Zur Generalversammlung der Molkerei Lamstedt sind zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen. Foto: Springer
Zur Generalversammlung der Molkerei Lamstedt sind zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen. Foto: Springer
Generalversammlung

Molkerei Lamstedt - Eiweiß: "Ein Hype der nicht abflacht"

von Märthe Werder | 07.05.2026

Die Molkerei Lamstedt konnte eine erfolgreiche IFS-Zertifizierung auf der Generalversammlung verkünden. Das Jahr 2026 habe sehr gut gestartet. Im Trend liegt aktuell Eiweiß. 

Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Müller zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung an der Generalversammlung der Molkerei Lamstedt, die am Dienstag (5. Mai 2026) in Kohr's Gasthof in Abbenseth stattfand. Neben den Mitgliedern waren auch zahlreiche Gäste erschienen.

"Die Molkerei ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Region", betonte Lamstedts Bürgermeister Manfred Knust. Die Mitglieder würden ihre Produkte zeitgemäß und nahbar präsentieren. "Ich finde den modernen Auftritt in den sozialen Medien bemerkenswert."

"Es war eine echte Freude, die Motivation zu beobachten"

Geschäftsführer Dr. Jörn Uwe Starcke berichtete, dass die IFS-Zertifizierung (International Featured Standards) erfolgreich mit 92,96 Prozent bestanden wurde. Das ist ein international anerkannter Standard zur Überprüfung der Lebensmittelsicherheit und Produktqualität. Laut Starcke sei es ein extrem gutes Ergebnis. "Es war eine echte Freude, die Motivation zu beobachten", betonte er. Alle im Team hätten Vollgas für die Zertifizierung gegeben, sagte der Geschäftsführer.

Die Zahl der Milcherzeuger ist zum Vorjahr leicht gesunken von 125 auf 120 Betriebe. Der Kuhbestand liegt bei 14.202 Tieren, wodurch sich eine durchschnittliche Anzahl von Kühen pro Betrieb von etwa 118 Kühen ergibt. Die angelieferte Milch pro Betrieb belief sich auf über 1,21 Millionen Kilogramm. Insgesamt betrug die Vollmilchanlieferung über 145,8 Millionen Kilogramm, berichtete der Geschäftsführer. Der Fettgehalt lag bei 4,18 Prozent, der Eiweißgehalt bei 3,5 Prozent. Ein Kilogramm Milch kostete etwas mehr als 49 Cent ohne Umsatzsteuer. Der Jahresumsatz summierte sich auf etwas über 80 Millionen Euro.

Geschäftsführer Dr. Jörn Uwe Starcke präsentierte den Geschäftsbericht 2025. Foto: Werder

Im Jahr 2025 wurden acht Millionen Kilogramm Schlagsahne, 6,5 Millionen Kilogramm Butter, 800.000 Kilogramm Frischmilch sowie Schichtkäse in der Molkerei hergestellt. 

In die sogenannte Haltungsform 3 wurden bis einschließlich März 46 Betriebe aufgenommen, weitere sollen im Laufe des Jahres dazukommen. Die Haltungsform wird auch als Außenklima oder Frischluftstall bezeichnet.

Bei der Versammlung gab es zudem Wahlen. Carsten Beckmann aus dem Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls wiedergewählt wurden Marco Dammann, André Heitmann und Thomas Klemp aus dem Aufsichtsrat. Alle Gewählten nahmen die Wahl an.

Aktueller Eiweißtrend

Der Geschäftsführer beim Deutschen Milchkontor (DMK) Dr. Klaus Hein sprach in seinem Vortrag vor allem über das erhöhte Milchaufkommen und den aktuellen Eiweißtrend. Das Jahr 2026 habe sehr gut angefangen. "Ich kann mich nicht an so einen Start in den vergangenen Jahren erinnern", sagte er. Die Rohstoffmärkte seien zurzeit überversorgt, das Milchaufkommen bewege sich deutlich oberhalb der Vorjahresniveaus. "Das hohe Milchaufkommen und die Eskalation in Nahost bergen weiterhin Marktrisiken", erläuterte Hein. Es müsse mit geänderten Handelswegen und hohen Spritkosten umgegangen werden. Jedoch sei die Branche dadurch nicht stärker betroffen als andere, so Hein.

Ein zu beobachtender Trend ist die hohe Nachfrage nach Eiweiß. Das DMK könnte laut Hein das Doppelte an körnigem Frischkäse von dem, was produziert werde, verkaufen. "Es ist aktuell ein Hype, der nicht abflacht."

Der Geschäftsführer gab zudem ein Update zu der geplanten Fusion mit dem dänischen Branchenriesen Arla. "Wir sind einen deutlichen Schritt weiter, aber wir sind weiterhin Wettbewerber und noch nicht fusioniert." Es sei ein Prozess, der auch juristisch viel Vorbereitung benötige. Am Ende sollen Arla und das DMK zu einer Genossenschaft fusionieren.

Zum Abschluss hielt Dr. Klaus Hein noch einen Vortrag zu aktuellen Themen. Foto: Werder

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Märthe Werder

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