Im Hafen entstehen die Liegeplätze 5 bis 7 - neben dem Liegeplatz 4 (rechts). Grafik: NPorts
Im Hafen entstehen die Liegeplätze 5 bis 7 - neben dem Liegeplatz 4 (rechts). Grafik: NPorts
Spannende Einblicke

Bau der Liegeplätze 5 bis 7 im Hafen von Cuxhaven: Zahlen, Fakten, Hintergründe

von Kai Koppe | 26.02.2025

Was bedeutet die größte Hafenentwicklung der letzten 30 Jahre für Cuxhaven? Knut Kokkelink von Niedersachsen Ports gibt spannende Einblicke und erklärt, warum das Projekt jetzt höchste Priorität hat.

In Gestalt des NPorts-Niederlassungsleiters Knut Kokkelink hatte der NVC für seinen jüngsten Vortragsabend einen Referenten gewonnen, der in Sachen Liegeplatz-Bau voll im Thema steckt. Zahlen, Fakten, Hintergründe: Kokkelink hatte alles parat.

"Die größte Hafenentwicklung der letzten 30 Jahre": Was das Vorhaben für den Standort Cuxhaven bedeutet, machte der Referent unmissverständlich deutlich. Knut Kokkelink, Leiter der örtlichen Niedersachsen Ports-Niederlassung, berichtete vor kürzlich vor Mitgliedern des Nautischen Vereins Cuxhaven (NVC) über den als "Lückenschluss" propagierten Bau der Liegeplätze 5, 6 und 7. Nur wenige Tage nach Baubeginn erfuhr das Seefahrt-affine Publikum auf diese Weise aus erster Hand, was zwischen Europakai und Offshore-Basishafen passiert.

In seinem mit Zahlen und Fakten gespickten Vortrag kam Kokkelink kurz auf den in der zweiten Februarwoche erfolgten symbolischen ersten Rammschlag zu sprechen; bedeutsam war das Datum nicht zuletzt mit Blick auf das seit 2020 bestehende Baurecht, das nur noch bis zum Monatsende gegolten hätte. Insofern war es höchste Zeit, mit dem Rammen von 1400 Stahlpfählen zu beginnen. Jene halten die Spundwand der künftigen, 1300 Meter langen Kailinie, hinter welcher weitere Gründungselemente (nämlich 2600 Pfähle aus Beton) gesetzt werden müssen.

Die Dimensionen sind gewaltig

Unter dem Strich werden auf diese Weise 28 Hektar an Terminalfläche gewonnen, dazu kommen weitere zehn Hektar auf der Landseite: Zahlen, deren wahre Dimension erkennbar wurde, als der Referent das für den Bau benötigte Füllmaterial zu sprechen kam: 3,1 Millionen Kubikmeter Sand müssen aufgespült werden und die zu verbauende Vertikaldrainage wird aus Rohren bestehen, die, würde man sie hintereinanderlegen, eine Entfernung von 1100 Kilometern abdecken könnten.

NVC-Vorsitzender Arne Ehlers dankt NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink (r.) für einen mit Zahlen und Fakten gespickten Vortrag. Foto: Koppe

Zuhörer fragten unter anderem nach der Länge der zu rammenden Pfähle. Deren größter bringt es auf 50 Meter, wobei mehr als die Hälfte davon im Boden verschwindet. Den Tiefgang an der künftigen Pier bezifferte Kokkelink mit 15,5 Metern - nach seinen Angaben tief genug, um es auch einer nächsten Generation von Windpark-Errichterschiffen zu ermöglichen, in Cuxhaven Ladung aufzunehmen. Weil nicht nur die Schiffsgrößen zunehmen, sondern auch der Meeresspiegel steigt, wurden die Kaikante so geplant, dass sie sich fünf Meter über der normalen Hochwasserlinie befindet. Ein Deich wird bei dieser Form der Landgewinnung überflüssig; das bestehende  Flutschutz-Bauwerk wird nach Kokkelinks Worten aus diesem Grund zurückgebaut werden, wobei rund 70.000 Kubikmeter Klei anfallen, für die es an anderer Stelle (beispielsweise beim Deichbau in Sahlenburg) Verwendung gibt.

Nachfragen zur Kostenseite

Im Publikum regten sich Fragen nach der mit 300 Millionen Euro bezifferten Kostenseite des Vorhabens, nach Preisentwicklungen und diesbezüglich vorhandenen Sicherheiten. Der NPorts-Niederlassungsleiter sprach daraufhin davon, dass Reserven durchaus einkalkuliert wurden, sodass man während der im Jahr 2028 abgeschlossenen Bauphase durchaus imstande sei auf Unwägbarkeiten (auch technischer Natur) zu reagieren. Sollte der Grund der Elbe während der Rammarbeiten ein U-Boot aus Weltkriegszeiten freigeben, so Kokkelink halb im Scherz, halb im Ernst, sei das allerdings ein Szenario, das finanziell nicht einzukalkulieren gewesen sei.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Auffälliges Fahrverhalten

Helgoländer Seenotretter im Einsatz: Schwer erkrankter Segler von Yacht gerettet

von Redaktion

Ein schwer erkrankter Einhandsegler hat am Donnerstag (27. August) einen Rettungseinsatz vor der ostfriesischen Küste ausgelöst. Bundespolizei, Seenotretter und ein Hubschrauber waren beteiligt. Die Yacht wurde sicher nach Hooksiel gebracht.

"Nur für Erwachsene"

Schiffsfans aufgepasst: "Queen Mary 2" am Donnerstagabend vor Cuxhaven zu sehen

von Tim Larschow

Gleich zwei besondere Kreuzfahrtschiffe sorgen auf der Elbe für Aufmerksamkeit. Während die "Valiant Lady" Cuxhaven bereits passiert hat, bietet sich am Donnerstagabend eine neue Chance, die "Queen Mary 2" zu beobachten und zu fotografieren.

Großbritannien und Irland umrundet

Philipp Hympendahl zurück in Cuxhaven: 2300 Seemeilen allein für den großen Traum

von Tim Larschow

Philipp Hympendahl hat seine Qualifikation für die Global Solo Challenge beendet. Nach 2300 Seemeilen rund um Großbritannien und Irland kehrte der Segler am Samstagabend nach drei Wochen in seinen Basishafen Cuxhaven zurück. So geht es jetzt weiter.

"Witte Kliff 2" stark beschädigt?

Verzögerter Einsatz auf Helgoland: Das ist dran an Gerüchten um die neue Dünenfähre

von Wiebke Kramp

Die neu gebaute Elektrofähre "Witte Kliff 2" sorgt auf Helgoland für Diskussionen. Übungsmanöver haben zu Schäden geführt und technische Probleme verzögern den Einsatz. Angeblich geht es um "starke Beschädigungen". CNV-Medien klärt auf.