Die ausgestellten Trophäen bei der Hegeschau in Lamstedt, wo Tradition und moderne Herausforderungen der Jägerschaft im Fokus standen. Zur Jahreshauptversammlung waren etliche Mitglieder in der Bördehalle zusammen gekommen. Fotos: Brettschneider
Die ausgestellten Trophäen bei der Hegeschau in Lamstedt, wo Tradition und moderne Herausforderungen der Jägerschaft im Fokus standen. Zur Jahreshauptversammlung waren etliche Mitglieder in der Bördehalle zusammen gekommen. Fotos: Brettschneider
Jägertag 2026

Bei der Jahreshauptversammlung der Jäger in Lamstedt rückt der Wolf in den Fokus

von Bengta Brettschneider | 19.04.2026

Lamstedt wird zum Treffpunkt der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven: Bei der Jahreshauptversammlung prägen Ehrungen, Wahlen und die letzte Hegeschau das Bild. Zugleich bestimmen Wolfsmanagement, Jagdrecht und Neuerungen die Debatten.

Die Bördehalle in Lamstedt war gut gefüllt, als die Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven zu ihrem Jägertag (18. April 2026) mit Jahresversammlung und Hegeschau eingeladen hatte. Bereits ab 11 Uhr wurde die Hegeschau eröffnet, bevor um 13 Uhr die Versammlung begann.

Der Vorsitzende Andreas Schwanke begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Verbänden. Unter ihnen Landrat Thorsten Krüger, Bürgermeister Manfred Knust sowie der Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß, der die Festtagsrede hielt. Auch Vertreter aus Samtgemeinde, Jagdbehörde, Ordnungsamt, Landvolk und Kreisjägerschaft waren anwesend.

Frauenpreiß fordert praxisnahe Lösungen

Christoph Frauenpreiß betonte in seiner Rede die Verantwortung der Jägerschaft im Umgang mit Natur und Tieren. Besonders beim Thema Wolf forderte er praxisnahe Lösungen. "Ein Radius von einem Kilometer ist bei einem Tier wie dem Wolf, das für sein ausgeprägtes Wanderverhalten bekannt ist, schlicht lächerlich", betonte er. Auf Bundesebene werde mit 20 Kilometern gearbeitet - einem Wert, der auf fachlichen Einschätzungen basiere.
Anschließend gab der Vorsitzende Andreas Schwanke einen Überblick über die Entwicklung der Jägerschaft und Schatzmeister Dr. Stefan Thiems stellte die Finanzlage vor. Für 2027 ist eine Beitragserhöhung von jährlich 108 Euro geplant. Über diese Entscheidung wurde einstimmig abgestimmt.

Auf der Jahresversammlung der Jägerschaft Land Hadeln-Cuxhaven wurden langjährige Mitglieder ausgezeichnet. Foto: Brettschneider

Ehrungen, Mitgliederentwicklung und starke Zahlen

Ein besonderer Teil des Tages war den Ehrungen gewidmet. Ausgezeichnet wurden Mitgliedschaften von 25 bis 65 Jahren. Für die 65-jährigen Mitgliedschaften wurden Uwe Ojemann aus Wanna und Klaus Wessel aus Cuxhaven. Die Ehrenmitgliedschaft erhielten Günter Meyer (Cuxhaven), Horst Pöpke (Hemmoor) und Hinrich Söhl (Lamstedt).

Bundesweit gibt es 468.000 Jagdscheininhaber, ein deutlicher Anstieg seit 1984. Im Landkreis Cuxhaven kommt statistisch ein Jagdscheininhaber auf rund 100 Einwohner. Rund 5,8 Millionen legale Waffen stehen etwa 30 Millionen illegalen Schusswaffen gegenüber. Die Jägerschaft fordert daher mehr Augenmaß bei rechtlichen Bewertungen und Ausnahmen für Jagdscheininhaber beim Messerrecht.

Ehrung und Tradition: Mitglieder der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven werden für langjährige Treue ausgezeichnet. Foto: Brettschneider
Andreas Schwanke, Vorsitzender der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven, gratuliert einem langjährigen Mitglied zu seiner Auszeichnung. Foto: Brettschneider

Neustrukturierung der Jungjägerausbildung

Im Bereich Wildtiermanagement wurden Fortschritte vorgestellt: 20 Drohnenteams unterstützen inzwischen die Kitzrettung vor der Mahd. Die Ausbildung der Jungjäger wird zukünftig neu strukturiert: Ab dem Lehrgang 26/27 erfolgt die Jungjägerausbildung gemeinsam für beide Jägerschaften im neuen Seminarraum Holzurburg. Auch organisatorisch stehen Veränderungen an. Die Jahresversammlung soll künftig in ihrer bisherigen Form überarbeitet werden, da Aufwand und Teilnahme rückläufig seien. Auch die Hegeschau in ihrer bisherigen Form wird beendet.

Ein zentrales Zukunftsthema bleibt der Wolf. Das Bundesjagdgesetz eröffnet den Ländern ab 2026 eine Drei-Säulen-Struktur zum Umgang mit dem Wolf: Erstens ein Reaktionsmanagement mit schnellen Eingriffen direkt nach einer Rissbegutachtung - im Radius von 20 Kilometern und für sechs Wochen. Zweitens ein Bestandsmanagement zur langfristigen Steuerung der Population. Und drittens wolfsfreie Weidegebiete, etwa an Deichen, wo ein Schutz durch Zäune nicht praktikabel ist. Solange die Länder ihr Landesjagdgesetz (LJagdG) nicht angepasst haben, gilt das Bundesjagdgesetz (BJagdG).

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Bengta Brettschneider

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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