Volle Kirche in Lamstedt: Bewegender Jazz-Abend wirbt für Vielfalt und Toleranz
Der Jazzmusiker Uwe Steinmetz und sein "Listening Quintett" setzten bei einem Konzert in Lamstedt ein starkes Zeichen für Demokratie und Menschlichkeit und stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie gut Jazz, Religion und Spiritualität zusammenpassen.
Als "Bundesliga der Jazzmusik" kündigte Pastor Peter Seydell das "Listening Quintett" an. Ein Versprechen, dem die Vollblutmusiker bei ihrem Konzert für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt in der St.-Bartholomäus-Kirche mit jedem Titel gerecht wurden. Uwe Steinmetz (Saxofon), Daniel Stickan (Klavier), Lauren Steinmetz (Cello), Marcel Krömker (Kontrabass) und Boris Bell (Schlagzeug) nahmen das Publikum in der fast vollständig gefüllten Kirche mit auf eine Weltreise durch die unterschiedlichen Klangwelten des Jazz und zeigten, wie gut sie ihre Instrumente beherrschen.
Die erste Konzerthälfte stand ganz im Zeichen des "Spiritual Jazz". Verträumte Momente wie bei "Silence" wechselten sich mit rhythmisch-spritzigen Liedern ("Walk Spirit, Talk Spirit") ab. Das eindrucksvolle Stück "The Promise", das der gebürtige Bremervörder Uwe Steinmetz unter dem Eindruck eines Indien-Aufenthalts geschrieben hat, war dem indischen Saxofonisten Kadri Gopalnath gewidmet.

Nach der Pause wurde es noch internationaler - mit dem "liturgischen Jazz": Die Reise startete in New York bei "I heard the voice of Jesus say" aus der Jazzmesse von Ike Sturm, führte über Japan ("Hiroshima") und Guatemala ("The Peace of the Earth") bis nach Dänemark ("Diese Welt ist Gottes Gesang") und Äthiopien ("Into Light"). Als Gesangsgäste traten die Kinder von Lauren und Uwe Steinmetz, Leo und Elisabeth, eindrucksvoll in Erscheinung.
Durch Musik miteinander ins Gespräch kommen
Zwischendurch erzählten die Musiker Geschichten aus ihrem Leben mit der Musik und wie das bewusste Hören ihren Alltag prägt. Jazzpianist Daniel Stickan, der wie Uwe Steinmetz aus dem Norden stammt, berichtete von einem "Hörspaziergang" mit Jugendlichen durch Lüneburg. "Geräusche bewusst wahrnehmen ist eine Kunst, die wir im Alltag viel zu oft vergessen", sagte Stickan. Schlagzeuger Uwe Bell, der in Brandenburg lebt, hat das Dialogkonzert "Kein schöner Land" entwickelt, das Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten durch Musik miteinander ins Gespräch bringt.

Veranstalter des Konzerts war die Initiative Demokratie, die sich für Menschenwürde, Zusammenhalt und die Werte des Grundgesetzes einsetzt. "Es geht uns darum, dass die Menschen bei den im September anstehenden Kommunalwahlen einer der Parteien ihre Stimme geben, die gesichert auf dem Boden des Grundgesetzes stehen", erläuterte Pastor Peter Seydell. Die Initiative hat die Veranstaltung zusammen mit dem "Kulturyard" aus Cuxhaven und mit Unterstützung der Kulturstiftung der Weser-Elbe-Sparkasse auf die Beine gestellt.
"Musik bringt uns Menschen zusammen", lobte Samtgemeindebürgermeister Frank Springer die Organisatoren des Jazzkonzerts in seinem Grußwort und warb für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Der Erste Kreisrat und Kulturdezernent des Landkreises, Friedhelm Ottens, sagte: "Lasst uns dafür kämpfen, dass rechte Parteien wie die AfD keine einzige Stimme bekommen."
