Feuerwehr, THW, NLWKN und Kurverwaltung waren am Freitag beim Havaristen „Ethel von Brixham“ am Leitdamm, um einen Teil des Treibstoffes aus den Tanks abzupumpen. Foto: Freiwillige 
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Feuerwehr, THW, NLWKN und Kurverwaltung waren am Freitag beim Havaristen „Ethel von Brixham“ am Leitdamm, um einen Teil des Treibstoffes aus den Tanks abzupumpen. Foto: Freiwillige 
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Havarie eines Traditionsseglers

Erste Sicherung gelungen: Wie es mit der "Ethel von Brixham" vor Cuxhaven weitergeht

von Ulrich Rohde | 10.02.2026

Nachdem der historische Schoner "Ethel von Brixham" vor Cuxhaven gestrandet ist, bleibt zu klären, wann und wie die Bergung des Schiffes umgesetzt wird. Noch erlaubt es die Wetterlage, dass der Traditionssegler am Leitdamm verbleibt. 

Am 31. Januar lief der Gaffelschoner "Ethel von Brixham" vor Cuxhaven auf Grund. Nach einem Wassereinbruch musste die Besatzung des Schiffes mit vier Seglern und einem Hund evakuiert werden. Seither liegt der 1890 erbaute Traditionssegler rund zweieinhalb Kilometer von der Kugelbake entfernt am Leitdamm.

Umweltgefahr vorerst zum Teil abgewendet

Am Freitagvormittag hat - wie berichtet - der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit Unterstützung des THW Cuxhaven, der Freiwilligen Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel sowie der Kurverwaltung einen der beiden Tanks des Havaristen "Ethel von Brixham" entleert. Die Umweltgefahr wurde somit um 200 bis 300 Liter Diesel reduziert. Ein zweiter Tank mit unbekanntem Füllstand konnte aufgrund der Schräglage durch die Einsatzkräfte nicht sicher erreicht werden, so das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe-Nordsee.

Das Traditionsschiff "Ethel von Brixham" wurde schwer beschädigt und liegt am Leitdamm vor Cuxhaven. Foto: Larschow

WSA prüft Vergabe an Drittunternehmen

Nach aktuellen Informationen des WSA habe sich der Eigner auch bis Montag nicht gemeldet. Bereits am Freitag war die gesetzte Frist verstrichen, um ein Bergungskonzept einzureichen. "Wir warten auch nicht mehr darauf", so WSA-Sprecher Kai Ewers gegenüber CNV-Medien. Derzeit prüfe das WSA, ob kurzfristig eine Angebotsabfrage mit Vergabe an ein Drittunternehmen möglich ist. Dazu müssten noch vergaberechtliche Fragen geklärt werden, so Ewers. Die Bergung werde die Gefahr durch den Havaristen für den Schiffsverkehr aber auch die Umwelt beseitigen. Die Bergungskosten werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt. Das WSA geht weiterhin davon aus, dass der Havarist sicher an seiner jetzigen Position verbleibt und kein akutes Handeln erfordert, solange der Wind aus östlicher Richtung weht und deshalb auch in den kommenden Tagen die Wasserstände niedrig bleiben. "Noch sind wir entspannt", so Ewers. Die Lage werde dennoch laufend beobachtet, um bei unerwarteten Änderungen tätig zu werden und ein Abdriften in die Seeschifffahrtsstraße zu verhindern.

Durch die Schräglage des Schiffes konnte ein zweiter Dieseltank bislang nicht erreicht werden. Foto: Larschow

Über Jahrzehnte als Freizeitsegler von Kiel aus unterwegs

Die "Ethel von Brixham" lief vor 135 Jahren in Brixham (England) vom Stapel. Sie wurde als Trawler eingesetzt, sie fuhr später über Jahrzehnte in der Fischerei und als Frachtschiff unter verschiedenen Namen in Skandinavien. 1981 gelangte das Schiff nach Kiel, wo es komplett umgebaut und für Gruppenreisen genutzt wurde. Von 1996 an war der Kieler Gerhard Bialek Eigner des rund 30 Meter langen Schiffes. Auch er unternahm mit der "Ethel von Brixham" ein- und mehrtägige Segeltouren für Gäste.

Bialek verkaufte den Schoner im August an einen englischen Eigner, der ihn nach eigenen Angaben wiederum bereits im November 2025 an einen weiteren britischen Käufer veräußerte.

Das Traditionsschiff "Ethel von Brixham" wurde schwer beschädigt und liegt am Leitdamm vor Cuxhaven. Foto: Larschow

"Ethel von Brixham" sollte restauriert werden

Über die Ursache der Havarie gibt es bislang nur Vermutungen. Die Wasserschutzpolizei ermittelt. Bereits im Oktober 2025 drohte das Schiff nach einem Wassereinbruch in Brunsbüttel zu sinken. Der neue Eigentümer plante, den Schoner über Cuxhaven zunächst nach Den Helder (Niederlande) und dann nach England zu überführen, um ihn dort zu restaurieren. Ob die "Ethel von Brixham" jemals wieder die Segel hissen wird, ist derzeit völlig ungewiss.

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Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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