen Neubau, der das in die Jahre gekommene Bad ersetzen soll. Foto: Schröder
Das Schwimmbad „Lambada“ (im Vordergrund links), eingebettet in das Lamstedter Schulzentrum und die Bernhard-Riemke-Sporthalle. Die Samtgemeinde erhofft sich Fördermittel in Millionenhöhe für einen Neubau, der das in die Jahre gekommene Bad ersetzen soll. Foto: Schröder
Bundesprogramm

Für Bad-Neubau in Lamstedt: Samtgemeinde auf der Jagd nach Fördermitteln

von Ulrich Rohde | 08.06.2026

Die Samtgemeinde Börde Lamstedt plant einen Ersatzneubau für das marode Schwimmbad "Lambada" und ist auf der Suche nach Fördermitteln. Ein  Bundesprogramm könnte die Rettung für den Schwimmunterricht sein.

Neuer Versuch: Um die Finanzierung für einen Ersatzneubau für das abgängige Lamstedter Schwimmbad "Lambada" zu verwirklichen, hatte sich die Samtgemeinde Börde Lamstedt beim Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" beworben. Im ersten Durchgang ist nichts daraus geworden. Jetzt wird ein neuer Anlauf gestartet.

Seit Monaten versucht die Samtgemeinde, die nötigen Mittel aufzubringen, um das Bad zu erneuern - vorzugsweise ein neues zu bauen. Noch hält man alle Optionen in der Hand, aber die Finanzierung wird die Kommune nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Das Bad ist enorm wichtig, um unter anderem den Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche, der vom DLRG-Ortsverein gewährleistet wird, aufrechterhalten zu können. Doch sowohl die bauliche Substanz, als auch die Technik des rund 60 Jahre alten Bades ist heillos veraltet und kommt zunehmend an ihre Grenzen.

Hubboden ist der große Vorzug des Bades

Das Bad hat allerdings den großen Vorzug, dass hier alle Schwimmabzeichen trainiert und abgenommen werden können, weil es über einen Hubboden verfügt, der auf rund drei Meter Tiefe abgesenkt werden kann. Diese Fähigkeit soll möglichst auch ein neues Bad besitzen, weil sie in der Region einmalig ist. Die Bedeutung des "Lambada" für das Schulschwimmen, verschiedene Kurse sowie als Ausbildungsbecken für Rettungsschwimmer aus der gesamten Region ist kaum zu ermessen. Alternativen sind rar, denn in den Nachbarbädern gibt es quasi keine verfügbaren Hallenzeiten mehr.

Im Frühjahr nahm die Samtgemeinde daher an einem Interessenbekundungsverfahren für das Bundesprogramm teil. Es stellte sich bald heraus, dass es heillos, und zwar 22-fach, überzeichnet war, wie Samtgemeindebürgermeister Frank Springer gegenüber dem Samtgemeinderat am Donnerstag im Nindorfer "Dörphuus am Bullenberg" erläuterte. Das Programm war mit 333 Millionen Euro ausgestattet. Eingereicht wurden aber 3600 Projekte, davon 404 aus Niedersachsen. Das beantragte Fördervolumen betrug rund 7,5 Milliarden Euro. Aus dem Landkreis Cuxhaven kam kein einziges Projekt zum Zuge, also auch nicht der in Lamstedt geplante Schwimmbadneubau.

Nun gilt es, einen weiteren Versuch zu starten: Das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" hat einen neuen Projektaufruf speziell für Schwimmbäder initiiert. Das Fördervolumen beträgt hier 250 Millionen Euro. Die Interessenbekundung mit einer Vorstellung des Vorhabens muss bis zum 19. Juni erfolgen.

Mehr als eine Basisversion ist finanziell nicht darstellbar

Ursprünglich war vorgesehen, eine Beckenlänge von 25 Metern für das Ausbildungsbecken der DLRG anzugeben. Doch das würde die Gesamtkosten des Neubaus auf rund 15 Millionen Euro treiben. Maximal könnten im besten Fall 10 Millionen Euro an Fördermitteln generiert werden. Blieben 5 Millionen Euro Kosten bei der Kommune. Angesichts der Finanzlage der Börde unmöglich zu finanzieren. "Wir müssen realistisch bleiben", so Springer. Deswegen setzt er auf ein Becken mit den Maßen 16 zu 15,5 Meter plus Hubboden. Das würde etwa die Hälfte kosten. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg im Interessenbekundungsverfahren könnte die Nachhaltigkeit darstellen. Begleitend zum Hallenneubau soll ein Konzept zur Gewinnung von Energie und Wärme vorgelegt werden.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hatte kürzlich bei einem Besuch in Lamstedt eine Landesförderung von 1,5 Millionen Euro für das Bad zugesagt (wir berichteten). Hinzu könnten 500.000 Euro aus der Sportstättenförderung des Landkreises kommen.

Sanierung im Bestand könnte zum Bumerang werden

Eine Sanierung des "Lambada" im Bestand ist für den Verwaltungschef wie für den Samtgemeinderat nur die zweite Option. Denn erstens könnten in der Bauphase, vermutlich über mehrere Monate, keine Schwimmkurse stattfinden. Und zweitens könnte sich das betagte Bad bei einer Sanierung mit seiner überalterten Technik und der in die Jahre gekommenen Bausubstanz als echte Wundertüte - oder besser als Fass ohne Boden - erweisen.

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