Bau der Liegeplätze 5 bis 7 im Hafen von Cuxhaven: Zahlen, Fakten, Hintergründe
Was bedeutet die größte Hafenentwicklung der letzten 30 Jahre für Cuxhaven? Knut Kokkelink von Niedersachsen Ports gibt spannende Einblicke und erklärt, warum das Projekt jetzt höchste Priorität hat.
In Gestalt des NPorts-Niederlassungsleiters Knut Kokkelink hatte der NVC für seinen jüngsten Vortragsabend einen Referenten gewonnen, der in Sachen Liegeplatz-Bau voll im Thema steckt. Zahlen, Fakten, Hintergründe: Kokkelink hatte alles parat.
"Die größte Hafenentwicklung der letzten 30 Jahre": Was das Vorhaben für den Standort Cuxhaven bedeutet, machte der Referent unmissverständlich deutlich. Knut Kokkelink, Leiter der örtlichen Niedersachsen Ports-Niederlassung, berichtete vor kürzlich vor Mitgliedern des Nautischen Vereins Cuxhaven (NVC) über den als "Lückenschluss" propagierten Bau der Liegeplätze 5, 6 und 7. Nur wenige Tage nach Baubeginn erfuhr das Seefahrt-affine Publikum auf diese Weise aus erster Hand, was zwischen Europakai und Offshore-Basishafen passiert.
In seinem mit Zahlen und Fakten gespickten Vortrag kam Kokkelink kurz auf den in der zweiten Februarwoche erfolgten symbolischen ersten Rammschlag zu sprechen; bedeutsam war das Datum nicht zuletzt mit Blick auf das seit 2020 bestehende Baurecht, das nur noch bis zum Monatsende gegolten hätte. Insofern war es höchste Zeit, mit dem Rammen von 1400 Stahlpfählen zu beginnen. Jene halten die Spundwand der künftigen, 1300 Meter langen Kailinie, hinter welcher weitere Gründungselemente (nämlich 2600 Pfähle aus Beton) gesetzt werden müssen.
Die Dimensionen sind gewaltig
Unter dem Strich werden auf diese Weise 28 Hektar an Terminalfläche gewonnen, dazu kommen weitere zehn Hektar auf der Landseite: Zahlen, deren wahre Dimension erkennbar wurde, als der Referent das für den Bau benötigte Füllmaterial zu sprechen kam: 3,1 Millionen Kubikmeter Sand müssen aufgespült werden und die zu verbauende Vertikaldrainage wird aus Rohren bestehen, die, würde man sie hintereinanderlegen, eine Entfernung von 1100 Kilometern abdecken könnten.

Zuhörer fragten unter anderem nach der Länge der zu rammenden Pfähle. Deren größter bringt es auf 50 Meter, wobei mehr als die Hälfte davon im Boden verschwindet. Den Tiefgang an der künftigen Pier bezifferte Kokkelink mit 15,5 Metern - nach seinen Angaben tief genug, um es auch einer nächsten Generation von Windpark-Errichterschiffen zu ermöglichen, in Cuxhaven Ladung aufzunehmen. Weil nicht nur die Schiffsgrößen zunehmen, sondern auch der Meeresspiegel steigt, wurden die Kaikante so geplant, dass sie sich fünf Meter über der normalen Hochwasserlinie befindet. Ein Deich wird bei dieser Form der Landgewinnung überflüssig; das bestehende Flutschutz-Bauwerk wird nach Kokkelinks Worten aus diesem Grund zurückgebaut werden, wobei rund 70.000 Kubikmeter Klei anfallen, für die es an anderer Stelle (beispielsweise beim Deichbau in Sahlenburg) Verwendung gibt.
Nachfragen zur Kostenseite
Im Publikum regten sich Fragen nach der mit 300 Millionen Euro bezifferten Kostenseite des Vorhabens, nach Preisentwicklungen und diesbezüglich vorhandenen Sicherheiten. Der NPorts-Niederlassungsleiter sprach daraufhin davon, dass Reserven durchaus einkalkuliert wurden, sodass man während der im Jahr 2028 abgeschlossenen Bauphase durchaus imstande sei auf Unwägbarkeiten (auch technischer Natur) zu reagieren. Sollte der Grund der Elbe während der Rammarbeiten ein U-Boot aus Weltkriegszeiten freigeben, so Kokkelink halb im Scherz, halb im Ernst, sei das allerdings ein Szenario, das finanziell nicht einzukalkulieren gewesen sei.