Raiffeisen Weser-Elbe erweitert Markt in Lamstedt: Verkaufsfläche doppelt so groß
Die Raiffeisen Weser-Elbe plant, ihren Markt in Lamstedt von rund 750 auf 1500 Quadratmeter zu erweitern. Diese Vergrößerung soll nicht nur die Verkaufsfläche verdoppeln, sondern auch die Attraktivität der Nahversorgung im Ort steigern.
Die Raiffeisen Weser-Elbe eG plant die Erweiterung ihres Marktes in Lamstedt. Die Genossenschaft mit Sitz in Bad Bederkesa möchte die Verkaufsfläche von bisher rund 750 auf künftig etwa 1500 Quadratmeter vergrößern. Im gleichen Zuge soll der Raiffeisenmarkt modernisiert werden.
Der Sektor landwirtschaftlicher Produkte soll zeitgleich vom Standort an der Bremervörder Straße (B495) an den Standort nach Mittelstenahe umverlegt werden. Der Raiffeisenmarkt verfügt dann über ein Sortiment mit Gartenbedarf, Tierbedarf, Heimwerkerabteilung, Motoristik (Rasenmäher. Mähroboter und Aufsitzmäher), Funktionsbekleidung sowie Reitsport-Zubehör. Insgesamt betreibt die Genossenschaft sechs Raiffeisenmärkte in Cuxhaven, Bad Bederkesa, Otterndorf, Freiburg (Elbe), Spieka und Dorum.
Interkommunaler Vertrag mit Hemmoor wird von den Plänen nicht berührt
Aufgrund der künftigen Großflächigkeit des Einzelhandelsstandortes muss in einem Bauleitplanverfahren auch die Raumverträglichkeit geprüft werden. Dabei soll der Standort um eine südlich gelegene Grundstücksfläche erweitert werden. Geprüft wurde, ob die räumliche Erweiterung und Umstrukturierung den Interkommunalen Vertrag mit dem Mittelzentrum Hemmoor aus dem Jahr 2007 berührt. Dieser Vertrag ermöglichte der Gemeinde Lamstedt unter gewissen Voraussetzungen die Erweiterung des Einrichtungshauses Steffens. Im Gegenzug haben sich Gemeinde und Landkreis Cuxhaven verpflichtet, im Umfeld des Möbelhauses und der benachbarten Lebensmittelmärkte keine weiteren Sondergebiete für großflächigen Einzelhandel einzurichten. Eine Beeinträchtigung dieser Vereinbarung und der Interessen der Stadt Hemmoor stelle die Erweiterung des Raiffeisenmarktes laut Gutachten nicht dar. Das Grundstück grenze zwar an den vertraglich eingeschränkten Bereich, liege jedoch vollständig außerhalb davon.
Die Sortimente der Versorgungszentren würden durch den Markt nicht berührt, weil dessen Angebot nicht vergleichbar ist und es somit nicht zu Beeinträchtigungen komme. Gegen das Vorhaben liegen keine gutachterlichen Bedenken vor. Maximal 10 Prozent der Sortimente des Raiffeisen-Standortes dürfen zentrenrelevant sein.
Stärkung der grundzentralen Versorgungsfunktion Lamstedts
Eine Stärkung des ansässigen Raiffeisen-Marktes und ein Ausbau der Kaufkraftbindung innerhalb der Samtgemeinde Börde Lamstedt sei demnach vielmehr grundsätzlich im Sinne der Stärkung der grundzentralen Versorgungsfunktion Lamstedts sowie einer Stärkung der wohnortnahen Nahversorgung der Bevölkerung, Denn das Gros des Sortiments "Heimtierbedarf" entfalle auf das Segment "Heimtierfutter" und diene damit auch der Nahversorgung.
Für die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen wird der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt, mit dem der im Bebauungsplan Nr. 11 "Schmaläcker" verzeichnete Standort zu einem Sonstigen Sondergebiet umgeplant wird.
Nach Beratung durch die Gemeinde Lamstedt wurde ein Aufstellungsbeschluss zu einer Bauleitplanung durch den Samtgemeindeausschuss am 15. Mai 2025 getroffen. In der Zwischenzeit wurde an einem Bauleitplanentwurf mit Gutachten gearbeitet und ein Standortkonzept für das Grundzentrum Lamstedt durch den Rat Lamstedt parallel bzw. als gesonderter Tagesordnungspunkt beraten.
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