Machbarkeitsstudie: Schritt zur modernen Kläranlage in der Börde Lamstedt
Die Börde Lamstedt plant die Zukunft ihrer Abwasserentsorgung. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob eine Sanierung oder der Neubau der Kläranlage erforderlich werden. Fördermittel für die Studie über 178.000 Euro wurden bereits bewilligt.
Es gibt zahlreiche Baustellen, an denen die Lamstedter Samtgemeindeverwaltung derzeit werkelt. Ob grundschulneu- oder -anbau, Ersatz für das Hallenbad "Lambada" oder der Ausbau der Ortsdurchfahrt - vieles ist in der Planung, manches erst in der Frühphase angedacht, nichts ist abgeschlossen. Etwas Bewegung kommt nun in das Thema Kläranlage.
Das so genannte Abwassermanagement in der Börde Lamstedt soll strategisch neu ausgerichtet werden. Dazu zählt vor allem die Lamstedter Kläranlage. Diese besitzt zwar noch eine Betriebsgenehmigung bis 20240. Aber schon jetzt gilt die Teichkläranlage als technisch überholt. Betreiber der Anlage ist im Auftrag der Samtgemeinde der Wasserverband Wingst.
Abwasserbeseitigungsanlage nicht zukunftsfähig
"Es besteht Handlungsbedarf", stellt Samtgemeindebürgermeister Frank Springer klar. Gemeinsame Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Cuxhaven und dem Wasserverband hätten ergeben, dass die Abwasserbeseitigungsanlage als nicht zukunftsfähig angesehen werden könne. Die Einhaltung von Grenzwerten der Abwasserreinigung werde bei zu erwartenden Grenzwertverschärfungen durch die Änderung der Einleitergenehmigung der Unteren Wasserbehörde immer schwerer zu erzielen sein. Deshalb sei es erforderlich, dass sich die Kommune rechtzeitig auf den Weg mache, um Alternativen auszuloten, wie die Abwasserreinigung künftig in der Börde organisiert werden könnte.
Voraussetzung dafür ist eine Machbarkeitsstudie, die von der Samtgemeinde in Auftrag gegeben wird. Das ist keine Kleinigkeit. Denn solch eine Studie läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und ist kostspielig. Knapp 200.000 Euro hat die Kommune dafür angesetzt und beim Land Niedersachsen eine Förderung des Vorhabens beantragt. Dazu ist jetzt der vorläufige Bewilligungsbescheid seitens der NBank eingegangen. Im Rahmen der "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Vorhaben zur strategischen Neuausrichtung des Wassermengenmanagements und des klimafolgenorientierten Ausbaus von Infrastrukturen der Wasserversorgung und -nutzung" (so der kurze Titel der Richtlinie) wurde eine Zuwendung in Höhe von fast 178.000 Euro für die Erstellung der Machbarkeitsstudie gewährt - 90 Prozent der zu erwartenden Kosten.
Verschiedene Varianten müssen betrachtet werden
In der Studie wird es dann darum gehen, eine Einschätzung des tatsächlichen Zustands der Kläranlage abzugeben sowie Varianten im Hinblick auf ihre technische Machbarkeit zu untersuchen. Eine der Varianten wäre die Sanierung der vorhandenen Anlage. Zwei weitere wären entweder ein Neubau am gleichen oder einem anderen Standort in der Samtgemeinde. Zusätzliche Möglichkeiten bestünden darin, die Abwasserreinigung aus der Kommune heraus zu verlagern und die Abwässer zur Kläranlage in Hemmoor, zur Abwasserbeseitigungsanlage in Cuxhaven oder in Bremervörde abzuleiten.
Die Planungen seien insgesamt komplex, so der Verwaltungschef. Denn es müsse davon ausgegangen werden, dass auch die Dimensionierung der Kläranlage Lamstedt betrachtet werden müsse. Sie müsse auf mindestens 10.000 Einwohnergleichwerte ausgerichtet werden (derzeit 7250), da auch die Erweiterung von Gewerbegebieten in Lamstedt in Planung sei. Auch diese müssten ans Abwassernetz angeschlossen werden. Mit dem Förderbescheid für die Machbarkeitsstudie hat die Samtgemeinde den ersten Schritt zu einer modernen, umweltgerechten Abwasserentsorgung in der Börde zurückgelegt.