Tierdiebstahl in Lamstedt: Vier Kaninchen zurückgekehrt - aber große Sorge um "Fee"
Überraschende Wendung: In Lamstedt (Kreis Cuxhaven) kehren nach einem nächtlichen Diebstahl vier Kaninchen unerwartet zurück. Doch Zwergkaninchen "Fee" bleibt ein Rätsel. Der Verein rechnet mit dem Schlimmsten - und startet einen Aufruf.
Im Fall des nächtlichen Tierdiebstahls in Lamstedt gibt es eine überraschende Wendung - und zugleich bleibt die Sorge groß: Vier der fünf gestohlenen Kaninchen sind wieder aufgetaucht. Das fünfte Tier, Zwergkaninchen Fee, wird weiterhin vermisst.
Wie Anni Hansen, Vorsitzende des Vereins "Artgerechte Kaninchenliebe", berichtet, wurden die Tiere in der Nacht zu Donnerstag (23. April 2026) oder am frühen Donnerstagmorgen offenbar von den Tätern zurückgebracht. "Plötzlich hoppelten sie wieder über die Wiese", sagt Hansen. Die Rückkehr sei leise und unbemerkt erfolgt, Hinweise auf die Verantwortlichen gebe es bislang nicht.
Die Erleichterung überwiegt - doch sie ist gedämpft. Denn die zurückgebrachten Kaninchen befinden sich weiterhin in einem geschwächten Zustand und müssen medizinisch versorgt werden. "Wir sind froh, dass sie wieder da sind. Aber sie haben viel durchgemacht", erklärt Hansen. Die Tiere seien aufwendig in Behandlung gewesen, einige hätten dringend Medikamente benötigt.

Unklar bleibt, warum die Täter die Kaninchen zurückbrachten. Für Hansen liegt der Verdacht nahe, dass die Pflege der kranken Tiere unterschätzt wurde. "Vielleicht haben sie gemerkt, dass sie damit überfordert sind", sagt sie. Schon zuvor hatte sie vermutet, dass hinter der Tat möglicherweise falsch verstandene Tierliebe stecken könnte.

Kaninchen Fee hat Probleme mit den Zähnen
Doch bei aller Erleichterung bleibt eine schmerzliche Lücke: Das schwarze Zwergkaninchen Fee ist weiterhin verschwunden. Für Hansen ist das schwer zu ertragen. In einem eindringlichen Appell richtet sie sich direkt an die Täter: "Bitte bringt auch Fee zurück - tot oder lebendig." Sollte das Tier die Tage nicht überlebt haben, bittet sie zumindest darum, Gewissheit zu bekommen. "Dann soll das Kaninchen wenigstens würdig begraben werden können", sagt Anni Hansen. Fee hat Probleme mit den Zähnen und sollte eigentlich in Kürze operiert werden. "Sie benötigt Medikamente und Peppelfutter", erklärt Anni Hansen.

Nicht nur die Vereinsvorsitzende vermisst Fee, auch die Patenfamilie des kranken Kaninchens, Familie Buck aus Drangstedt. "Wir hoffen, dass die Diebe Fee wieder zurückbringen und nicht irgendwo aussetzen", sagt Andrea Buck. Und ihre Tochter Ylva meint: "Ich finde das total doof, dass jemand so etwas macht."
Der Verein "Artgerechte Kaninchenliebe" hat unterdessen eine Art Kaninchenklappe eingerichtet - eine Transportbox, die vor der örtlichen Igelrettung aufgestellt wurde. Sie soll es den Tätern erleichtern, auch Kaninchen Fee zurückzugeben, ohne entdeckt zu werden. "Uns geht es darum, dass Fee wieder nach Hause kommt", betont Hansen. Die Klappe werde regelmäßig kontrolliert.
Unterstützung erhält der Verein auch aus der Bevölkerung. Viele Tierfreunde verfolgen den Fall aufmerksam, teilen die Aufrufe in sozialen Netzwerken und hoffen auf ein gutes Ende. Für die Helfer vor Ort bedeutet die Situation dennoch eine große emotionale Belastung. "Ich bin fix und fertig", sagt Anni Hansen.
Die Polizei ermittelt weiter. Ob die Rückkehr der vier Tiere neue Hinweise liefert, ist derzeit unklar. Die Auswertung des Videomaterials läuft weiterhin. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Hemmoor unter Telefon (04771) 6070 zu melden.
Für den Verein bleibt die Hoffnung, dass auch das letzte Kaninchen den Weg zurückfindet - und dieser ungewöhnliche Fall doch noch ein vollständiges gutes Ende nimmt.