Die Vorstände der fusionierenden Banken: (v.l.n.r) Rainer Peters (VBFOA), Pascal Brandtjen (SpaDaKa), Jennifer Klug (VBFOA), Ingo Lafrenz (SpaDaKa) und Sven van Haren (VBFOA). Foto: Larschow
Die Vorstände der fusionierenden Banken: (v.l.n.r) Rainer Peters (VBFOA), Pascal Brandtjen (SpaDaKa), Jennifer Klug (VBFOA), Ingo Lafrenz (SpaDaKa) und Sven van Haren (VBFOA). Foto: Larschow
Stark für die Zukunft

Fusion ohne Krise in Lamstedt: Zwei Banken bündeln ihre Kräfte für die Zukunft

von Tim Larschow | 15.04.2026

Die Spar- und Darlehnskasse Börde Lamstedt-Hechthausen und die Volksbank eG, Fredenbeck-Oldendorf-Ahlerstedt (VBFOA), fusionieren. Doch nicht etwa wegen finanzieller Schieflagen - das Gegenteil ist der Fall.

Das Motiv wird im Gespräch mit den Vorständen der beiden Banken schnell deutlich: "Zukunftsfähig bleiben, beide Häuser wahren und das, ohne die Identität zu verlieren. Die Kräfte sollen gebündelt werden", beschreibt SpaDaKa-Vorstand Ingo Lafrenz die Fusionspläne, bevor er ins Detail geht. Die ohnehin schon knappe und herausfordernde Personalsituation der SpaDaKa werde sich aufgrund demografischer Veränderungen weiterhin deutlich verschärfen und bei der Bewältigung zukünftiger regulatorischer Anforderungen an erhebliche Grenzen stoßen, erklärt Lafrenz. Wirtschaftlich steht das Unternehmen jedoch gut da.

"Kein Job wird durch die Fusion wegfallen"

Die VBFOA verfügt aktuell über eine gute Personaldecke und hat den vor vier Jahren begonnenen Generationenwechsel zu großen Teilen abgeschlossen. Dennoch sei auch hier zu merken, dass das Unternehmen aufgrund seiner Größe bei einzelnen regulatorischen Themen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen stehe. Wirtschaftlich ist auch die VBFOA gut aufgestellt.

Die Kundenstruktur beider Häuser ist ähnlich. Beide Banken sind stark in der Landwirtschaft verwurzelt, auch die Mitarbeitenden sind ländlich geprägt. Ziel sei es vor allem, in den Dörfern weiterhin präsent zu bleiben. "Das soll so bleiben, und wir wollen das auch weiter ausbauen", so Lafrenz.

Zu den Vorteilen der Fusion zählt unter anderem, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Arbeitgeberattraktivität zu steigern. Zudem werde Wert auf Arbeitsplatzsicherung und kurze Wege gelegt. "Kein Job wird durch die Fusion wegfallen. Ganz im Gegenteil", so VBFOA-Vorstand Sven van Haren.

Auch Bürokratieabbau und interner Austausch sollen verbessert werden. "Bisher löst jeder seine Probleme für sich. Zukünftig wollen wir unter anderem Expertenwissen austauschen", sagt VBFOA-Vorstand, Jennifer Klug. Ziel sei es, Kunden noch schneller zu helfen. Als Beispiel wurde angeführt, dass bei Urlaub eines Kreditsachbearbeiters künftig eine Vertretungsregelung greift, sodass das Tempo beibehalten wird.

"Wir haben es uns auf die Fahne geschrieben, in der Fläche präsent zu bleiben - und das mit Mitarbeitenden, die bekannt und kompetent sind", so Ingo Lafrenz. Van Haren ergänzt: "Die Standorte und die bekannten Gesichter bleiben."

Ein Verschmelzungsvertrag wird unterzeichnet

Die SpaDaKa hat 24 Mitarbeitende und zwei Auszubildende, die VBFOA beschäftigt 60 Mitarbeitende und sechs Auszubildende. "Trotz der Fusion bleiben wir vergleichsweise klein, aber es ist genau die richtige Größe für die Aufgaben in der Region", so Pascal Brandtjen, zweiter Vorstand der SpaDaKa neben Ingo Lafrenz.

"Wir wollen aktiv die Zukunft gestalten, und im Juni soll auf der Generalversammlung der Beschluss gefasst werden", so Brandtjen. Im Anschluss soll die Fusion ohne Zeitdruck bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Der neue Name der Genossenschaft wird "Volksbank eG" sein, die Namensgebung ist jedoch noch nicht final beschlossen.

Die Aufsichtsräte bleiben zunächst in ihrer jetzigen Form bestehen. Künftig werden acht Mitglieder von der VBFOA und sieben von der SpaDaKa vertreten sein. Außerdem wird es weiterhin Generalversammlungen geben, deren Veranstaltungsorte sich abwechseln sollen.

Der Verschmelzungsvertrag wird in den kommenden Wochen unterzeichnet. Die Mitglieder der SpaDaKa stimmen am 9. Juni, die der VBFOA am 30. Juni darüber ab. Der neue Vorstand soll aus Jennifer Klug, Pascal Brandtjen und Sven van Haren bestehen.

Das bisherige Vorstandsmitglied der SpaDaKa, Ingo Lafrenz, wird als Generalbevollmächtigter zum Regionaldirektor für die Filialen Lamstedt und Hechthausen ernannt. Die Entscheidungskompetenz vor Ort bleibt auch nach der Fusion unverändert bestehen. Altersbedingt scheidet Vorstandsmitglied Rainer Peters nach mehr als 26-jähriger Tätigkeit zum 31. Dezember 2027 aus der VBFOA aus.

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tlarschow@no-spamcuxonline.de

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