Die Teichkläranlage in Lamstedt kommt hinsichtlich ihres Alters, ihrer Leistungsfähigkeit und zukünftig wohl auch im Hinblick auf die Einhaltung von Grenzwerten ans Limit. Eine Machbarkeitsstudie soll nun Alternativen aufzeigen. Foto: Rohde
Die Teichkläranlage in Lamstedt kommt hinsichtlich ihres Alters, ihrer Leistungsfähigkeit und zukünftig wohl auch im Hinblick auf die Einhaltung von Grenzwerten ans Limit. Eine Machbarkeitsstudie soll nun Alternativen aufzeigen. Foto: Rohde
Abwassermanagement

Machbarkeitsstudie: Schritt zur modernen Kläranlage in der Börde Lamstedt

von Ulrich Rohde | 04.04.2026

Die Börde Lamstedt plant die Zukunft ihrer Abwasserentsorgung. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob eine Sanierung oder der Neubau der Kläranlage erforderlich werden. Fördermittel für die Studie über 178.000 Euro wurden bereits bewilligt.

Es gibt zahlreiche Baustellen, an denen die Lamstedter Samtgemeindeverwaltung derzeit werkelt. Ob grundschulneu- oder -anbau, Ersatz für das Hallenbad "Lambada" oder der Ausbau der Ortsdurchfahrt - vieles ist in der Planung, manches erst in der Frühphase angedacht, nichts ist abgeschlossen. Etwas Bewegung kommt nun in das Thema Kläranlage.

Das so genannte Abwassermanagement in der Börde Lamstedt soll strategisch neu ausgerichtet werden. Dazu zählt vor allem die Lamstedter Kläranlage. Diese besitzt zwar noch eine Betriebsgenehmigung bis 20240. Aber schon jetzt gilt die Teichkläranlage als technisch überholt. Betreiber der Anlage ist im Auftrag der Samtgemeinde der  Wasserverband Wingst.

Abwasserbeseitigungsanlage nicht zukunftsfähig

"Es besteht Handlungsbedarf", stellt Samtgemeindebürgermeister Frank Springer klar. Gemeinsame Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Cuxhaven und dem Wasserverband hätten ergeben, dass die Abwasserbeseitigungsanlage als nicht zukunftsfähig angesehen werden könne. Die Einhaltung von Grenzwerten der Abwasserreinigung werde bei zu erwartenden Grenzwertverschärfungen durch die Änderung der Einleitergenehmigung der Unteren Wasserbehörde immer schwerer zu erzielen sein. Deshalb sei es erforderlich, dass sich die Kommune rechtzeitig auf den Weg mache, um Alternativen auszuloten, wie die Abwasserreinigung künftig in der Börde organisiert werden könnte.

Voraussetzung dafür ist eine Machbarkeitsstudie, die von der Samtgemeinde in Auftrag gegeben wird. Das ist keine Kleinigkeit. Denn solch eine Studie läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und ist kostspielig. Knapp 200.000 Euro hat die Kommune dafür angesetzt und beim Land Niedersachsen eine Förderung des Vorhabens beantragt. Dazu ist jetzt der vorläufige Bewilligungsbescheid seitens der NBank eingegangen. Im Rahmen der "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Vorhaben zur strategischen Neuausrichtung des Wassermengenmanagements und des klimafolgenorientierten Ausbaus von Infrastrukturen der Wasserversorgung und -nutzung" (so der kurze Titel der Richtlinie) wurde eine Zuwendung in Höhe von fast 178.000 Euro für die Erstellung der Machbarkeitsstudie gewährt - 90 Prozent der zu erwartenden Kosten.

Verschiedene Varianten 
müssen betrachtet werden

In der Studie wird es dann darum gehen, eine Einschätzung des tatsächlichen Zustands der Kläranlage abzugeben sowie Varianten im Hinblick auf ihre technische Machbarkeit zu untersuchen. Eine der Varianten wäre die Sanierung der vorhandenen Anlage. Zwei weitere wären entweder ein Neubau am gleichen oder einem anderen Standort in der Samtgemeinde. Zusätzliche Möglichkeiten bestünden darin, die Abwasserreinigung aus der Kommune heraus zu verlagern und die Abwässer zur Kläranlage in Hemmoor, zur Abwasserbeseitigungsanlage in Cuxhaven oder in Bremervörde abzuleiten.

Die Planungen seien insgesamt komplex, so der Verwaltungschef. Denn es müsse davon ausgegangen werden, dass auch die Dimensionierung der Kläranlage Lamstedt betrachtet werden müsse. Sie müsse auf mindestens 10.000 Einwohnergleichwerte ausgerichtet werden (derzeit 7250), da auch die Erweiterung von Gewerbegebieten in Lamstedt in Planung sei. Auch diese müssten ans Abwassernetz angeschlossen werden. Mit dem Förderbescheid für die Machbarkeitsstudie hat die Samtgemeinde den ersten Schritt zu einer modernen, umweltgerechten Abwasserentsorgung in der Börde zurückgelegt.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Ulrich Rohde
Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

rohde@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Bundesstraße 495

Große Sanierung der Lamstedter Ortsdurchfahrt startet im Mai

von Ulrich Rohde

Die umfassende Sanierung der Lamstedter Ortsdurchfahrt beginnt im Mai und bedeutet sieben Monate mit einigen Belastungen für Anwohner, Durchgangsverkehr und Gewerbetreibende. Im Zuge der Baumaßnahmen wird es zu Vollsperrungen kommen.

"Demokratie leben"

Der Grundstein ist gelegt: Neuer Treffpunkt für drei Dörfer entsteht in Hackemühlen

von Tim Larschow

Mit der Grundsteinlegung in Lamstedt-Hackemühlen fällt der Startschuss für eine neue Mehrzweckanlage. Sie soll künftig Vereinen und Bürgern aus drei Ortschaften Raum für Begegnung, Veranstaltungen und gemeinschaftliches Engagement bieten.

Förderung mit Fragezeichen

Land sagt Mittel zur Sanierung des Bördemuseums zu: Finanzierung bleibt unsicher

von Ulrich Rohde

Die Samtgemeinde Börde Lamstedt erhält Fördermittel zur Sanierung des Bördemuseums, doch eine  Finanzierungslücke bleibt. Kann die Kommune die restlichen Kosten stemmen und ihre kulturelle Infrastruktur sichern?

In die Arbeitswelt schnuppern

Unternehmenstag an der Oberschule Lamstedt: Betriebe begeistern Schülerschaft

von Redaktion

Beim Unternehmenstag in Lamstedt erlebten Schülerinnen und Schüler eine spannende Reise durch die Berufswelt. 14 regionale Betriebe boten praxisnahe Einblicke und weckten Interesse an lokalen Karrierechancen.