Mehr E-Ladesäulen für Land Hadeln: Das steckt hinter den neuen Plänen
Die Samtgemeinde Land Hadeln will die öffentliche E-Ladeinfrastruktur deutlich ausbauen. Gemeinsam mit der Firma Orange Charging sollen auch kleinere Mitgliedsgemeinden versorgt werden - möglichst mit mindestens einem Ladepunkt in jedem Ort.
In Otterndorf gibt es bereits mehrere Möglichkeiten, ein Elektroauto aufzuladen. In vielen kleineren Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Land Hadeln sieht es dagegen noch deutlich dünner aus. Das soll sich ändern: Gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen Orange Charging will die Samtgemeinde den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur vorantreiben. "Ziel soll es sein, in jeder Gemeinde mindestens einen Ladepunkt zu errichten", sagte Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule im Umwelt- und Klimaausschuss.
Die Überlegungen befinden sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Nach einer ersten Prüfung wären nach Angaben der Verwaltung mindestens 46 Ladepunkte an 17 Standorten denkbar. Vorrangig geht es dabei um Ladestationen mit einer Leistung von 11 Kilowatt. Als mögliche Standorte kommen unter anderem Parkplätze an kommunalen Liegenschaften, Dorfgemeinschaftshäusern oder Gastronomiebetrieben infrage.
Gemeinde stellt geeigneten Stellplatz zur Verfügung
Für die Kommunen ist vor allem das von Orange Charging angebotene Betreibermodell interessant. Die Gemeinde stellt einen geeigneten Stellplatz zur Verfügung, das Unternehmen übernimmt nach seinen Angaben die Errichtung der Ladestation, organisiert den Netzanschluss und kümmert sich anschließend um Betrieb und Wartung. Für die Samtgemeinde beziehungsweise die Mitgliedsgemeinden sollen dadurch keine Investitions- und laufenden Betriebskosten entstehen. Die Nutzer zahlen für den geladenen Strom. Zudem ist eine Beteiligung der Kommune an den Einnahmen aus dem Stromverkauf möglich, wobei es nach Einschätzung der Verwaltung eher um kleinere Beträge gehen dürfte.
Orange Charging ist in der Region kein völlig unbekannter Anbieter. Das Unternehmen hat unter anderem in der Gemeinde Hagen im Bremischen Ladeinfrastruktur aufgebaut. Für die Installation arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben ausschließlich mit zertifizierten Fachpartnern zusammen.
Eigentlich sollte ein Vertreter von Orange Charging das Konzept am Dienstag persönlich im Umwelt- und Klimaausschuss vorstellen. Daraus wurde jedoch nichts: Rund 20 Minuten vor Beginn der Sitzung sagte er seine Teilnahme ab, weil er im Stau stand. So übernahm Klimaschutzmanager Ben Scheit die Aufgabe, den Ausschussmitgliedern einen ersten Überblick über die Pläne zu geben.
Eine von Scheit gezeigte Karte machte deutlich, dass zahlreiche mögliche Standorte im gesamten Samtgemeindegebiet bereits betrachtet worden sind. Nach Angaben der Verwaltung finden sich in nahezu allen Mitgliedsgemeinden grundsätzlich geeignete kommunale Flächen. Wo tatsächlich Ladesäulen entstehen, ist aber noch nicht entschieden. Über die Bereitstellung von Flächen und entsprechende Gestattungsverträge müssen jeweils die Eigentümer - das sind in der Regel die Mitgliedsgemeinden - entscheiden.
Gerade die Versorgung der kleineren Orte spielte in der Ausschusssitzung eine Rolle. "Wichtig wäre es, wenn auch die kleinen Dörfer angeschlossen werden", sagte Steinaus Bürgermeister Armin Heitmann. Steinau war auf der vorgestellten Karte mit möglichen Standorten bislang noch nicht verzeichnet.
Diskussionsbedarf gibt es auch bei der Ladeleistung. Vorgesehen sind bislang überwiegend 11-kW-Wechselstrom-Ladesäulen. Das hinzugewählte Ausschussmitglied Welf Quassowsky regte an, auch leistungsstärkere Stationen in den Blick zu nehmen, damit Elektroautos schneller geladen werden können.
Samtgemeindebürgermeister Thielebeule sieht in dem Modell vor allem den Vorteil, dass ein Ausbau möglich wäre, ohne die kommunalen Haushalte mit hohen Investitionen zu belasten. Orange Charging sei bei der Umsetzung zudem "flexibler" als andere Anbieter, sagte er. Noch seien jedoch einige Fragen offen und die Gespräche mit dem Unternehmen stünden erst am Anfang.
Die Beratung über die Ladeinfrastruktur fiel zugleich in eine besondere Sitzung: Es war die letzte Sitzung des Umwelt- und Klimaausschusses in dieser Legislaturperiode - und zugleich die letzte unter der Leitung von Walter Rademacher. Rademacher wird dem künftigen Samtgemeinderat nicht mehr angehören.
Deshalb soll Orange Charging in der neuen Wahlperiode erneut in den Umwelt- und Klimaausschuss eingeladen werden. Dann soll der ausgefallene Vortrag nachgeholt und geklärt werden, wie aus den bislang ermittelten möglichen Standorten ein flächendeckendes Ladenetz für Land Hadeln werden kann.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.